In Sachen Krebsvorsorge ist der Urologe für Männer die richtige Anlaufstelle, aber auch bei vielen anderen Beschwerden kann er weiterhelfen. Deshalb sollte man sich nicht vor einem Besuch scheuen - vor allem ab einem gewissen Alter.
Wann sollte man einen Urologen aufsuchen?
Während jüngere Männer bis ca. 40 Jahre sich tendenziell ziemlich gut mit dem eigenen Körper auskennen, wenn es um Themen wie Potenz, Kinderwunsch, Prostata oder Hoden geht, sind ältere Männer oft relativ schlecht informiert, da es in diesen Generationen oft noch ein Tabu ist, über solche Dinge zu sprechen. Ein Besuch beim Facharzt wird daher oft so lange wie möglich hinausgezögert.
Doch spätestens ab Mitte 40 sollte jeder Mann sich regelmäßig beim Urologen auf mögliche Erkrankungen untersuchen lassen – wie in vielen anderen Bereichen gilt auch hier, dass eine frühe Erkennung von Krankheiten die Heilungschancen deutlich steigert. Wenn familiäre Vorbelastungen bekannt sind, sollte man sich schon ab ca. 40 Jahren zu einem Vorsorgetermin anmelden.
Wie läuft eine Vorsorgeuntersuchung ab?
Zunächst findet ein Vorgespräch statt, in dem u.a. über mögliche erblich bedingte Vorbelastungen, regelmäßige Einnahme von Medikamenten oder die Häufigkeit der nächtlichen Toilettengänge gesprochen wird, damit der Urologe eine erste Einschätzung vornehmen kann.
Im Anschluss folgt eine körperliche Untersuchung, bei der nicht nur die Prostata, sondern auch der Brust-, Bauch- und Beckenbereich sowie die vorderen Genitalien mit einbezogen werden.
Die Untersuchung der Prostata erfolgt durch den Enddarm und wird in der Fachsprache DRU genannt, was für „Digitale Rektale Untersuchung“ steht. Hierbei wird die äußere Kapsel der Prostata sanft mit dem Finger abgetastet, um mögliche Tumore ausfindig zu machen, von denen ca. 80 Prozent in diesem Bereich vorkommen.
Um auch die restliche Fläche bei der Untersuchung abzudecken, kommt zusätzlich eine dünne Sonde zum Einsatz, die ebenfalls rektal eingeführt wird. Viele Urologen führen zusätzlich auch noch einen Ultraschall durch, mit dem Prostata und Blase untersucht werden.
Sollte es beim Patienten im Vorfeld oder während der Untersuchung zu Fragen, Ängsten oder Unsicherheiten kommen, ist dies völlig normal und sollte dem Arzt unbedingt mitgeteilt werden, um für eine entspannte Atmosphäre zu sorgen.
Was passiert, wenn ein Prostatakarzinom entdeckt wird?
Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern, über 25 Prozent aller Tumore befinden sich in diesem Bereich.
Im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen besitzt Prostatakrebs die Eigenschaft, dass sein Verlauf von Mann zu Mann sehr unterschiedlich sein kann – während Tumore bei der einen Person sehr langsam wachsen und oft gar nicht gefährlich werden, wachsen sie bei anderen sehr schnell und sind äußerst aggressiv.
Eine Operation ist also nicht immer zwingend notwendig: Wenn der Tumor langsam wächst, reicht es aus, ihn zu beobachten, denn operative Eingriffe an der Prostata können Nebenwirkungen wie bspw. Potenzprobleme auslösen und sind daher nicht immer sinnvoll bzw. notwendig.
Bei aggressiven Tumoren ist eine frühzeitige Diagnose äußerst wichtig, da dann die Chancen sehr gut stehen, den Tumor operativ oder mithilfe von Bestrahlung zu entfernen und so schlimmeres zu verhindern.
Wir können daher allen Männern nur empfehlen, die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen ab einem gewissen Alter nicht länger als nötig aufzuschieben – in den meisten Fällen ist die Untersuchung lange nicht so unangenehm wie von vielen befürchtet und man steigert die Chance für die frühzeitige Erkennung und damit erfolgreiche Heilung von Krankheiten enorm.
Wer weitere Fragen rund um die Themen Prostata und Männergesundheit hat, kann sich bei der Prostata Hilfe Deutschland umfassend informieren.
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