​Januar 2019 Lesezeit ​2 Minuten


​Zu viel Salz schadet offensichtlich weniger als zu wenig Salz!

Salz spielt in unserer Ernährung eine große Rolle. Häufig wird dieses Thema eher mit dem Etikett „Zu viel ist ungesund“ versehen. Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht wurde, berichtet das Gegenteil: das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere für Schlaganfall, ist ​vor allem bei Menschen erhöht, die durchschnittlich weniger als fünf Gramm Natrium zu sich nehmen.

​Kochsalz ist nicht nur wichtiges Gewürz sondern als Lieferant notwändiger Elektrolyte auch unerlässlich für die physiologische Funktion des Körpers. Wie viel man davon zu sich nehmen sollte wird aber immer wieder diskutiert.

​​Gesundheitliche Nachteile erst über 12,5g messbar

Die aktuellen offiziellen Empfehlungen gehen von deutlich geringeren Werten aus: So rät die WHO zu maximal fünf Gramm Salz (entspricht zwei Gramm Natrium), die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens sechs Gramm Salz (entspricht 2,4 Gramm Natrium). Übrigens:  Einen Zusammenhang zwischen dem Salzkonsum und Herzinfarkt- und Sterblichkeitsrate könnten die Forscher nicht sehen. Im Gegenteil: Niedriger Salzkonsum ist verbunden mit einem leicht erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Prof. Dr. Andreas Zeiher, Direktor der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Frankfurt am Main und angehender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK): „Die Menschen dürfen und sollen, zumindest was das Salz betrifft, so essen, dass es ihnen schmeckt“.

Wie ist das aber bei Senioren, bei denen häufig eine salzarme Ernährung empfohlen wird?Hyponatriämie ist die Bezeichnung  für einen Natriummangel im Blut. Für ältere Menschen kann dies etliche gesundheitliche Folgen haben: Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Müdigkeit oder auch eine Neigung zu Stürzen.

Dr. Dag Schütz, Direktor der Klinik für Geriatrie/Altersmedizin am Evangelischen Krankenhaus Essen-Werden dazu: "Schon eine leichte Hyponatriämie kann eine Veränderung der Konzentrations- und der Reaktionsfähigkeit auslösen, die mit einem Alkoholgehalt von etwa 0,6 Promille zu vergleichen ist".

Eine Hyponatriämie sei keineswegs selten: "Im klinisch-geriatrischen Alltag haben nahezu 20 Prozent aller bettlägerigen Patienten bei stationärer Aufnahme eine verminderte Natriumkonzentration im Serum", so der Arzt.

Statt salzarmer Ernährung ist also auch hier ein vernünftiger Umgang mit Salz angesagt. Zu wenig ist nicht gleich gut!