Oktober 2019 Lesezeit 3 Minuten


Krebs: Todesursache Nummer 1 in reichen Ländern?

Obwohl unermüdlich geforscht wird, um Krebs zu besiegen, könnte Krebs künftig weltweit an erster Stelle als Todesursache stehen - zumindest in reichen Ländern. In einigen Wohlstands-Ländern ist Krebs bereits Haupttodesursache. Vorher waren es Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an denen dort die meisten Menschen starben. Diese Nachricht ist Ergebnis einer Studie („PURE“), für die mehrere zehntausend Datensätze analysiert worden sind und bezieht sich auf Menschen zwischen 35 und 70 Jahren. Das liegt unter anderem daran, dass die sogenannten kardiovaskulären Erkrankungen weltweit zurückgingen und deshalb Krebs von Platz auf Platz eins der Todesursachen nachrücke.

Die Krebsgefahr durch Rauchen ist hinlänglich bekannt.  

Weil für die Untersuchung jedoch keine weltweiten Daten erfasst und ausgewertet worden sind, seien die Ergebnisse bei einer globalen Interpretation jedoch mit Vorsicht zu betrachten, sagen die Forscher um Salim Yusuf und Gilles Dagenais (von den Universitäten MC Master/Hamilton und Laval/Quebec). Für die Untersuchung wurden von knapp 160000 Menschen im Alter zwischen 35 und 70 Jahren aus 21 Ländern Daten analysiert. In ärmeren Ländern, so ergab die Auswertung, sei es etwa 2,5 mal häufiger zu Todesfällen gekommen, die durch kardiovaskuläre Erkrankungen bedingt gewesen seien. Ein scheinbarer Widerspruch, denn in den reichen Ländern gebe es deutlich mehr Risikofaktoren für damit zusammenhängende Krankheiten. Die Forscher erklären das Ergebnis einer schlechteren Gesundheitsversorgung in ärmeren Staaten.

Keine Zahlen zu Deutschland

Generell sind seit rund 50 Jahren laut Studie auch in reichen Ländern Herz-Kreislauf-bedingte Todesfälle Spitzenreiter. Auch die Zahlen dieser neusten Erhebung kamen zu diesem Ergebnis, wonach 40 Prozent aller Todesfälle, die in der Studie erfasst worden sind, auf kardiovaskuläre Gründe zurückzuführen seien. Allerdings, zu diesem Schluss kamen die Forscher, stürben in den vermögenden Ländern mittlerweile durchschnittlich doppelt so viele Menschen an Krebs als an Herzinfarkten, Schlaganfällen oder ähnlichen Erkrankungen. Über Deutschland jedoch liegen keine Zahlen vor, weil das Land nicht in die Untersuchung einbezogen wurde. Als vermögende Länder nennen die Forscher unter anderem Schweden oder Kanada, als arme Länder gelten hier Tansania oder Indien. China, Türkei und Polen liegen bei der Vermögensbeurteilung dazwischen.

Metastasen führen meistens zum Tod

Noch steht Krebs als Todesursache in Deutschland hinter den kardiovaskulären Ursachen an zweiter Stelle. Dabei führt die Krankheit zum überwiegenden Teil durch das Vorhandensein von Metastasen zum Tod (rund 90 Prozent) und nicht durch den Primärtumor. In Deutschland kommt es pro Jahr insgesamt zu rund 230000 Todesfälle an Krebs, wohingegen knapp 500000 Neuerkrankungen gezählt werden. Bis 2030 sollen bedingt durch die höhere Lebenserwartung etwa 600000 Menschen pro Jahr eine Krebsdiagnose erhalten, lauten die Schätzungen. 

Studie dauerte 16 Jahre

Im Zusammenhang mit dem Alter und einer Krebserkrankung haben weitere Studien amerikanischer Forscher 2019 ergeben, dass starkes Übergewicht bei Kindern (Adipositas) in Zusammenhang mit der Erkrankung steht. In einer entsprechenden Publikation (JAMA Network Open) ist davon die Rede, dass immer mehr jüngere übergewichtige oder auch fettleibige Menschen aufgrund ihres Gewichts an Krebs erkranken würden. 16 Jahre lang werteten Forscher eine Datenbank aus und stellten dabei fest, dass zunächst der Anteil der Krebsfälle unter den 50- bis 64-Jährigen in diesem Zeitraum grundsätzlich zugenommen habe. Dabei war der Anstieg der Erkrankungen, bei denen Übergewicht und Fettleibigkeit eine Rolle spielte, deutlich stärker als bei Normalgewichtigen. Die Forscher haben daraus und aus anderen Ergebnissen die Erkenntnis gezogen, dass mit dem Anstieg des Körpergewichts auch die Gefahr, an Krebs zu erkranken, zunehmen würde.

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