Zuletzt aktualisiert: Mai 2021

Tabakkonsum in Deutschland – Aktuelle Situation & Trends

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jedes Jahr etwa 5 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens – das sind 11.000 Menschen täglich.

„Ein Gift, das nicht sofort wirkt, ist nicht weniger gefährlich“, warnte schon Ephraim Lessing, und auch das Rauchen, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr, richtet keinen unmittelbaren Schaden an, sondern zerstört die Gesundheit allmählich.

Jeder kennt die Gefahren des Rauchens von Kindheit an. Zigarettenrauch in direktem Kontakt mit der Lunge erhöht das Risiko für Krankheiten wie Krebs, Emphyseme, Lungenentzündungen, chronische Bronchitis und andere Krankheiten erheblich.

Starke Raucher leiden oft unter einer periodischen Verschlechterung des Sehvermögens, der Gelbfärbung von Nägeln und Zähnen sowie einer Zunahme der Anzahl von Falten, insbesondere im Gesicht. Männer, die rauchen, haben ein höheres Risiko von Impotenz. Bei Frauen kann das Rauchen die Fruchtbarkeit vermindern und zu Komplikationen während der Schwangerschaft führen, z.B. einer Frühgeburt des Fötus.

Und doch können viele Raucher die schlechte Angewohnheit nicht aufgeben und hoffen, dass gerade sie von den Folgen des Tabakkonsums verschont bleiben.

Wie viele Menschen in Deutschland sind Raucher?

Hierzulande liegt der Anteil an Rauchern in der Bevölkerung laut Experten bei ca. 29 Prozent, damit ist die Zahl der Raucher seit den 1950er Jahren um 22 Prozent gesunken.

Darüber hinaus ist der Absatz von Tabakprodukten trotz obligatorischer Warnaufkleber auf Zigarettenpackungen und allgemein steigender Tabakpreise seit Mitte der neunziger Jahre nur relativ langsam zurückgegangen. Im Jahr 1996 lag der Anteil der Raucher beispielsweise noch bei etwa 39 Prozent in der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland.

Spielen Einkommen und sozialer Status eine Rolle beim Rauchverhalten?

Laut Statistiken ist der Anteil von Rauchern in sozial schwachen Gesellschaftsschichten deutlich höher. Männer ohne Beruf und Frauen in Niedriglohn-Jobs rauchen am häufigsten, während Studenten und Ärzte am wenigsten rauchen. Bei Männern in Deutschland, deren Durchschnittseinkommen weniger als 730 Euro pro Monat beträgt, liegt der Anteil der Raucher bei 43%, während bei einem durchschnittlichen Einkommen ab 3350 Euro pro Monat nur 23% rauchen.

In sozial schwachen Familien wird im Schnitt jeder fünfte Euro für Zigaretten ausgegeben, Kosten für die Behandlung der Folgen verschiedener rauchbedingter Krankheiten belasten das knappe Familienbudget oft noch zusätzlich.

Im Durchschnitt gibt eine Familie in Deutschland 5,5 Prozent ihres Einkommens für Tabak aus.

Rauchen erhöht das Risiko für bestimmte Erkrankungen erheblich

Auch wenn die Zigarette von vielen noch als Mittel zur Entspannung oder Konzentrationsförderung gilt, sieht die Realität anders aus: nach den Ergebnissen britischer Studien reicht das Nikotin, das in nur einer Zigarette vorhanden ist, aus, um die Konzentrationsfähigkeit deutlich zu mindern und die Reaktionen auf unerwartete Veränderungen in der Umwelt zu verlangsamen.

Tabakkonsum erhöht das Risiko, akute Störungen des Gehirnkreislaufs (Hirninfarkt bzw. intrazerebrale Blutung) zu entwickeln, zudem steigt vor allem bei Männern die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden. Zudem ist Tabakrauchen ein aggressiver Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In den Vereinigten Staaten werden jährlich ca. 150.000 Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Rauchen registriert, in Deutschland sind es rund 90.000 Fälle.

Durch den Tabakrauch gelangt eine große Anzahl von Chemikalien über die Lunge in den Blutkreislauf und erhöht auf diese Weise das Risiko für Lungenentzündungen, Emphyseme, chronische Bronchitis und andere Lungenerkrankungen erheblich. Auch die allgemeine Wundheilung kann durch Tabakkonsum negativ beeinflusst werden.

Wie hat sich die Gesetzeslage in Bezug auf Tabakprodukte über die Jahre geändert?

Vor einigen Jahrzehnten war das Rauchen in Deutschland noch beinahe überall erlaubt. Das erste Verbot trat 1975 auf und betraf ein Werbeverbot für Zigaretten in Radio und Fernsehen. Kinos durften aber nach wie vor Werbung für Tabakprodukte machen und auch Werbung auf Plakaten blieb weiterhin erlaubt.

In den 80er Jahren wurde die erste ernsthafte Einschränkung beschlossen: das Rauchen wurde in Flugzeugen und später auch in Flughafengebäuden verboten. An Bahnhöfen wurde das Rauchen jedoch erst im September 2007 durch die Einführung eines gesonderten Gesetzes eingeschränkt.

Bis 2006 hatten Züge noch einzelne Wagen, in denen geraucht werden durfte. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es lediglich kleine Raucherbereiche an Flughäfen und Bahnhöfen, die entweder im Freien oder strikt von den restlichen Räumlichkeiten abgetrennt sind.

Das Rauchen in öffentlichen Gebäuden, wie z. B. Verwaltungen oder Schulen, ist in Deutschland gänzlich verboten und auch in beinahe allen öffentlichen Räumen, in denen Essen serviert wird, z. B. Restaurants oder Pubs, ist der Tabakkonsum heutzutage untersagt.

Lediglich im privaten Bereich gibt es so gut wie keine Einschränkungen, zudem bleibt Deutschland das einzige Land, in dem nach wie vor gewisse öffentliche Werbung für Tabakprodukte erlaubt ist (wenn auch mit Einschränkungen).

Motivationen, um mit dem Rauchen aufzuhören

  • Durch das Rauchen einer Zigarette verliert eine Person ca. 15 Minuten ihres Lebens.
  • Abhängig von dem Zeitraum, in dem geraucht wurde und natürlich der Menge der konsumierten Zigaretten, verkürzt sich die Lebensdauer eines Rauchers in der Regel um 2 -10 Jahre.
  • 90% der Personen, die an Lungenkrebs erkranken, sind starke Raucher, auch wurde ein direkter Zusammenhang zwischen Tuberkulose und dem Rauchen nachgewiesen
  • Mit dem Rauchen gefährdet man nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die von anderen Personen in der Nähe, die die Tabakdämpfe einatmen.

Wenn du mit dem Rauchen aufhören willst, gilt in jedem Fall: je früher, desto besser. Je länger ein Mensch raucht, desto schwieriger wird die Entwöhnung – hierbei raten die meisten Experten zu einem „kalten Entzug“ statt langsamer Entwöhnung, da hier die Erfolgsaussichten höher sind. Ebenfalls wichtig ist es, bei einem Rückfall nicht gleich aufzugeben und von vorne anzufangen.

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