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Todesursache Sepsis – Viele Fälle könnten vermeidbar sein

In Deutschland zählt Sepsis, auch Blutvergiftung genannt, zu den häufigsten Todesursachen. Einige Mediziner sind der Meinung, dass viele schwere Verläufe vermeidbar wären und eine Sepsis, wie z. B. ein Herzinfarkt, als Notfall behandelt werden müsse. Ebenso gibt es bestimmte Symptome, die auf eine Sepsis hindeuten, aber oft übersehen oder falsch interpretiert werden.

Was macht eine Sepsis so gefährlich und woran kann man sie erkennen?

Die Hauptgefahr bei einer Sepsis liegt darin, dass sie oft nicht früh genug erkannt wird. Wer nicht rechtzeitig die richtige Behandlung erhält, kann unter Umständen an dieser Erkrankung sterben.

Bei einer Blutvergiftung denkt man zuerst an äußere Verletzungen, z. B. ein Schnitt an rostigem Metall oder ähnliches – auf diese Art und Weise kann eine Sepsis auch durchaus entstehen, viele wissen jedoch nicht, dass äußere Verletzungen nicht die einzige Gefahr sind. Auch andere Infektionsarten können starke Abwehrreaktionen des Körpers hervorrufen und dazu führen, dass das Immunsystem überreagiert. Diese Überreaktion kann die Beschädigung bzw. Zerstörung von Organen und Gewebe zur Folge haben.

Typische, aber auch relativ unspezifische Symptome sind Schüttelfrost und Fieber, oft kommen auch noch Desorientierung, Verwirrtheit oder beschleunigte Atmung und Puls hinzu.

Wieso könnten manche Todesfälle durch Sepsis vermeidbar sein?

Ca. 75.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an einer Blutvergiftung – manche Experten schätzen, dass jeder vierte Tod vermeidbar wäre. Dies läge vor allem daran, dass die Symptome oft mit einer Grippe verwechselt werden und die Betroffenen denken, dass sie nur einige Tage Bettruhe benötigen. Dadurch kann wertvolle Zeit verloren, wenn es sich in Wirklichkeit um eine Sepsis handelt. Schnelles Handeln kann also eine tödliche Gefährdung verhindern.

Sepsis infolge einer Covid-19 Erkrankung kann besonders gefährlich sein

Manche Patienten entwickeln erst sieben bis zehn Tage nach einer Covid-19 Diagnose ein schweres Krankheitsgefühl, insbesondere ältere Menschen scheuen in diesen Fällen jedoch aus Angst den Besuch im Krankenhaus oder beim Hausarzt. Dadurch wird oft der Zeitpunkt verpasst, zu dem eine schnelle Behandlung noch das Schlimmste hätte verhindern können. Auf diese Weise kann die Blutvergiftung zu einem Multi-Organ-Versagen führen und auch das Ende eines schweren Covid-19 Verlaufs sein.

Ab welchem Zeitpunkt wird eine Blutvergiftung gefährlich?

Diese Frage ist sehr individuell, denn es kommt darauf an, wie stark das Immunsystem der betroffenen Person ist. In manchen Fällen kann es schon nach wenigen Stunden zu einer ernsthaften gesundheitlichen Gefährdung kommen.

Was solltest Du tun, wenn der Verdacht auf Sepsis besteht?

Wenn der Verdacht besteht, dass du oder eine Person in deinem Umfeld unter einer Sepsis leidet, solltest du sofort unter 112 den Notruf wählen – ein falscher Alarm ist in diesem Fall besser als eine zu spät entdeckte Blutvergiftung, die unter Umständen tödlich enden kann. Äußere deinen Verdacht auch unbedingt gegenüber Sanitätern und Notarzt, da auch sie eine Sepsis nicht unbedingt immer in Betracht ziehen.

Wie sieht die Behandlung einer Blutvergiftung aus?

Patienten bekommen in der Regel zunächst ein Breitband-Antibiotikum und es wird sofort Blut abgenommen und mikrobiologisch analysiert, um den auslösenden Keim festzustellen. Sobald dieser bekannt ist, kann eine gezieltere Behandlung erfolgen.

Kann eine Blutvergiftung Spätfolgen nach sich ziehen?

Spätfolgen sind prinzipiell möglich, besonders bei Patienten mit schweren Verläufen kann es zu Gleichgewichtsstörungen, Nerven- oder Muskelschwächen sowie kognitiven Störungen kommen.

Ebenso kann es zu Amputationen von Fingern oder Zehen als Folge von Durchblutungsstörungen kommen.

Kann man einer Sepsis präventiv entgegenwirken?

Bei Menschen mit Vorerkrankungen besteht generell eine höhere Gefahr für die Entwicklung einer Sepsis, weil in diesen Fällen oft Reserven für eine Immunantwort fehlen, daher ist ein gesunder Lebensstil die beste Vorbeugung. Für Risikogruppen sind auch Impfungen ein wichtiges Mittel zur Prävention: Bei Menschen, denen die Milz entfernt wurde, wird beispielsweise eine Impfung gegen Pneumokokken empfohlen.

Generell sollte man auf allgemeine Hygienemaßnahmen achten (insbesondere an öffentlichen Orten) und offene Wunden immer sorgfältig reinigen.

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