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Wie erkennt und behandelt man eine Herzmuskelentzündung?

Eine Herzmuskelentzündung, auch Myokarditis genannt, kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen, dazu zählen unter anderem Engegefühle im Brustbereich, sog. Herzstolpern oder Atemnot - jedoch sind die Anzeichen nicht in allen Fällen so eindeutig. In diesem Artikel erfährst du, wie die Erkrankung entsteht und wie sie behandelt werden kann.

Worum genau handelt es sich bei einer Herzmuskelentzündung bzw. Myokarditis?

Wie der Name schon sagt, kommt es bei der Erkrankung zu einer Entzündung des Herzmuskels. Betroffen sind vor allem junge Männer, zudem zählt Myokarditis zu den häufigsten Ursachen für den plötzlichen Tod bei Sportlern. Wie viele Personen jährlich an Myokarditis erkranken, lässt sich nur schwer beziffern, da sie in vielen Fällen unbemerkt bleibt.

Wie entsteht eine Myokarditis?

Bei ca. der Hälfte aller bekannten Fälle ist eine Virusinfektion die Ursache (z. B. Herpes, Masern, Influenza oder HIV), bei der die Viren das Herzmuskelgewebe angreifen und das Organ schwächen. Auch bakterielle Infektionen (wie z. B. Legionellen, Borrelien oder Streptokokken) können eine Herzmuskelentzündung auslösen. In seltenen Fällen können auch Einzeller, Pilze oder Parasiten die Erkrankung hervorrufen.

Weitere Gründe können eine Überreaktion des Immunsystems sein, die z. B. bei rheumatoider Arthritis oder Darmerkrankungen auftreten kann, sowie bestimmte Medikamente, übermäßiger Alkoholkonsum oder Drogen.

Wie sehen die Symptome einer Herzmuskelentzündung aus?

Die ersten Anzeichen für die Erkrankung treten in den meisten Fällen erst einige Wochen nach einer Infektion auf. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Atemnot
  • Starkes Herzklopfen, auch Palpitationen genannt
  • Engegefühl im Brustbereich bzw. Brustschmerzen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Wassereinlagerungen in den Beinen
  • Schwindelgefühle
  • Ohnmacht

Natürlich können diese Symptome auch auf andere Beschwerden hinweisen und sind nicht immer klar zuzuordnen, was eine Myokarditis umso gefährlicher macht, da sie oft gar nicht oder zu spät bemerkt wird. In vielen Fällen läuft die Erkrankung glimpflich ab, bei manchen Betroffenen entwickelt sie sich jedoch sehr schnell und es kann zu einem sogenannten „kardiogenen Schock“ kommen – einem Versagen der Pumpfähigkeit der Herzens.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Besuch beim Arzt des Vertrauens ist immer dann ratsam, wenn man an sich selbst oder anderen Symptome feststellt, die bisher noch nie vorgekommen sind. Auch unerklärbare Müdigkeit zählt zu diesen Symptomen.  Am besten für die Untersuchung geeignet ist meistens der Hausarzt, da dieser seine Patienten und deren Vorgeschichte am besten kennt und ggf. eine Überweisung vornehmen kann. Sollte es zu Symptomen wie Brustschmerzen oder Atemnot kommen, darf jedoch nicht gezögert werden und es sollte umgehend ein Notarzt gerufen werden.

Wie wird eine Myokarditis behandelt?

Wenn die Krankheit durch Viren ausgelöst wurde, ist es sehr wichtig, den Körper bzw. das Herz zu schonen – für den Zeitraum von drei bis sechs Monaten sind größere körperliche Anstrengung absolut tabu. Wann dies wieder möglich ist, darf nur vom behandelnden Arzt entschieden werden. In besonders schweren Fällen ist sogar absolute Bettruhe nötig.

Eine zusätzliche Entlastung des Herzens kann durch bestimmte Medikamente, wie beispielweise ACE-Hemmern oder Betablockern, gewährleistet werden, die auch entzündungshemmend wirken können.

Auch die lokale Immunantwort kann zu einer Belastung des Herzens führen, da diese in manchen Fällen einfach weiterläuft, obwohl der Erreger schon besiegt ist – in diesem Fällen kann eine Behandlung mit Immunsuppressiva, wie z. B. Kortison, hilfreich sein.

Wenn die Herzmuskelentzündung durch eine rheumatische Erkrankung oder eine bakterielle Infektion ausgelöst wurde, sollte diese Ursache gesondert behandelt werden, hierbei können Kortikosteroiden oder Antibiotika hilfreich sein.

In jedem Fall sind auch nach einer überstandenen Myokarditis regelmäßige Arztbesuche notwendig – kurz nach der Erkrankung alle zwei bis drei Wochen und im weiteren Verlauf viertel- oder halbjährlich – über die genauen Abstände entscheidet der behandelnde Arzt.

Welche Folgen kann eine Herzmuskelentzündung haben?

Die Erkrankung kann das Herz dauerhaft schwächen und im schlimmsten Fall zum Tod führen, bei besonders schweren Fällen ist sogar eine Herztransplantation nötig – wird die Krankheit jedoch rechtzeitig erkannt, sind die Chancen auf eine vollständige Heilung sehr gut und das herz kann nach einer gewissen Zeit wieder voll belastet werden. Es ist jedoch auch mögliche, dass die Pumpfunktion eingeschränkt bleibt und es zu leichten Herzrhythmusstörungen kommt, die in den allermeisten Fällen jedoch gut zu behandeln sind.

Wie kann man einer Myokarditis vorbeugen?

Das beste Mittel, um eine Herzmuskelentzündung von Vornherein zu vermeiden ist es, Infekte ernst zu nehmen und während bzw. unmittelbar nach einer Erkrankung keinen Sport zu betreiben – dazu zählen auch leichte Erkrankungen, wie z. B. Husten. Man sollte dem Körper genug Zeit zur Erholung gönnen und eine vollständige Abheilung sicherstellen, bevor man sich wieder sportlich betätigt. Wenn man dies berücksichtigt, kann die Gefahr einer Herzmuskelentzündung auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

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