Zuletzt aktualisiert: Dezember 2020

Leukämie – Symptome, Formen und Behandlung

Leukämie ist eine Krebserkrankung des Blutes bzw. des Rückenmarks. Die Krankheit kann auftreten, wenn ein Problem mit der Produktion von Blutzellen vorliegt.

Die meisten betroffenen Menschen sind über 55 Jahre alt, es ist gleichzeitig aber auch die häufigste Krebsart bei Menschen unter 15 Jahren. Akute Leukämie entwickelt sich schnell und wird auch schnell schlimmer, bei chronischer Leukämie verschlechtert sich der Zustand nur langsam.

Die Symptome

Die Symptome sind oft vage und unspezifisch, gerade in der Anfangsphase können sie auch leicht übersehen werden, da sie denen der Grippe und anderer häufiger vorkommender Krankheiten ähneln können.

In seltenen Fällen kann Leukämie bei Blutuntersuchungen für eine andere Erkrankung festgestellt werden.

Meistens setzt die akute Leukämie über einige Tage ohne Warnzeichen abrupt ein. Meistens kommt es zu einer raschen Verschlechterung des Allgemeinzustands und einer Kombination von Symptomen, die die Unfähigkeit des Knochenmarks widerspiegeln, normale Blutzellen aufgrund der Proliferation von Leukämiezellen zu bilden.

Es gibt eine große Anzahl von Symptomen, die auf Leukämie hinweisen können, jedoch je nach Art der Leukämie leicht variieren. Einige dieser Symptome sind jedoch untypisch und lassen im ersten Moment nicht an Leukämie denken.

Während der ersten Phase dieser Krankheit haben betroffene beispielsweise Fieber, das von Schüttelfrost begleitet wird.

Leukämie schwächt das Immunsystem der Patienten, was zu wiederholten Infektionen wie Bronchitis, Lungenentzündung oder chronischer Mandelentzündung führen kann.

Die Krankheit reduziert die Produktion von Thrombozyten im Blut, was zu unkontrollierten Blutungen (z.B. aus der Nase oder dem Zahnfleisch) und Blutergüssen führen kann, ohne dass ein Trauma erkennbar ist. So ist es auch durchaus nicht ungewöhnlich, kleine Blutflecken auf der Haut von Patienten zu sehen.

Wenn der Körper durch die bösartigen Zellen, die Leukämie verursachen, geschwächt wird, fühlen sich die Menschen sehr müde und es fehlt ihnen an Energie. Sie geraten bei geringster Anstrengung außer Atem, auch Schwindel oder Ohnmachtsanfälle gehören zum Krankheitsbild. Aufgrund der Verringerung der Anzahl normaler Blutzellen im Blut sehen Menschen mit Leukämie oft blass aus, sind anämisch und es kommt zu einem raschen Gewichtsverlust

Die verschiedenen Formen von Leukämie

Überschuss an weißen Blutkörperchen

Leukämie oder Blutkrebs ist durch eine erhöhte Produktion und/oder ein längeres Überleben der weißen Blutkörperchen gekennzeichnet, deren Anzahl im Blut dadurch höher als normal ist, ohne dass dieser Anstieg durch ein Infektions- oder Entzündungsproblem gerechtfertigt ist.

Die überschüssigen weißen Blutkörperchen sammeln sich zuerst im Knochenmark und gelangen schließlich in den Blutkreislauf. Wenn ihre Anzahl ein gewisses Maß überschreitet, stören sie die Bildung anderer Blutzellen, roter Blutkörperchen und Blutplättchen im Knochenmark.

Lymphoide oder myeloische Leukämie

Bei der lymphoiden Leukämie ist die lymphoide Stammzelle (die Lymphozyten bildet) betroffen. Bei myeloischer Leukämie ist die myeloische Stammzelle (die Quelle für rote Blutkörperchen, Granulozyten, Monozyten und Blutplättchen) Angriffspunkt der Krankheit.

Akutes oder chronisches Lymphoid

Wir sprechen von akuter lymphoider Leukämie, wenn die Krankheit schnell fortschreitet. Bei dieser Form der Leukämie ist die Reifung der Lymphozyten gestört. Viele junge Lymphozyten (Blasten) gelangen zu früh in den Blutkreislauf, wo in der Folge zu wenige reife Lymphozyten vorhanden sind. Diese akute Form der Leukämie tritt häufiger bei jungen Menschen auf.

Im Gegensatz dazu verläuft die chronische lymphatische Leukämie signifikant langsamer, da die Reifung der Lymphozyten zunächst noch mehr oder weniger normal erfolgt. Chronische Leukämie tritt häufig im mittleren bis hohen Alter auf. Die Symptome machen sich erst mit der Zeit bemerkbar, manchmal sogar über mehrere Jahre.

Behandlungsmethoden für Leukämie

Die Behandlung erfolgt normalerweise in zwei Stufen, die als Induktion und Konsolidierung bezeichnet werden. In manchen Fällen kommt noch eine dritte Phase hinzu, die als Wartung bezeichnet wird.

Chemotherapie

In den meisten Fällen wird zur Behandlung von Leukämie eine Chemotherapie eingesetzt.

Bei anderen Arten von Leukämie spielt die Prophylaxe des Zentralnervensystems (ZNS) eine wichtige Rolle bei der Behandlung, da sichergestellt werden soll, dass sich die Leukämie auf die Flüssigkeit im Gehirn oder Rückenmark ausbreitet, was zu einer gravierenden Verschlechterung des Krankheitsverlaufs führen kann.  

Gezielte Therapie

Eine gezielte Therapie wird manchmal verwendet, um Leukämie mit bestimmten genetischen Mutationen zu behandeln. Bei der gezielten Therapie werden Medikamente eingesetzt, um auf bestimmte Moleküle wie Proteine abzuzielen, die sich auf der Oberfläche oder im Inneren von Krebszellen befinden, um das Wachstum und die Ausbreitung von Krebs zu stoppen und gleichzeitig die Zellschädigung zu begrenzen.

Stammzelltransplantation

Ärzte können eine Stammzelltransplantation für Menschen mit Leukämie in einer ersten vollständigen Remission oder nach einem frühen ersten Wiederauftreten, gefolgt von einer zweiten vollständigen Remission, in Betracht ziehen.

Stammzelltransplantationen und die zur Vorbereitung der Transplantation verwendeten Chemotherapeutika können schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen, sodass nicht jeder diese Behandlung erhalten kann. Eine Transplantation mit reduzierter Intensität und dementsprechend weniger Nebenwirkungen kann für manche Patienten ebenfalls eine Option sein.

Ursachen & Risikofaktoren für Leukämie

Ursachen

Leukämie wird durch genetische Anomalien verursacht, die Zellen im Knochenmark, sogenannte Stammzellen, zerstören. Diese Zellen sind normalerweise der Entstehungsort von Blutzellen, die wesentliche Funktionen erfüllen müssen (z. B. Sauerstoff transportieren, koagulieren oder den Körper gegen Mikroben verteidigen). Diese genetischen Anomalien verhindern, dass Stammzellen ausreichend wachsen und reife Blutzellen erzeugen.

Auch Umweltfaktoren können dazu beitragen, an Leukämie zu erkranken: die Exposition gegenüber krebserregenden Chemikalien wie z. B. Benzol kann die Entwicklung von Leukämie fördern. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente wie Immunsuppressiva und Zytostatika die Entstehung der Krankheit begünstigen.

Darüber hinaus können bestimmte Krankheitserreger wie Viren Leukämie verursachen, z. B. das HTL-Virus.

Risikofaktoren

Ein Risikofaktor ist etwas wie ein Verhalten, eine Substanz oder ein Zustand, der das Risiko erhöht, an Krebs zu erkranken. Die meisten Krebsarten werden durch mehrere Risikofaktoren verursacht, manchmal entwickelt sich jedoch eine akute myeloische Leukämie auch bei Menschen, die keinen offensichtlichen Risikofaktoren ausgesetzt sind.

Das Risiko, an Leukämie zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Das Durchschnittsalter bei Diagnose beträgt 65 Jahre. Ein Leukämieerkrankung ist bei Männern häufiger zu finden als bei Frauen.

Einige Menschen mit spezifischen genetischen Störungen haben ein überdurchschnittlich hohes Risiko für Leukämie. Wenn man an einer genetischen Störung leidet, die das Risiko für Leukämie erhöht, sollte häufiger ein Arzt aufgesucht werden, um einer möglichen Erkrankung vorzubeugen bzw. sie so früh wie möglich zu erkennen.

Verlauf und Prognose von Leukämie

Der Verlauf von Leukämie

Krebszellen können sich von ihrem Ausgangspunkt auf andere Körperteile ausbreiten. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten bilden sich bei einer Leukämie-Erkrankung keine soliden Tumore in bestimmten Organen. Leukämie ist eine Krebserkrankung des Gewebes, die Blut im Knochenmark bildet und die Krebszellen überall dorthin verteilen kann, wohin Blut fließt. Leukämiezellen reichern sich normalerweise in den Lymphknoten, der Milz und der Leber an. Der Aufbau von Leukämiezellen beeinträchtigt in der Regel die Funktionsfähigkeit dieser Organe, so dass sie ihre Aufgaben irgendwann nicht mehr vollständig erfüllen können.

Prognose einer Leukämie-Erkrankung

Es gibt einige Faktoren, auf deren Grundlage man Prognosen zur Behandlung erstellen kann, z. B. das Geschlecht. Frauen verkraften die Behandlung tendenziell besser als Männer.

Die Erfolgsprognose einer Behandlung hängt von der Art der Leukämie, dem biologischen Alter und anderen persönlichen Umständen des Patienten ab. Die Behandlung von akuter lymphatischer Leukämie, insbesondere bei Kindern zwischen 3 und 7 Jahren, hat beispielsweise relativ gute Erfolgschancen, ca.  50 % der behandelten Kinder sind nach fünf Jahren komplett krebsfrei.

Auch ein hoher Prozentsatz der Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (zwischen 50 und 85 Prozent) spricht gut auf die Behandlung an, allerdings sinkt die Erfolgsquote mit zunehmendem Alter.

Bei chronischer lymphatischer Leukämie schreitet die Krankheit langsam voran, so dass die Prognose mit dem Grad der Entwicklung der Leukämie zum Zeitpunkt der Diagnose verbunden ist, bei stark anämischen Patienten sind die Erfolgschancen geringer. Ob eine Leukämie-Erkrankung geheilt werden kann oder letztlich zum Tod führt, hängt stark von dem Grad der Erkrankung, der Form der Leukämie sowie den Behandlungsmethoden ab.

Die derzeit gängigen Behandlungsmethoden für chronische myeloische Leukämie können die Krankheit nicht heilen, sondern nur ihren Fortschritt verlangsamen - die meisten Patienten sterben innerhalb von zwei Jahren nach der Diagnose.

Die einzige Chance für eine vollständige Heilung ist eine Knochenmarktransplantation, die besonders in den frühen Stadien der Krankheit wirksam ist.

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