Zuletzt aktualisiert: Juni 2021

Wie läuft die mündliche Heilpraktikerprüfung ab?

In Deutschland ist der Heilpraktiker-Beruf geschützt und man darf ihn nur mit staatlicher Erlaubnis ausüben. Laut Gesetz müssen die Anwärter eine schriftliche und eine mündliche Prüfung ablegen. Nur wer die schriftliche Prüfung besteht, darf dann auch zur mündlichen Heilpraktikerprüfung antreten.

Anmeldung zur Prüfung

Wer die Heilpraktikerprüfung absolvieren möchte, muss sich dafür beim Gesundheitsamt anmelden. Die Anmeldung sollte ehestmöglich erfolgen, da es nur zweimal pro Jahr Termine dafür gibt. Eventuell kann es für einen Prüfungstermin auch zu längeren Wartezeiten kommen. Das Gesundheitsamt setzt die Auszubildenden dann davon in Kenntnis, welche Unterlagen benötigt werden bzw. welche Termine für die Prüfung zur Auswahl stehen und welche Fristen man dafür einhalten muss.

Um zur Prüfung antreten zu können, muss man über einen Hauptschulabschluss verfügen und mindestens ein Alter von 25 Jahren aufweisen. Darüber hinaus benötigt man ein Gesundheitszeugnis sowie ein polizeiliches Führungszeugnis, manchmal muss auch ein tabellarischer Lebenslauf vorgelegt werden.

Zusätzlich dazu wird von einigen Gesundheitsämtern auch ein Melderegister-Auszug verlangt. Nichtdeutsche Staatsbürger benötigen darüber hinaus eine gültige Aufenthaltserlaubnis, um zur Heilpraktiker-Prüfung antreten zu können.

Kosten der Heilpraktikerprüfung

Die Prüfungskosten sind je nach Stadt und Bundesland unterschiedlich, im Normalfall bewegen sie sich aber zwischen 300 und 600 Euro für die schriftliche und mündliche Prüfung gemeinsam. Nähere Informationen zu Terminen, Kosten bzw. zur Prüfungsanmeldung können aber auf der Webseite des jeweiligen Gesundheitsamtes abgerufen werden.

Ablauf der mündlichen Heilpraktikerprüfung

Der Heilpraktikeranwärter wird bei der mündlichen Prüfung von einem Team, das aus mehreren Prüfern besteht, zu unterschiedlichen Themen befragt.

Meistens besteht das Team aus einem Amtsarzt sowie einem Beisitzer, darüber hinaus ist auch ein Protokollant anwesend. Die Prüfung kann dabei als Einzeltermin erfolgen oder es werden mehrere Anwärter zugleich befragt.

Wird die mündliche Prüfung nicht bestanden, so muss auch die schriftliche Prüfung wiederholt werden. Es ist daher ratsam, sich auf den mündlichen Teil der Prüfung sehr genau vorzubereiten.

Wichtige Themenschwerpunkte

Wesentliche Themen, die für die mündliche Heilpraktikerprüfung vorbereitet werden müssen, sind Impfungen, das Infektionsschutzgesetz sowie die Betreuung von psychisch Erkrankten, da es als Heilpraktiker sehr wichtig ist, die Gesetzesgrenzen zu kennen.

Meistens werden in diesem Zusammenhang Praxisbeispiele dargestellt und der Prüfling muss dann das Vorgehen in der entsprechenden Situation erläutern.

Zu den weiteren Schwerpunkten der Prüfung zählen auch schulmedizinische Kenntnisse in den Bereichen allgemeine Krankheitslehre, Pharmakologie, Pathophysiologie, Physiologie bzw. Anatomie.

Die Prüfungsanwärter müssen in der Lage sein, eine Anamnese zu erheben sowie unterschiedlichste Erkrankungen erkennen und behandeln zu können. Des Weiteren ist es erforderlich, auch Befunde zu verstehen und angemessen zu bewerten.

Grundsätzlich ergeben sich die Inhalte für die Prüfung aus den "Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärterinnen und -anwärtern nach § 2 Absatz 1 Buchstabe i der Ersten Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz".

Die mündliche Heilpraktikerprüfung dauert ungefähr 30 bis 60 Minuten und das Ergebnis wird den Prüflingen nach einer kurzen Beratungszeit mitgeteilt.

Mögliche Prüfungsaufgaben

Im Bereich Gesetzeskunde könnte eine mögliche Prüfungsfrage die Aufzählung von allen Verboten, die für Heilpraktiker bestehen, sein. Wichtig sind auch Gesetze auf Landes- bzw. Bundesebene, die für Heilpraktiker von Relevanz sind.

Zudem sollte man auch die Kernpunkte der Gesetze nennen können. Ein wichtiges Thema ist außerdem der Hygieneplan und das Einhalten von hygienischen Maßnahmen. Des Weiteren müssen die Prüflinge auch darüber Bescheid wissen, wie sich verschiedene Krankheitsbilder äußern bzw. - wie bereits oben erwähnt – müssen auch Fallbeispiele aus der Praxis gelöst werden.

Fakten und Tipps zur Heilpraktikerprüfung

Viele haben vor der mündlichen Heilpraktikerprüfung ein mulmiges Gefühl im Bauch, deshalb findest du nachfolgend einige Tipps, die bei der Prüfung beachtet werden sollten.

Wie bereits erwähnt, besteht die Prüfungskommission aus mehreren Personen, wobei einer davon meist sehr konfrontativ auftritt. Davon sollte man sich aber auf keinen Fall verunsichern lassen. Sehr häufig wird auch auf die Aus- bzw. Weiterbildung der Prüfungsanwärter eingegangen, diese sollte auch sehr offen kommuniziert werden.

Zudem achten die Prüfer auch darauf, dass zukünftige Heilpraktiker verantwortungsbewusst handeln und dass Patienten, die nicht behandelt werden dürfen oder können, an entsprechende Stellen weitervermittelt werden.

Darüber hinaus muss im Rahmen der Prüfung auch eine Diagnose zu einem Fallbeispiel gestellt werden. Solltest du den Text, der bei der Prüfung vorgelesen wird, nicht ganz verstanden haben oder solltest du noch weitere Informationen brauchen, um eine Diagnose stellen zu können, so scheue dich nicht, bei den Prüfern nachzufragen.

Eine gute Möglichkeit, um Gedankengänge bzw. Fachwissen zu vermitteln, ist lautes Nachdenken - solltest du dir bei deiner Diagnosestellung nicht ganz sicher sein, solltest du der Prüfungskommission klar machen, dass du eine Verdachtsdiagnose gestellt hast.

Konzentriere dich während der Prüfung vor allem auf die Fakten und dich selbst und nimm eventuelle Äußerungen des Prüfers nicht persönlich. Viele Prüfer testen sehr gerne die Nerven der zukünftigen Heilpraktiker und möchten sie aus der Reserve locken.

Durchfallquote bei der Heilpraktikerprüfung

Die Durchfallquote ist je nach Bundesland sehr unterschiedlich. Eines haben sie jedoch gemeinsam: sie sind relativ hoch. Normalerweise liegt die Durchfallquote bei mehr als 50 Prozent, manche meinen sogar, dass sie bei 70 bis 90 Prozent liegt.

Zu beachten ist, dass es immer wieder Anwärter gibt, die die Prüfung nicht sehr ernst nehmen und sich auch nicht entsprechend darauf vorbereiten. Bei guter Vorbereitung ist die Heilpraktikerprüfung aber auf jeden Fall zu bestehen.

Fazit zur mündlichen Heilpraktikerprüfung

Wer zur mündlichen Heilpraktikerprüfung antreten möchte, sollte sich gründlich und intensiv darauf vorbereiten und so lernen, dass die Materie auch verstanden wird.

Sehr viel Wert wird bei der Prüfung vor allem auf die Bereiche Gesetzeskunde, Infektionskrankheiten, Notfälle und Kinderkrankheiten gelegt.

Erfahrungswerte zeigen, dass die Durchfallquote ziemlich hoch liegt (bei etwa 50 bis 90 Prozent). Diese Quote ist allerdings sehr häufig darauf zurückzuführen, dass sich viele Prüfungsanwärter nicht entsprechend auf die Prüfung vorbereiten oder oftmals auch falsche Themen einlernen. Manche kämpfen bei der Prüfung auch mit großer Nervosität bzw. gehen mit der Einstellung zur Prüfung, dass diese ja jederzeit wiederholt werden kann.

Da jedes Antreten aber zusätzlich Geld kostet, sollte darauf geachtet werden, dass die Prüfung beim ersten Mal bestanden wird.

Die mündliche Heilpraktikerprüfung ist nicht einfach - wenn du dich jedoch gewissenhaft darauf vorbereitest, sollte es kein Problem sein zu bestehen.

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