Juli 2019 Lesezeit 4 Minuten


Natürlich Vitamine sind gesünder

Eine große Studie aus den USA will nachweisen können, dass Inhaltsstoffe aus Nahrungsergänzungsmitteln in keinem Verhältnis zur Sterberate stehen. Eine Forschergruppe aus Boston hat ermittelt, dass die Vitamine A und K sowie die Mineralien Magnesium und Zink, die gemeinhin mit geringeren Sterberaten in Verbindung gebracht werden, aus herkömmlicher Nahrung in den Körper gelangen und nicht aus Nahrungsergänzungsmitteln.

Vitamine und Mineralstoffe, die der Mensch durch natürliche Kost aufnimmt, sind gesünder als Nahrungsergänzungsmittel, meinen Forscher. 

Für die groß angelegte Studie wurden Daten von knapp 30000 Amerikanern erfasst. Die Forscher stützten sich dabei auf statistische Daten eines amerikanischen Forschungsprogramms (National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES))im Zeitraum zwischen 1999 und 2010, die im gleichen Zeitraum mit dem nationalen Sterberegister abgeglichen wurden.

Detaillierte Angaben über Ernährung

Im Rahmen des Forschungsprogramms machten die Probanden Angaben über ihre Ernährung und den Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln. Im Laufe der Studie haben die Wissenschaftler die Menge der Vitamine und Mineralien aus der Nahrung ermittelt, und das unabhängig von den jeweiligen Inhaltsstoffen der Ergänzungsmittel. Auf diese Weise konnten sie die  Menge der jeweiligen Quelle für die aufgenommenen Mineralien und Vitamine ermitteln und zuordnen.  

Kein signifikanter Zusammenhang

Im ersten Durchlauf wurden die statistischen Daten um Faktoren wie Geschlecht, Alter und Ethnie bereinigt. Hier, so die Forscher, sei noch ein immanenter Zusammenhang zwischen dem Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln und einer geringeren Sterberate erkennbar. Als allerdings weitere mögliche Einflüsse auf das Ergebnis extrahiert wurden, darunter Faktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Einkommen und sportliche Aktivität, verzeichneten die Wissenschaften keinen signifikanten Zusammenhang mehr.

Wichtig: Magnesium und Vitamin K

Im Ergebnis bringe es demnach nichts, dem Körper ohne Not Nahrungsergänzungspräparate zuzuführen, so die Schlussfolgerung. Festgestellt wurde anhand der Studie, dass eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Magnesium und dem Vitamin K generell mit einem geringeren Todesrisiko verbunden sei. Eine geringere Sterberate in Zusammenhang mit Herz-Kreislauferkrankungen verzeichneten die Forscher auch bei einer angemessene Aufnahme der Vitamine A und K sowie dem Spurenelement Zink.

Vorsicht bei Kalzium

Hingegen würde sich das Krebsrisiko bei einer übermäßigen Aufnahme von Kalzium erhöhen. Grundsätzlich konnten die Forscher nach eigener Aussage dokumentieren, dass diese Vitamine und Mineralstoffe nur dann einen positiven Effekt auf die Gesundheit hätten, wenn sie über natürliche Nahrung aufgenommen würden. Kalzium als Inhaltsstoff von Nahrungsergänzungsmitteln könne beispielsweise gefährlich werden, wenn es dem Körper in Mengen von mehr als 1000 Milligramm pro Tag zugeführt werde.

Komplexe Wechselwirkungen

Dieses Risiko würde bei dem in natürlicher Nahrung enthaltenem Calcium nicht bestehen. Trotzdem sehen die Wissenschaftler die Problematik, einzelne Nährstoffe statistisch mit dem allgemeinen Sterberisiko zu verbinden. Die Wechselwirkungen seien eben sehr komplex. Außerdem büße die Studie wegen des kurzen Vergleichszeitraums von 24 Stunden an Aussagekraft ein.

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