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Vorsicht bei hohen Temperaturen: Medikamente können Wirksamkeit verlieren

Wenn die Temperaturen steigen, kann dies auch Medikamente in Mitleidenschaft ziehen – hierbei kann es zu Verformungen, einem kompletten Verlust der Wirksamkeit oder unerwünschten Nebenwirkungen kommen. In diesem Artikel erfährst du, worauf man achten sollte.

Wieso ist die Hitze so gefährlich?

Dauerhafte Temperaturen über 30 Grad im Sommer sind in Deutschland in den letzten Jahren zur Normalität geworden – dies kann nicht nur für Menschen zum Problem werden, sondern auch bei einigen Medikamenten Schäden verursachen.

Dabei reagieren Medikamente je nach Beschaffenheit sehr unterschiedlich: Zäpfchen und dosierbare Aerosole können bspw. ihre Wirkung verlieren, Spraydosen können bei zu hohen Temperaturen auch feine Risse bekommen, durch die der Wirkstoff entweicht. Einnahmefertige Arzneimittel sollten deshalb immer bei Temperaturen unter 25 Grad gelagert werden.

Die Anti-Baby-Pille ist besonders gefährdet

Besondere Vorsicht ist bei Hormonpräparaten wie der Anti-Baby-Pille geboten, die wegen der Zusammensetzung ihrer Wirkstoffe viel empfindlicher für hohe Temperaturen sind als andere Medikamente. Auch hier gilt für die Lagerung eine Temperaturgrenze von maximal 25 Grad Celsius, da sonst die Wirksamkeit verloren gehen und es zu ungewollten Schwangerschaften kommen kann.

Wie sollten Medikamente gelagert werden?

In vielen Haushalten werden Medikamente falsch gelagert – meistens befindet sich der Lagerort im Badezimmer, hier ist es jedoch durch die Nutzung von Dusche und Badewanne oft warm und feucht, was suboptimal für die Hausapotheke ist. Besser geeignet sind das Schlafzimmer (sofern es nicht direkt unter dem Dach liegt) oder kühle Räumlichkeiten im Keller.

Transport von Medikamenten auf Reisen

Wer bei hohen Temperaturen mit dem Auto oder der Bahn unterwegs ist und Medikamente mit sich führt, sollte auf einen korrekten Transport achten.

Ein Auto heizt sich schon bei 25 Grad Außentemperatur sehr schnell auf, wenn es beispielsweise zur Rast auf einem Parkplatz steht. Bei ausgeschaltetem Motor und einer hohen Außentemperatur kann es im Wageninneren zu Temperaturen bis zu 70 Grad Celsius kommen. Aus diesem Grund sollten Medikamente bei längeren Autofahrten immer in einer Kühltasche gelagert werden – hier ist zusätzlich darauf zu achten, dass die Mittel nicht direkt mit bspw. Kühlakkus in Kontakt kommen, da dies auch die Wirksamkeit beeinträchtigen könnte. Besser ist es, sie in ein Stofftuch einzuschlagen.

Auch bei Impfstoffen, Insulin und Schmerzpflastern ist besondere Vorsicht geboten

Von allen in Deutschland regelmäßig verordneten Medikamenten sind ca. fünf Prozent besonders temperaturanfällig und müssen bei Temperaturen unter 8 Grad Celsius gelagert werden, um ihre Wirksamkeit er erhalten, hierzu zählen diverse Impfstoffe, aber auch Glaukom-Augentropfen und Insulin. Wenn man den Transport solcher Mittel plant, sollte statt einer Kühltasche ein kleiner Kühlschrank verwendet werden, der direkt über das Auto oder eine Batterie läuft.

Auch bei rezeptpflichtigen Schmerzpflastern sollte man Vorsicht walten lassen, denn ihre Wirkstoffe werden über die Haut aufgenommen – wenn in der Umgebung hohe Temperaturen herrschen, kann es vorkommen, dass sie diese schneller als üblich abgeben, was beim Patienten u.a. zu Kreislaufproblemen, Übelkeit und Erbrechen führen kann. Deshalb sollte man solche Pflaster zur Sicherheit immer unter der Kleidung und nicht auf der nackten Haut tragen, um direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden – das gilt übrigens auch für Nikotinpflaster.

Wenn du dir nicht sicher bist, welche Eigenschaften bestimmte Medikamente haben, solltest du dir immer zunächst den Beipackzettel durchlesen und im Zweifel einen Arzt oder Apotheker um Rat fragen.

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