Zuletzt aktualisiert: Dezember 2020

Steigt im Alter das Risiko, an Krebs zu erkranken?

Krebs ist ein stetiger Begleiter im Leben von vielen Menschen, sei es die Angst vor dem Krebs oder der Umgang mit einer Krebsdiagnose. Scheinbar steigen die Zahlen der Krebsfälle im Alter rapide an, doch kann man Krebs wirklich als Alterskrankheit bezeichnen und wenn ja, wie kommt es dazu? Diese und weitere Fragen möchten wir dir in diesem Artikel beantworten.

Handelt es sich bei Krebs um eine Alterskrankheit?

Um die Frage zu beantworten, ob Krebs eine Alterskrankheit ist, müssen wir uns die Statistiken anschauen. Die letzte Statistik, die es aktuell zum Thema Krebs im Alter gibt, stammt aus dem Jahr 2014. Laut Robert Koch-Institut kam es 2014 zu rund 480.000 Neuerkrankungen, von denen rund 35 Prozent der Betroffene älter als 75 Jahre waren – damit führen die Senioren die Statistik an.

Woran liegt das?

Forschern und Wissenschaftlern zufolge erhöht sich das Krebsrisiko im Alter durch verschiedene Faktoren, so wird z. B. vermutet, dass die Leistungsfähigkeit des Immunsystems im Alter schwächer wird und sich DNA-Reparaturmechanismen abschwächen. Auch die sogenannten „freien Radikalen“ lassen sich bei älteren Menschen häufiger finden, was ebenfalls dafür sorgt, dass die Anfälligkeit für Krankheiten im Allgemeinen steigt.

Zudem bekommt man Krebs nicht über Nacht. Oftmals vergehen viele Jahre, in denen sich der Krebs unbemerkt weiterbildet und aus einer gesunden Zelle ein Tumor entsteht. Wenn die Krankheit erst im höheren Alter entdeckt wird kann es also sein, dass er schon viele Jahre unentdeckt im Körper existiert hat.

Nicht bei jedem Krebs erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung im Alter

An dieser Stelle muss gesagt werden: die oben erwähnte Statistik basiert lediglich auf allen Neudiagnosen und berücksichtigt nicht, um welche Krebsart es sich genau handelt. Wenn man die verschiedenen Formen der Erkrankung berücksichtigt und in Gruppen einteilt, lassen sich große Unterschiede feststellen, beispielsweise ist die Hauptkrebserkrankung bei Frauen und Männern unter 20 Jahren Blutkrebs (Leukämie).

Statistiken der typischen Krebsformen im Alter

Um zu veranschaulichen, wie stark sich das Krebsrisiko im Alter erhöht, haben wir hier die häufigsten Krebsformen aufgelistet und geben in Prozent an, wie sich das Risiko einer Erkrankung ab dem 75. Lebensjahr verändert. Diese Statistiken beziehen sich auf eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg aus dem Jahre 2017:

  • Gallenblasen und/oder Gallenwegs-Krebs: 53 %
  • Harnblasenkrebs: 51 %
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs: 46 %
  • Magenkrebs: 45 %
  • Darmkrebs: 45 %

Präventionsmaßnahmen sind auch im Alter noch wichtig

Bei Krebs gilt ganz besonders das Motto „Prävention ist die beste Medizin“.

Auch wenn man in seinem bisherigen Leben noch nie ernsthaft über Krebsprävention nachgedacht hat, ist es nie zu spät damit anzufangen. Gerade wenn mit fortschreitendem Alter das Immunsystem schwächer wird ist es wichtig, seinem Körper dabei zu helfen, sich selbst gesund zu halten, zudem können sich positive Veränderungen im Lebensstil sich sehr schnell bemerkbar machen.

Wie kann diese Prävention aussehen?

Ein gesunder Lebensstil ist das A und O. Hierbei sollten vor allem allgemein gültige Regeln beachtet werden, also eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährung, die Reduzierung oder den Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie ausreichend Bewegung, am besten an der frischen Luft. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, die Haut mit Sonnencreme zu schützen.

Regelmäßige Kontrollbesuche beim Arzt werden mit zunehmendem Alter auch immer wichtiger, bei Frauen vor allem zur Vorsorge von möglichen Brustkrebserkrankungen, regelmäßige ärztliche Kontrollen machen aber natürlich auch in jüngeren Jahren Sinn.

Sollten bestimmte Krebserkrankungen besonders häufig in der eigenen Familie vorkommen ist es auch ratsam, dies seinem Arzt so früh wie möglich mitzuteilen – auf diese Weise kann er verstärkt auf Symptome achten, denn in der Bekämpfung von Krebs ist eine frühe Entdeckung oft ein ausschlaggebender Faktor, ob die Therapie dagegen anschlägt.

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