Januar 2021

Sinkt das Risiko einer Harnwegsinfektion durch vegetarische Ernährung?

Es brennt beim Wasser lassen? In diesem Fall denkt man schnell an eine Harnwegsinfektion. Neuen Studien zufolge soll das Risiko einer Harnwegsinfektion sinken, wenn man sich vegetarisch ernährt.

Was genau dahinter steckt und wie eine Harnwegsinfektion überhaupt ausgelöst wird, erfährst du in diesem Artikel.

Wie kommt es generell zu einer Harnwegsinfektion?

Schmerzen beim Urinieren, häufiger Drang zur Toilette zu müssen und in manchen Fällen sogar Blut im Urin sind die typischen Symptome einer Harnwegsinfektion. Vor allem Frauen leiden vermehrt an dieser unangenehmen Infektion.

Ein Harnwegsinfekt kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden und ist im Prinzip nur ein Schutzmechanismus des Körpers, der aktiviert wird, wenn Erreger wie beispielsweise Escherichia Coli oder Enterokokken in die Harnröhre gelangen und der Körper versucht, diese auszuscheiden.

Es gibt mehrere Möglichkeiten für die Erreger, um in die Harnröhre zu gelangen, in den meisten Fällen kommen sie jedoch durch den Darmausgang in die Harnröhre – dort vermehren sie sich und steigen in das höhere Gewebe auf. Der Körper reagiert auf das Eindringen der Erreger, indem er versucht, diese durch häufiges Wasserlassen wieder auszuscheiden.

Übersicht über die möglichen Ursachen von Harnwegsinfektionen:

  • Geschwächtes Immunsystem
  • Hormonelle Veränderungen
  • Extreme Intimhygiene
  • Nutzung eines Katheters
  • Geschlechtsverkehr
  • Mangel an Flüssigkeit
  • Erkrankungen der Nieren und des Harnweges

Wieso Frauen vermehrt an Harnwegsinfektionen leiden

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau an einem Harnwegsinfekt leidet, ist erheblich größer als bei Männern. Dies liegt vor allem daran, dass die Frau eine verkürzte Harnröhre hat, die es den Bakterien und Erregern vereinfacht, sich zu verbreiten und in die Harnblase zu gelangen. Bei Männern ist die Harnröhre erheblich länger und die Wahrscheinlichkeit, dass die Erreger durch den Urin ausgeschieden werden, ist bei Weitem höher als bei Frauen.

Kann das Risiko, an einer Harnwegsinfektion zu leiden, durch vegetarische Ernährung minimiert werden?

Neue Erkenntnisse von Wissenschaftlern der Tzu Chi University in Hualien in Taiwan thematisieren den Einfluss einer vegetarischen Ernährung auf den Harnweg und den Schutz vor einer Harnwegsinfektion. Diese Studie wurde im wissenschaftlichen Magazin „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

9724 Männer und Frauen nahmen in Taiwan an der Studie teil, von diesen Personen ernährten sich 3040 Menschen vegetarisch. Die Studie wurde über einen Zeitraum von 10 Jahren durchgeführt, in dieser Zeit gab es unter den teilnehmenden Personen 661 Fälle einer Harnwegsinfektion. Nach genaueren Untersuchungen kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass das Risiko, an einer Harnwegsinfektion zu leiden, bei Vegetariern um rund 16 % geringer ist. Es wurde ebenfalls festgestellt, dass das Risiko einer Harnwegsinfektion bei Nichtrauchern geringer ist.

Wie kommt es zu diesem Unterschied?

Menschen, die Fleisch essen und Menschen, die kein Fleisch essen haben eine andere Zusammensetzung von Darmmikroben, da sich der Darm an die Ernährung anpasst. Beispielsweise nehmen Vegetarier vermehrt pflanzliches Protein und Ballaststoffe zu sich, sodass andere Bakterien benötigt werden als bei Menschen, die regelmäßig Fleisch konsumieren. Die Wissenschaftler vermuten, dass es dieser hohe Anteil an Ballaststoffen im Darm den typischen Erregern wie E. Coli erschweren zu überleben.

Zudem wird vermutet, dass es bei Fleischessern zum Verzehr von verunreinigtem Fleisch kommen kann, wodurch ebenfalls Erreger in die Harnröhre gelangen können. Diese Theorie wird durch weitere Fakten gestärkt, z. B. konnten bei diversen Harnwegsinfekten bestimmte E. Coli Bakterien gefunden werden, die sonst nur in tierischen Organismen vorkommen.

Es werden noch genauere Untersuchungen durch die Wissenschaftler der Tzu Chi University in Taiwan erfolgen, doch schon jetzt kann dieses Wissen vielen Menschen weiterhelfen, denn Harnwegsinfektionen sind besonders problematisch, wenn diese regelmäßig auftreten und von sogenannten „multiresistenten Erregern“ ausgelöst werden. Eine Anpassung der Ernährungsweise kann hierbei eine Möglichkeit sein, um die Erkrankung in den Griff zu bekommen.

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