Stand Dezember 2022

Lebensrettende Gele gegen äußere und innere Blutungen

Jedes Jahr sterben Menschen an den Folgen von Blutverlust bei großen Verletzungen. Daran können Unfälle schuld sein oder auch Operationen. Forscher sind seit Jahren damit beschäftigt, Methoden zu entwickeln, wie lebensgefährliche Blutungen schneller gestoppt werden können.

Offenbar hat ein Student aus New York das geschafft, was langjährigen Wissenschaftler bislang nicht gelungen ist: Joe Landolina hat eine Substanz entwickelt, das Blutungen angeblich auf der Stelle stoppen kann.

Diese Substanz in Gelform, die der junge Forscher am Polytechnik Institute of New York University entwickelte, soll nach seinen Worten sogar große Arterien sofort schließen können. Selbst Blutungen innerer Organe seien damit zu behandeln.

Mit seinem „Veti-Gel“ hat Joe Landolina in Fachkreisen bereits für eine Sensation gesorgt. Landolina behauptet außerdem, dass das „Veti-Gel“ auch bei schweren Verbrennungen helfe.

Künstliche extrazelluläre Matrix

Basis des Gels sind Inhaltsstoffe aus gentechnisch veränderten Pflanzen. Die Inhaltsstoffe ähneln der sogenannten extrazellulären Matrix, eben jenem menschlichen Gewebe, das im interzellulären Raum und damit zwischen den Zellen zu finden ist.

Die extrazelluläre Matrix dient unter anderem dazu, die Zellen des Körpers zusammenzuhalten und ist außerdem an der Blutgerinnung beteiligt. Das von Landolina entwickelte Gel ist eine synthetische Form menschlichen Gewebes und soll bei seiner Anwendung dafür sorgen, dass sich die Blutgefäße schneller verengen.

Außerdem, heißt es, fördere das Gel die Bildung von Blutplättchen, die die Wunde verschließen. 

Klebegel für innere Verletzungen

Einen ähnlichen Forschungsansatz hatte der chinesische Wissenschaftler Hongwei Ouyang von der Zhejiang-Universität: Er entwickelte eine Art Klebe-Gel, das quasi als Heftpflaster angewendet werden kann und sich gerade bei inneren Blutungen, die durch gerissene Arterien entstehen, bewähren könnte.

Ouyang  entwickelte zu diesem Zweck ein sogenanntes Polymer-Gel, das sich bereits bei Schweinen bewährt haben soll. Der Mechanismus dieses zunächst flüssigen „Klebepflasters“ wird durch UV-Licht aktiviert und haftet nach der Injektion sicher an Gewebeoberflächen im Inneren des Körpers.

Verschiedene Makromoleküle biologischer Herkunft bilden auch hier eine synthetische extrazelluläre Matrix.

Aktivierung von Aldehydgruppen

Wird das Gel UV-Licht ausgesetzt, werden Aldehydgruppen aktiviert. Diese sind in der Lage, Zuckerketten und Aminosäuren zu verfestigen und mit einer stabilen Querstruktur die Wunde zu verschließen. Das UV-Gel halte zudem hohem Blutdruck stand und könne nicht nur Schäden der Arterien, sondern auch Risse im Herzen selbst zuverlässig abdichten.

Versuchstiere, denen Risse in der Leber mit dem Gel verschlossen wurden, hätten auch nach mehreren Wochen keine Auffälligkeiten gezeigt, so die Forscher.

Während das Gel mittlerweile in Tierarztpraxen schon breite Verwendung findet, ist der standardmäßige Einsatz am Menschen noch nicht erlaubt. Die Forscher hoffen daher darauf, dass weitere Versuchsreihen in den kommenden Jahren weitere positive Ergebnisse liefern, sodass auch menschliche Patienten von dieser neuartigen Substanz profitieren können.

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