April 2020 | Lesezeit 2 Minuten


Staatliche Hilfen für Therapeuten in der Corona-Krise 

Infolge der aktuell grassierenden Corona-Pandemie sind die Patientenzahlen in therapeutischen Berufen in den letzten Wochen – wie in den meisten anderen Branchen auch – massiv eingebrochen, auch wenn Berufe wie bspw. Heilpraktiker oder Physiotherapeuten als sog. “Heilmittelerbringer” offiziell zu den systemrelevanten Tätigkeiten gehören und von Sperrungen ausgenommen sind.  

Dennoch sagt ein Großteil der Patienten ihre Termine ab oder erscheinen einfach nicht – teils aus Angst vor einer Infektion, teils weil sie davon ausgehen, dass die Einrichtungen geschlossen sind. 

Die Verbände für niedergelassene Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten hatten vor dieser Entwicklung schon Ende März gewarnt und einen Umsatzeinbruch von 70-90 Prozent vorausgesagt, zudem hatten zu diesem Zeitraum bereits viele Praxen Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter angemeldet – ein Großteil davon wird zurzeit von Existenzängsten geplagt. 

Geld in Hosentasche

Das Bundesgesundheitsministerium plant nun u.a. auch Hilfsmaßnahmen für Therapeuten, um die Corona Krise zu überstehen - ob diese ausreichen werden, ist allerdings noch unklar.

Welche Hilfsmaßnahmen sind geplant?

Um die finanziellen Folgen dieser Ausfälle abzumildern und die Liquidität für betroffene Einrichtungen sicherzustellen, hat das Bundesgesundheitsministerium in dieser Woche Pläne für einen Schutzschirm verabschiedet, der die bereits beschlossenen Hilfsmaßnahmen für niedergelassene Ärzte oder Krankenhäuser ergänzen soll. 

Therapeutische Berufe, die ausgefallene Arbeitsleistungen nicht einfach nach der Corona-Krise nachholen können, sollen demnach einen einmaligen Zuschuss erhalten, dessen Höhe 40 Prozent aller Vergütungen aus dem 4. Quartal des Jahres 2019 entspricht. Dieser muss nicht zurückgezahlt werden. Auch Zahnärzte oder Reha-Einrichtungen sollen mit ähnlichen Hilfsmaßnahmen entlastet werden. 

Desweiteren sollen Zusatzkosten, die durch erhöhte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen entstanden sind (z.B. Kosten für zusätzliche Atemschutzmasken, Schutzhandschuhe oder Desinfektionsmittel) ebenfalls erstattet werden. 

Insgesamt soll der finanzielle Umfang des Schutzschirms bis zu 10 Milliarden Euro betragen. 

Dennoch werden in der Politik, vor allem aus der Opposition, schon jetzt Stimmen laut, die die Ausweitung des Schutzschirms auf weitere Berufsgruppen zwar gutheißen und als überfällig bezeichnen, deren Höhe allerdings als zu gering einschätzen. 

So betonte bspw. die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink, dass die Einmalzahlung von 40 Prozent für drei Monate in vielen Fällen nicht ausreichen werde, um die Existenz von Betrieben dauerhaft zu sichern. 

Inwiefern die geplanten Maßnahmen ausreichen werden, wird sich erst in einigen Monaten zeigen und hängt auch maßgeblich davon ab, wie lange die strikten Kontaktverbote und Isolationsmaßnahmen noch aufrechterhalten werden müssen. 

Eine offizielle Anlaufstelle für Betroffene zur Beantragung der Hilfsmaßnahmen gibt es aktuell noch nicht - wir werden das Thema auf jeden Fall im Auge behalten und informieren Dich an dieser Stelle, sobald es Neuigkeiten gibt. 

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