Stand Mai 2022

Was passiert im Gehirn, wenn wir sterben?

Forschern ist es 2022 erstmals durch Zufall gelungen, die Gehirnaktivitäten eines sterbenden Menschen aufzuzeichnen – dies ist die erste detaillierte Dokumentation dieses Vorgangs. Erstmals lassen sich nun Vermutungen darüber anstellen, was Sterbende kurz vor dem Tod erleben.

Wie ist es gelungen, die Gehirnaktivitäten während des Todes aufzuzeichnen?

Dies war eigentlich gar nicht geplant – ursprünglich diente die Untersuchung dazu, die Gehirnströme eines 87-jährigen Epilepsie-Patienten anhand eines EEG (Elektroenzephalogramms) während eines Anfalls aufzuzeichnen, um mehr über diese Erkrankung zu lernen.

Während der Aufzeichnung erlitt die Person jedoch einen Herzinfarkt und verstarb sehr plötzlich an den Folgen. Durch diesen tragischen Vorfall ist es gelungen, die Aktivitäten des Gehirns ca. 15 Minuten um den Todeszeitpunkt herum aufzuzeichnen.

Erhöhte Gehirnaktivität kurz vor und nach dem Tod

Die Forscher haben sich bei der Auswertung der Daten insbesondere angeschaut, was sich 30 Sekunden vor und nach dem Herzstillstand, also dem Zeitpunkt des Todes, im Gehirn abgespielt hat. Dabei wurde festgestellt, dass jene Gehirnwellen, die auch als Gamma-Oszillationen bezeichnet werden, zu diesem Zeitpunkt eine erhöhte Aktivität aufwiesen.

Dies sind dieselben Gamma-Wellen, die auch beim Träumen, dem Abrufen von Erinnerungen oder beim Meditieren aktiv sind. Dies lässt interessante Rückschlüsse darüber zu, was in den letzten Momenten des Lebens in uns vorgeht.

Spielt unser Gehirn während dem Sterben Erinnerungen ab?

Laut Dr. Ajmal Zemmar, dem Hauptautor der Studie, weist die Erzeugung der Oszillationen darauf hin, dass unser Gehirn kurz vor dem Tod noch ein letztes Mal Erinnerungen an die wichtigsten Lebensereignisse abspielt, ganz ähnlich wie bei Nahtoderfahrungen.

Die Analyse der Daten deutet ebenfalls darauf hin, dass das Gehirn noch weiterhin für eine gewisse Zeit aktiv ist, wenn es schon gar nicht mehr durchblutet wird.

Laut Dr. Zemmar stellt diese Beobachtung nun auch infrage, wann genau ein Mensch als tot gilt. Dies könnte unter anderem auch für Fragen der Organspende relevant sein.

Momentan ist die Voraussetzung dafür der Hirntod. Dieser definiert, dass die wichtigsten Teile des Gehirns ihre Arbeit eingestellt haben und die Funktionsfähigkeit des Organs unwiederbringlich verloren ist. In einem solchen Fall kann der menschliche Körper nur noch künstlich am Leben erhalten werden.

Sind die neuen Erkenntnisse ein Trost für Hinterbliebene?

Zunächst muss hierzu gesagt werden, dass bisher lediglich die Daten eines einzelnen Menschen untersucht werden konnten, der zudem unter Vorerkrankungen litt. Die Studienergebnisse sind also nicht repräsentativ.

Trotzdem können die Erkenntnisse Angehörigen helfen, mit dem Verlust ihnen nahestehender Menschen umzugehen, denn die Vermutung liegt nahe, dass kurz vor dem Tod – unabhängig vom Zustand des Patienten – noch einmal die schönsten Erinnerungen des ganzen Lebens vor dem geistigen Auge abgespielt werden.

Für alle, die sich für Nahtoderfahrungen und das interessieren, was sich nach dem Tod abspielt, können wir die folgende Lektüre empfehlen: "Nahtod. Grenzerfahrungen zwischen den Welten: Bahnbrechende Erkenntnisse eines Arztes über das Leben nach dem Tod. Die Erforschung des Jenseits".

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