Dezember 2020

Wie Umsatz und Zufriedenheit in der Praxis zusammenhängen

Welche Auswirkungen hat eine Umsatzsteigerung auf das Wohlbefinden von Patienten und Patientinnen und medizinischem Personal selbst? Welche Optionen für mehr Umsatz bieten sich an und für welche Praxis eignen sie sich?

Oberstes Ziel in allen Gesundheitsberufen ist das Wohl der Patienten und Patientinnen. In der Realität ist dieser hohe Anspruch jedoch nicht immer leicht zu erfüllen. Ein häufiges Problem sind fehlende Ressourcen, sowohl zeitlicher als auch finanzieller Natur. Diese beiden Aspekte sind eng miteinander verwoben, so dass viele Ärzte und Ärztinnen aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation ihren Patienten und Patientinnen nicht die optimale Beratung bieten können. Das hinterlässt nicht nur auf Seite der Hilfesuchenden Frust und Ärger, sondern auch bei den Helfern.

Eine Praxis zu führen ist also immer auch eine wirtschaftliche Herausforderung. Eine Herausforderung, die nicht nur Ärzte und Ärztinnen, sondern auch freiberufliche Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen sowie Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen auf sich nehmen. Eine Herausforderung, die durch effizientes Management und digitale Lösungen gemeistert werden kann.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Umsatzsteigerung in der Praxis:

• Spezialisierungen und neue Therapiemethoden

• Individuelle Gesundheitsleistungen

• Ansprechendes Marketing

• Digitalisierung von Arbeitsabläufen

• Selbst erstellte Kurse oder Videos

• (Pflicht)Fortbildungen online durchführen

• Kooperation mit anderen medizinischen Dienstleistern

Spezialisierungen als Konkurrenzvorteil

Das Interesse an Behandlungsmöglichkeiten abseits der klassischen medikamentösen Therapie ist spürbar und erstreckt sich von Homöopathie über traditionelle chinesische Medizin bis hin zu Elektrotherapie.

Ausbildungen und Zertifizierungen in alternativen Therapiemethoden wirken zuerst kostenintensiv, stellen aber auf lange Sicht ein gewisses Alleinstellungsmerkmal dar. Dadurch können diese Spezialisierungen einerseits neue Patienten und Patientinnen gewinnen, andererseits deren Zufriedenheit steigern und so gleichzeitig für mehr Umsatz sorgen.

Je nach Fachrichtung beziehungsweise Tätigkeitsfeld bieten sich verschiedene Spezialisierungen an:

• Eine Physiotherapie-Praxis kann ihr Spektrum mit Methoden der physikalischen Therapie einschlägig erweitern. Dazu zählen Elektrotherapie, Massagen, Bäderkuren, Wärme- und Kälteanwendungen sowie manuelle Therapieformen. Unter manueller Therapie fasst man Osteopathie, Cranio-Sacral-Therapie und Chiropraktik zusammen.

• Für Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen eröffnet sich ein weites Tätigkeitsfeld in der Alternativmedizin. Sie können Homöopathie genauso anbieten wie Therapien mit Bachblüten, Schüßler-Salzen und anderen Heilpflanzen. Zu diesen klassischen europäischen Methoden gesellen sich fernöstliche wie die traditionelle chinesische Medizin oder das indische Ayurveda.

• Im ärztlichen Bereich sind unzählige Therapieverfahren denkbar. Besonders verbreitet sind hier Naturheilverfahren, Sportmedizin, Akupunktur und Homöopathie. Auch Ausbildungen im Bereich Psychosomatik oder Psychotherapie sind heute von zunehmendem Nutzen.

Die Kosten für die meisten dieser Behandlungen müssen Patienten und Patientinnen selbst tragen. Einige ausgewählte Verfahren wie die Akupunktur werden jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Umsatzsteigerung durch Individuelle Gesundheitsleistungen

Eine beliebte und erfolgreiche Methode, um als Praxis mehr Umsatz zu machen, ist das Angebot von individuellen Gesundheitsleistungen. Darunter versteht man Leistungen, die Patienten und Patientinnen selbst zahlen müssen. In letzter Zeit sind einige dieser auch als IGeL bezeichneten Therapie- und Präventionsmethoden in Verruf geraten, da sie exzessiv und teilweise überflüssigerweise durchgeführt wurden. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass viele dieser Leistungen der Früherkennung von potenziell schweren Erkrankungen dienen. Dementsprechend kann den Patienten und Patientinnen eine schwere Last von den Schultern genommen werden, wenn sie erfahren, dass sich derzeit keine Hinweise auf eine solche Erkrankung ergeben. Die psychische Erleichterung und deren möglicherweise präventiver Effekt ist dabei nicht zu unterschätzen. Selbiges gilt für die therapeutische Verfahren: der Wirksamkeitsnachweis ist im wissenschaftlichen Sinne nicht erbracht worden, dennoch kann es individuell zu einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustands kommen.

Je nach Fachrichtung können unterschiedliche IGeL angeboten werden: in der Allgemeinmedizin wären dies beispielsweise Bluttests zur Früherkennung diverser Krebserkrankungen, in der Augenheilkunde die Messung des Augeninnendrucks zur Früherkennung eines Glaukoms und in der inneren Medizin eine Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader zur Minderung des Schlaganfallrisikos. 

Der Zusammenhang zwischen Marketing und Umsatz

Die Grundlage jeder Praxis sind Patienten und Patientinnen, die mit ihren gesundheitlichen Problemen Hilfe suchen. Wohin sich diese Menschen mit ihren Beschwerden wenden, hängt entscheidend vom Bekanntheitsgrad der Praxis ab. Laut Umfragen steigt die Zahl derer, die online auf ihren Arzt, Physiotherapeuten oder Heilpraktiker aufmerksam werden. Weiterhin von enormer Bedeutung ist Mundpropaganda, also die Weiterempfehlung im sozialen Umfeld. Speziell Privatpatienten und Privatpatientinnen legen Wert auf eine positive Stimmung in der Praxis und informieren sich im Vorfeld ausführlich auf diversen Bewertungsportalen im Internet.

Diese Umstände verdeutlichen den Stellenwert von professionellem Marketing und erfolgreicher Kommunikation. Der erste Schritt eines Marketingkonzepts ist die Analyse der aktuellen Situation und darauffolgend die Abklärung der Ziele. Auf den medizinischen Bereich umgelegt, bedeutet das: Wer sind meine Patienten und Patientinnen und in welchen Bereichen will ich mich weiterentwickeln? Mögliche Antworten im Bezug auf eine Umsatzsteigerung könnten sein: Ich will den Anteil an Privatpatienten und Privatpatientinnen steigern bzw. neue gewinnen.

Folglich sollten Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, die genau diese Zielgruppe ansprechen. Ein ansprechender Online-Auftritt mit informativer, ästhetischer und bedienungsfreundlicher Website ist ein erster Schritt. Besonderer Wert ist dabei auf Aktualität zu legen, denn veraltete Öffnungszeiten können dazu führen, dass Patienten und Patientinnen vor verschlossenen Türen stehen. Das ist der Zufriedenheit und einer möglichen Weiterempfehlung abträglich. Da die Gestaltung einer Website nicht jedem in die Wiege gelegt ist, sollte hier auf externe Dienstleister vertraut werden. Dies ist im Sinne einer umfassenden und einheitlichen Marketing-Strategie generell anzuraten. Professionelle Beratung kann auch weniger bekannte, aber dennoch effektive Werbemöglichkeiten aufzeigen, beispielsweise die bevorzugte Listung in Bewertungsportalen oder Kooperationen mit lokalen medizinischen Dienstleistern.

Moderne Technologien für eine moderne Medizin

Das Schlagwort des Jahrzehnts heißt Digitalisierung. Hinter diesem Begriff versteckt sich vor allem eine enorme Vereinfachung und gesteigerte Effizienz in vielen Arbeitsvorgängen.

Auch in einer medizinischen Praxis gibt es hier erhebliches Potenzial. Die Personalkosten gehören mit zu den größten Ausgaben einer Praxis. Hier haben Erhebungen gezeigt, dass nichtärztliches Personal einer Praxis zu einem beträchtlichen Anteil mit telefonischer Terminkoordinierung beschäftigt ist. Durch digitale Lösungen wie online Terminbuchung können wesentliche Einsparungen in diesem Bereich erzielt werden. Gleichzeitig suchen Patienten und Patientinnen zunehmend explizit nach Praxen, die online Terminbuchung anbieten. Beide Faktoren können zu einer Umsatzsteigerung führen. Digitalisierung erleichtert nicht nur die Koordinierung von Terminen, sondern auch die Führung von Patientenakten, die in manchen Praxen mitunter sogar doppelt in Papierform vorhanden sind. Dadurch fallen Schreibarbeiten an, die weder den Patienten und Patientinnen Mehrwert bieten noch rechtlich erforderlich sind. Intelligent eingesetzte EDV-Systeme beschleunigen und vereinfachen daher Arbeitsabläufe und sparen langfristig Zeit und Geld.

Mit Online-Kursen zum Erfolg

Umfangreiches Wissen ist nicht nur in der alltäglichen medizinischen Tätigkeit unverzichtbar, sondern kann auch finanziell gewinnbringend eingesetzt werden. Das Bedürfnis nach hochwertigen Informationen zum Thema Gesundheit steigt in der Allgemeinbevölkerung genauso wie im medizinischen Bereich. Viele Menschen sind bereit, dafür auch zu bezahlen. Eine Möglichkeit, um über eine längere Zeitspanne Umsatz zu erzielen, ist es daher, dementsprechendes Material bereitzustellen. Besonders Online-Kurse und Videos sind hier von Vorteil, da sie eine große Zahl an Menschen erreichen können. Entscheidend ist die hervorragende Qualität des Materials und die professionelle Vermarktung. Damit diese Voraussetzungen erreicht werden, ist es empfehlenswert, sich professionell beraten zu lassen. Unter idealen Umständen kann mit dieser Methode ein automatisiertes Einkommen erzielt werden.

Fortbildungen effizient durchführen

Besonders im medizinischen Bereich ist es essenziell, Wissen immer auf dem neuesten Stand zu halten. Daher gibt es zahlreiche gesetzliche Vorschriften in Bezug auf Weiterbildung und verpflichtende Fortbildungen. Einige davon können auch online absolviert werden, was zu einer bedeutenden Zeit- und Kostenersparnis führt. Die gewonnene Zeit kann in der Betreuung von Patienten und Patientinnen sinnvoll eingesetzt werden und dient damit gleichzeitig der Umsatzsteigerung. Dies gilt nicht nur für Ärzte und Ärztinnen, sondern auch für das Assistenzpersonal einer Praxis.

Zusammen voran – mehr Umsatz durch Kooperationen

Eine weitere Möglichkeit, um als Praxis eine Umsatzsteigerung zu erreichen, ist die Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern im medizinischen Bereich.

Diese Zusammenarbeit kann Werbeeffekte erzielen, wenn beispielsweise Beiträge für medizinische Online-Portale unter Nennung des Namens verfasst werden. So erhalten Portale qualitativ hochwertigen Content und verhelfen den Verfassern und Verfasserinnen zu größerer Bekanntheit. Hier sind wiederum verschiedene Arten und Ausmaße der Kooperation denkbar, die stets Bestandteil eines ausgeklügelten Marketing-Konzepts sind.

Kooperation kann aber auch zwischen den einzelnen Akteuren im Gesundheitssystem stattfinden: Häufig sind die Beschwerden von Patienten und Patientinnen so komplex, dass mehrere Fachrichtungen an der optimalen Behandlung beteiligt sind. Hier können zum Nutzen des Patienten oder der Patientin Überweisungen an kooperierende Kollegen und Kolleginnen ausgestellt werden. Diese Empfehlungen werden in der Ärzteschaft oft gegenseitig ausgesprochen. Damit kann man nicht nur Patienten und Patientinnen die bestmögliche Betreuung zu Gute kommen lassen, sondern profitiert auch persönlich wie finanziell von dieser Form der interdisziplinären Zusammenarbeit. Hier sind Überweisungen im niedergelassenen Bereich ebenso denkbar wie zwischen dem stationären und niedergelassenen Sektor. Nach Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt wurden, ist beispielsweise häufig eine Physiotherapie in einer niedergelassenen Praxis notwendig. Genauso bedeutend ist eine Vernetzung mit Selbsthilfegruppen oder anderen Patientenorganisationen, denn hier kann eine nachhaltige Vertrauensbasis entstehen.

Alle aufgezeigten Möglichkeiten der Umsatzsteigerung können einen Beitrag zum Wohlbefinden der Patienten und Patientinnen leisten, dieses jedoch niemals alleine erreichen. Fachliche Kompetenz, menschliche Nähe und einfühlsame Beratung sind die Grundlage für eine erfolgreiche und zufriedenstellende Behandlung, genauso wie für ein erfüllendes Berufsleben des medizinischen Personals selbst. Damit diese Qualitäten im Alltagsstress nicht untergehen, greifen Praxen auf Digitalisierung etc. zurück – der Arbeitsaufwand sinkt und der Umsatz steigt genauso wie die Zufriedenheit.

Wir begleiten schon seit Jahren medizinische Dienstleister und Einrichtungen Sachen Digitalisierung, Automatisierung und Marketing – sollten Sie weitere Informationen oder Hilfe bei der Umsetzung der in diesem Artikel behandelten Themen benötigen, können Sie gerne jederzeit Kontakt zu uns aufnehmen.

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