Mai 2019 Lesezeit 3 Minuten


Masern-Erkrankungen steigen

Das Image von Masern als Kinderkrankheit ist schon lange überholt. Mittlerweile hat sich mehr und mehr das Bewusstsein durchgesetzt, dass es sich bei den Masern um eine Erkrankung mit hohem Komplikationspotenzial handelt. Eigentlich sollte der Erreger wie die Pocken auch schon lange ausgerottet sein. Stattdessen steigt in Deutschland momentan die Zahl der Infizierten. Jüngstes Todesopfer ist ein in Niedersachsen lebender Erwachsener, der sich Anfang Mai mit dem Virus angesteckt hatte.

Masern sind eine ernst zunehmende Krankheit. 

Komplikationen möglich

Das Image von Masern als Kinderkrankheit ist schon lange überholt. Mittlerweile hat sich mehr und mehr das Bewusstsein durchgesetzt, dass es sich bei den Masern um eine Erkrankung mit hohem Komplikationspotenzial handelt. Eigentlich sollte der Erreger wie die Pocken auch schon lange ausgerottet sein. Stattdessen steigt in Deutschland momentan die Zahl der Infizierten. Jüngstes Todesopfer ist ein in Niedersachsen lebender Erwachsener, der sich Anfang Mai mit dem Virus angesteckt hatte. Ob die Infektion ursächlich für seinen Tod war, muss noch abschließend geklärt werden.Fest steht, dass die Masern schwere und auch tödliche Erkrankungsverläufe nehmen können. In Deutschland haben sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bis Ende März 2019 rund 390 Menschen mit den Erregern angesteckt. In ganz Europa sind laut Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2018 über 70 Menschen an Masern gestorben, angesteckt hätten sich über 80000 Personen. Grund für den Anstieg der Infektionskrankheit ist ein unzureichender Impfschutz. Ziel für Deutschland soll nach Plänen der Bundesregierung eine Impfquote von mindestens 95 Prozent sein. Erst dann soll es offenbar möglich sein, den Erreger vollständig ausrotten zu können.

Unzureichender Impfschutz

Nach jüngsten Erhebungen des RKI sind jedoch allein sieben Prozent der Erstklässler nicht ausreichend gegen Masern geimpft. Zwar hätten 2017 über 97 Prozent der Schulanfänger die Erstimpfung erhalten, bei der Zweitimpfung sank die Zahl hingegen auf knapp über 93 Prozent. Dabei ist gerade die zweite Impfung für eine ausreichende Immunität entscheidend.Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt sich deshalb für eine Impfpflicht ein. Im Zuge einer Masernerkrankung kommt es nicht selten zu Komplikationen wie Lungen- oder Hirnhautentzündungen.

Jeder 1000. Verlauf tödlich

Ungefähr jeder tausendste Verlauf der Erkrankung ist tödlich. Darüber hinaus können Menschen, die sich mit den Masern infizieren, auch an Spätfolgen wie an der subakuten sklerosierenden Panenzephalitis sterben. Die verpflichtenden Masern-Impfungen für Krankenhäuser, Kitas und Schulen sollen nach dem Willen des Gesundheitsministers ab 1. März 2020 gelten. Verstöße gegen die Impfpflicht werden zudem mit Geldstrafen geahndet. 

Auslöser sind Viren

Auslöser der Masern sind Viren, die auf der ganzen Welt vorkommen. Diese Viren sind hoch ansteckend. Etwa bei jedem zehnten Patienten treten Komplikationen auf. Masern können sich nur vom Menschen auf den Menschen übertragen. Die Viren werden bei Kontakt, aber auch durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Die Symptome von Masern sind:

  • Hohes Fieber
  • Husten
  • Schnupfen
  • Entzündungen des Nasen-Rachen-Raums
  • Entzündungen der Bindehaut

Nach einigen Tagen Ausschlag im Gesicht und hinter den Ohren, der sich über den ganzen Körper ausbreitet

Die Komplikationen, die durch die Viren hervorgerufen werden können, hängen mit einem stark geschwächten Immunsystem bei einer Masernerkrankung zusammen. Aus diesem Grund haben es weitere Krankheitserreger leicht, sich auszubreiten. Deshalb kommt es bei einer Masernerkrankung häufig zu Mittelohrentzündungen sowie Atemwegs- und Lungenentzündungen. Besonders gefürchtet ist die Hirnhautentzündung, die bei rund einem von 1000 Fällen auftritt. Diese kann zum Tod führen oder auch schwere Folgeschäden wie geistige Behinderungen hinterlassen. Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) tritt als Begleiterkrankung der Masern sehr selten auf und verläuft immer tödlich. Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Entzündung des Gehirns sowie des Nervensystems, die einige Jahre nach der eigentlichen Erkrankung auftritt. Wer eine Maserninfektion durchlebt hat, ist lebenslang immun gegen den Erreger.