April 2020 | Lesezeit 6 Minuten


Mundschutz und Atemschutzmasken - Wie benutzt man sie richtig und wie sinnvoll ist es, sie zu tragen?

Für alle Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind, ist das Tragen von Arbeitsschutzkleidung extrem wichtig um das Risiko einer Ansteckung mit Krankheitserregern so weit wie möglich zu minimieren – in Zeiten der Corona-Pandemie gilt dies ganz besonders.  

Ein Teil der Schutzausrüstung ist zurzeit vor allen anderen in (bzw. auf) aller Munde: Der Mundschutz. Alles, was Du dazu wissen musst, erfährst Du in diesem Artikel. 

Mundschutze und Atemschutzmasken werden nach wie vor fast überall benötigt, sind zurzeit allerdings kaum zu bekommen.

Was musst Du beim Tragen der Arbeitsschutzkleidung beachten? 

Atemschutzmasken bzw. Mundschutze zählen momentan weltweit zu den begehrtesten Gütern im medizinischen Bereich – in vielen Krankenhäusern, Arztpraxen oder Pflegeeinrichtungen sind entweder gar keine oder viel zu wenige vorhanden, vielerorts helfen sich die Menschen, indem sie die Masken selbst nähen oder stattdessen Tücher oder Schals verwenden. 

Zudem gibt es auch Unterschiede in der Wirksamkeit und Beschaffenheit von Masken – grob gesagt wird unterschieden zwischen dem Mund- und Nasenschutz, der nur für den einmaligen Gebrauch gedacht und aus dem Klinikalltag bekannt ist, und Atemschutzmasken, die speziell für den Schutz vor Viren entwickelt wurden und über einen eingebauten Filter verfügen. 

Im Folgenden werfen wir einen Blick auf beide Modelle und zeigen Dir, welche Vor- und Nachteile jeweils bestehen und wie Du die Masken richtig benutzt. 

Welchen Schutz bietet der „einfache“ Mundschutz? 

Am bekanntesten und momentan auch überall zu sehen ist der Mund- und Nasenschutz, der auch als „Mundschutz“ oder „chirurgische Maske“ bezeichnet wird. Er soll vor Sekrettropfen und Erregern schützen und besteht normalerweise aus Vlies und Papier, das in mehreren Lagen verarbeitet wird. Der Mundschutz ist dazu in der Lage größere Partikel abzuhalten, allerdings ist der Schutz vor Viren nur sehr gering, da sie nicht über die nötigen Filter verfügen – dennoch ist die Verwendung dieser Art von Schutz besser, als gar keine Maske zu tragen, allerdings muss darauf geachtet werden, diese auch regelmäßig zu wechseln – für medizinisches Personal gilt hier die Faustregel, den Mundschutz nie länger als eine Schicht zu tragen. 

Zudem ist es hier wichtig zu erwähnen, dass diese Art von Masken weniger ihre Träger als die Menschen in ihrem Umfeld schützt Hauptzweck des Mundschutz ist esden Ausstoß von Sekrettropfen einzudämmen, der vor allem beim Niesen oder Husten entsteht – ohne Schutzmaßnahmen können sich die Tröpfchen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 180 Kilometern pro Stunde über mehrere Meter hinweg verteilen.  

Egal ob mit oder ohne Maske: Es sollte immer darauf geachtet werden, statt in die Handflächen in die Armbeuge zu Husten oder zu Niesen, da auch auf diese Art und Weise die mögliche Verteilung von Krankheitserregern gebremst wird. 

Wie benutzt man den Mundschutz richtig? 

Umgangssprachliche sprechen wir bei dieser Form der Schutzkleidung nur vom „Mundschutz“was allerdings etwas irreführend ist, da sie eigentlich für Mund und Nase gedacht sind und immer darauf geachtet werden sollte, dass beide Bereiche ausreichend bedeckt sind. 

Um einen Austritt der Atemluft nach oben so weit wie möglich zu verhindern, sind im oberen Bereich der Maske dünne Metallbügel verarbeitet, die mit wenig Aufwand an Wangen- und Nasenpartie angepasst werden können und beim Tragen möglichst eng anliegen sollten.  

Wenn der Stoff nur den Mund bedeckt, fällt die Schutzwirkung deutlich geringer aus. 

Was unterscheidet einen Mundschutz von speziellen Atemschutzmasken?

Neben den klassischen Mundschutzen gibt es die sog. FFP Masken in den Filterklassen 1 bis 3, wobei „FFP“ für „Filtering Face Piece“ steht. Im Umgang mit Viren und anderen Krankheitserregern empfehlen sich die Filterklassen 2 und 3.  

Im Gegensatz zum einfachen Mundschutz besteht hier nicht nur ein erhöhter Schutz vor Infektionen für Menschen im direkten Umfeld, sondern auch für den Träger selbst, da in diesen Atemschutzmasken spezielle Filter verbaut werden. Die Masken kommen nicht nur im medizinischen, sondern auch im handwerklichen Bereich vor, bspw. wenn bei bestimmten Arbeiten eine Feinstaubbelastung entstehen kann. 

Ein Nachteil von FFP Masken ist, dass sie die Atmung spürbar erschweren, da ausschließlich Luft durch den Filter aufgenommen wird - gerade in körperlich anstrengenden Berufen wie dem des Krankenpflegers kann dies auf Dauer eine Belastung sein. Es gibt zwar auch FFP Atemschutzmasken, in die ein Ventil eingebaut ist, die das Atmen erleichtern, im Umgang mit Viren ist dies allerdings nicht zu empfehlen, da bei einer Infektion des Trägers auf diese Art und Weise Krankheitserreger durch die Atemluft nach außen dringen können. 

Unbedenklich wäre der Einsatz von Masken mit Ventilen bspw., wenn sie vom Personal auf einer Isolierstation verwendet werden, auf der sowieso schon alle Patienten positiv auf bestimmte Erreger (aktuell z.B. das Coronavirus) getestet wurden. 

Wie sollte man eine Schutzmaske aufsetzen und tragen? 

Während medizinisches Personal das Tragen von Mundschutz oder Atemschutzmasken gewohnt ist, kommen andere Personen im Zuge der aktuellen Corona-Krise zum ersten Mal mit dieser Art von Schutzkleidung in Kontakt – daher ist es kaum verwunderlich, dass der richtige Umgang damit erst noch erlernt werden muss.

Hier sind die wichtigsten Hinweise zur Nutzung für Mundschutz und Atemschutzmasken: 

  1. Vor die Schutzmaske aufgesetzt wird, sollten die Hände unbedingt gründlich mit Seife oder Desinfektionsmittel gereinigt werden 
  2. Die Maske muss sowohl Mund und Nase bedecken und möglichst eng anliegen, sodass keine Lücken zwischen Haut und Schutzmaske vorhanden ist 
  3. Wenn die Maske aufgesetzt wurde, sollte sie auf keinen Fall mehr mit den Händen berührt werden, da sich möglicherweise Krankheitserreger darauf ansammeln – sollte dies doch vorkommen, müssen die Hände ebenfalls unverzüglich mit Seife oder Desinfektionsmittel gereinigt werden 
  4. Wenn die Schutzmaske durchfeuchtet ist, sollte sie mit einer neuen Maske ersetzt werden – auch bei geringer Durchfeuchtung spätestens nach 8 Stunden Benutzung 
  5. Beim Absetzen der Maske sollte immer darauf geachtet werden, sie an den Bändern, nicht am Schutzvlies zu lösen und in einem Abfallbehälter mit Schutzabdeckung zu entsorgen.  
  6. Nach der Entsorgung müssen die Hände wieder mit Seife oder Desinfektionsmittel gereinigt werden 

Sind Mundschutz und Atemschutzmaske wiederverwendbar? 

Diese Frage würde kein Mediziner und auch kein Hersteller von Schutzkleidung guten Gewissens mit “Ja” beantworten, und in der Tat sollte man diese Art von Schutzausrüstung niemals zwei Mal verwenden, wenn ein ausreichender Vorrat an neuen Masken vorhanden ist, da hier vor allem bei nicht fachgerechter Handhabung das Infektionsrisiko erhöht wird anstatt es zu senken. 

Sollte allerdings – wie aktuell – ein Mangel an Schutzmasken bestehen, können diese im Notfall erneut verwendet werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 

  1. Die Maske wird von der gleichen Person benutzt, die sie auch zuvor getragen hat 
  2. Die Maske muss vor der erneuten Verwendung an trockener Luft gelagert werden, bis der letzte Rest von Feuchtigkeit verdunstet ist 
  3. Man kann sicher sein, dass keine Erreger von der Innen- auf die Außenseite gelangt sind (d.h., die Maske wurde vorher wie oben beschrieben verwendet) 
  4. Die Maske wurde mit hygienisch desinfizierten Händen abgesetzt und wird auch so wieder aufgesetzt 

Ein weiterer Hinweis: Einweg-Mundschutz und -Atemschutzmasken sollten niemals mit Desinfektionsmittel oder Wasser gereinigt werden, da dies ihre Funktionsfähigkeit einschränken kann.  

Wir weisen an dieser Stelle noch einmal darauf hin, dass wir die Wiederverwendung von Schutzmasken auf keinen Fall empfehlen und diese nur im äußersten Notfall erfolgen sollte.  

Sind selbstgenähte Masken, Tücher oder Schals eine Alternative?  

Aufgrund der aktuellen Knappheit von Schutzmasken beginnen immer mehr Personen damit, diese selbst zu nähen oder benutzen als Ersatz Stofftücher oder Schals – ein Vorteil hierbei ist, dass diese Provisorien gewaschen und somit mehrfach verwendet werden können, doch können Sie medizinische Mundschutze und Atemmasken ersetzen? 

Die Antwort lautet: Teilweise – Experten sind sich einig, dass diese Atemschutzmasken zwar nicht so wirkungsvoll sind wie professionelle Schutzausrüstung, dennoch können Sie die Verbreitung von Erregern durch die Atemluft spürbar vermindern. 

Im Zweifelsfall sollte man also die selbst hergestellten Alternativen benutzen, bevor man sich komplett ungeschützt unter Menschen begibt - zusätzlich ist es wichtig darauf zu achten, dass der verwendete Stoff bei mindestens 60 Grad gewaschen werden kann. Nur so sind die Masken auch sicher mehrfach nutzbar. 

Wer sollte einen Mundschutz tragen? 

Wie eingangs schon erwähnt, schützt ein einfacher Mundschutz seinen Träger nicht vor einer Infektion, sondern soll die Menschen im direkten Umfeld schützen, wenn man selbst infiziert ist.  

Wenn man keine Symptome zeigt und mit großer Wahrscheinlichkeit ausschließen kann, dass man selbst erkrankt ist, kann also auf das Tragen eines Mundschutzes verzichtet werden. 

Sinn macht die Verwendung vor allem für Menschen, die sehr viel Kontakt mit infizierten Personen haben (z.B. Ärzte oder Krankenpfleger) und daher nie völlig ausschließen können, selbst erkrankt zu sein, sowie für Personen, die positiv auf eine ansteckende Krankheit getestet wurden und/oder typische Symptome zeigen. 

Wenn man sich selbst für gesund hält, sollte man sich die Schutzausrüstung zurzeit also lieber für den Ernstfall aufbewahren oder sogar an Personen und Institutionen weitergeben, die sie momentan dringend benötigen. 

Wenn Du selbst erkrankt bist oder es vermutest, momentan aber keinen Zugang zu geeigneter Schutzausrüstung hast, haben wir hier eine Anleitung verlinkt, wie man sich selbst einen Mundschutz herstellt. 

Im Zweifelsfall raten wir Dir immer, bei Fragen zu möglichen Erkrankungen und Schutzmaßnahmen Deinen Hausarzt telefonisch zu kontaktieren. 

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