September 2020 | Lesezeit 3 Minuten


Das Krankenhaus der Zukunft – Welche Innovationen stehen bevor? 

Immer wieder stehen Entscheidungsträger vor der Frage: „Was soll eine Klinik in Zukunft an Maßstäben erfüllen, so dass Patienten trotz Notstand der Pflegekräfte gut versorgt werden?“ 

Natürlich ist das Krankenhaus der Zukunft auch stark an Effizienz orientiert, denn schließlich muss auch eine Klinik kostendeckend arbeiten. Die Menschen werden außerdem immer älter und der medizinische Fortschritt lässt OP ́s zu, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären.  

Doch der Mangel an Pflegepersonal und medizinischen Fachkräften hinterlässt den Gedanken, dass sich Patienten immer stärker auf sich selbst und technische Unterstützung einlassen müssen – ob sie es wollen oder nicht 

Ärzte um OP Tisch

Noch werden die allermeisten Aufgaben in Krankenhäusern von Menschenhand erledigt, doch in Zukunft könnten Roboter und Apps mithilfe von Künstlicher Intelligenz einige Tätigkeiten übernehmen.

Welche Möglichkeiten soll die Klinik 4.0 bieten und welche Digitalisierungsmaßnahmen sind umsetzbar und lukrativ?  

Darüber hat das “Innovationsforum Krankenhaus” im Deutschen Ärzteverlag im Sommer 2019 diskutiert. Die Klinik der Zukunft arbeitet mit Netzwerken. 

Doch welche Form der Digitalisierung - vom Aufnahmeprozesses bis hin zu Leistungsangeboten, die online unterstützt werden - soll ein Krankenhaus der Zukunft mitbringen?  

Das Projekt Klinik 4.0 ist nicht neu. Hier wird schon seit vielen Jahren kontrovers darüber diskutiert, was man tun kann, damit sich Patienten trotz dem Personal-Notstand in jeder Klinik wohlfühlen. 

Außerdem steht natürlich die medizinisch perfekte Versorgung an erster Stelle – so zumindest im Idealfall.  

Viele moderne Transformationsprozesse, z.B. der Einsatz von Robotern, sind nicht mehr aufzuhalten in unserer schnelllebigen Zeit, in der die Digitalisierung viele Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringt.  

Zum zweiten Mal in Folge wurde im Sommer 2019 heftig im Deutschen Ärzteverlag darüber diskutiert, welche Maßnahmen sinnvoll sind und umgesetzt werden sollten. 

Am Kongress teilgenommen haben von Pflegedirektoren über Management und Geschäftsführung bis hin zu Chefärzten und ärztlichen Direktoren viele Experten, die den Alltag im Krankenhaus der Zukunft optimieren möchten.  

Welche Angelegenheiten sollten umfassend bei der Klinik der Zukunft beleuchtet werden? 

Die To-Do-Liste ist lang, was den Alltag im Krankenhaus optimieren soll. Dabei soll das Wohl der Patienten natürlich immer im Vordergrund stehen.  

Doch auch das Klinik-Personal muss entlastet werden, damit der Pflegenotstand nicht zu Lasten der einzelnen Mitarbeiter ausgetragen wird – dies hat sich in der Corona-Krise einmal mehr gezeigt. 

Ist dies gar eine unlösbare Herausforderung?  

Über dieses Thema und viele Details wurde in den vergangenen Monaten heftig debattiert. Es gibt viel zu tun, so wurden zum Beispiel die authentische Führung mit Kontakt zur Basis oder der strukturiert stattfindende Wissens-Transfer diskutiert. 

Mitarbeiter-Apps, E-Learning für Angestellte oder Hospitationen sollen dafür sorgen, dass das Denken und Arbeiten in der Klinik effizienter denn je gestaltet wird.  

Natürlich spielen hierbei auch Big Data, die Delegation, die Implementierung einer Fehlerkultur oder die Verbreitung von Telemedizin unter den Mitarbeitern sowie zwischen Arzt und Patient eine große Rolle für die Klinik der Zukunft.  

Medizinische Dienstleistungen sollen aus einer Hand kommen und ein digitalisierter Aufnahmeprozess via App dafür sorgen, dass die organisatorischen Angelegenheiten reibungslos ablaufen.  

Zudem ist die Künstliche Intelligenz ein wichtiges Instrument, das momentan in aller Munde ist. Nicht nur der OP-Roboter spielt hierbei eine mehr als große Rolle - der Pflegenotstand soll durch die künstliche Intelligenz abgemildert werden, auch wenn einige Verantwortliche der „alten Schule“ diese Angelegenheit nach wie vor sehr skeptisch betrachten. Auf Dauer gesehen kann es hier aber nur Sinn machen, mit der Zeit zu gehen und neue technische Möglichkeiten zu nutzen. 

Wie wird wohl das Krankenhaus der Zukunft aussehen? Findet der Austausch von Patient und Arzt in Zukunft vor allem über (Video-)Chats statt?  

Durch IT-gestützte Prozesserleichterungen sollen Fehler vermieden und die Qualität der Arbeit gesteigert werden. Nicht nur mit Hilfe von Apps, die jeder Patient selbst bedienen kann, soll der Krankenhaus-Alltag strukturierter ablaufen.  

Einchecken und Entlassung könnten in Zukunft vielleicht sogar rein technisch gelöst werden. Doch auch eine elektronische Patientenakte soll es darüber hinaus möglich machen, über Vorerkrankungen und Indikationen ganzheitlich informiert zu werden.  

Die Zukunftsvisionen sind phänomenal: Mit einer Krankenhaus-App sollen Patienten ihren Aufenthalt einfacher und angenehmer gestalten und dabei das Personal entlasten. Die digitale Essensbestellung ist ebenfalls ein Teil dieser Pläne, auch andere einfache Aufgaben sollen auf den Patienten ausgelagert werden.  

Doch auch der Warteprozess für bestimmte Untersuchungen wird in Zukunft transparenter sein – so zumindest die Vision der Zukunft. Per App kann jeder Patient genau abrufen, wann er mit seiner Untersuchung an der Reihe sein wird.  

Was wird die Erfahrung hier wohl zeigen? Fakt ist, dass die medizinische Vernetzung zwischen Arzt, Klinik und Patient immer wichtiger wird – die Devise lautet hier: Zusammenarbeit statt Konkurrenz! 

Immer mehr Patienten informieren sich selbst im Internet über Fachwissen und Experten, die ihr Leid am besten behandeln können.

Dr. Lars Timm, Regionalgeschäftsführer bei AMEOS West, äußert sich wie folgt: „Was uns für die zukünftige Entwicklung und voranschreitende Digitalisierung stark beschäftigt, sind vorherige Betrachtungen der Strukturthemen, sprich die Frage: „Passt das Portfolio der Klinik?“ 

Das beutet unter anderem, dass viele Patienten auch weite Wege auf sich nehmen müssen, um genau die richtige Klinik, die auf sie zugeschnitten ist, zu finden.  

Eine Analyse des Portfolios ist hierbei eine wichtige Aufgabe, der sich alle Krankenhäuser im Sinne einer effizienten Digitalisierung stellen müssen. Die unaufhaltsame Zentralisierung der optimalen Gesundheitsvorsorge sowie die Spezialisierung auf medizinische Fachgebiete bilden die Grundlage für die Klinik 4.0 als erfolgreiches Modell für die Zukunft.  

Zusammenarbeit statt Wettbewerb 

In der Tat stellen vielfältige Einflussfaktoren eine große Herausforderung für die Digitalisierung dar.  

Auch Kliniken können hierbei nicht alle Anforderungen sofort erfüllen, schließlich kann es um Leben und Tod der Patienten gehen. Die Vermeidung von Fehlern ist hierbei unabdingbar und muss genau überprüft werden 

Ob alleine die Künstliche Intelligenz oder viele installierte Apps dafür sorgen können, dass für das Wohl der Patienten vollumfänglich gesorgt wird, ist fraglich.  

Fest steht allemal, dass die Diskussion vom Krankenhaus der Zukunft nicht neu ist. Welche innovativen Möglichkeiten hierbei in Zukunft genutzt werden, bleibt nach wie vor fraglich.  

Völlig zurecht werden neue Wege im Vorfeld gründlich getestet und untersucht, bevor sie Anwendung in der Praxis finden. Der Austausch aller Informationen ist das beste Fundament für einen reibungslosen Klinik-Ablauf mit Zukunftsvisionen, in dem Konkurrenz zwischen unterschiedlichen Einrichtungen völlig fehl am Platz ist.  

Der Blick in die Zukunft bleibt spannend und wir können uns auf jeden Fall sicher sein, dass sich vieles grundlegend ändern wird – hoffentlich hin zum Guten. 


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