September 2020 | Lesezeit 3 Minuten


Krank durch Digitalisierung – Welche Risiken gibt es? 

Wie stark kann das digitale Arbeiten unsere Gesundheit beeinflussen?  

Die meisten Menschen können der Digitalisierung, die sich unaufhaltsam in unserer Welt ausbreitet, nicht mehr entfliehen.

Ist die digitalisierte Arbeitswelt dabei Fluch oder Segen? 

Wie hoch ist der Stress tatsächlich, den viele Menschen durch Technik und Co. wahrnehmen und wirkt er sogar als Gefahrenquelle in Sachen Gesundheit? 

Diese und weitere Fragen hat eine Studie, die im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts PräDiTec (Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien) stattfand, näher ergründet.  

Dabei wurden über 5.000 Erwerbstätige befragt, wie sehr sie mit den Strapazen der „neuen Welt, in der wir immer erreichbar sein müssen“ umgehen können.

Die hier vorgestellte Studie der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT, vertreten durch den stellvertretenden wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Nils Urbach, weist verblüffende Ergebnisse vor. 

Frau mit VR-Brille vor Quellcode

Viele Arbeitnehmer empfinden Stress durch die schnell voranschreitende Digitalisierung in Unternehmen - jedoch gibt es effektive Techniken, um dagegen vorzugehen.

Was haben die Ergebnisse der Forschungsgruppe ergeben?  

Ganze zwölf verschiedene Belastungsfaktoren bei der Arbeit mit modernen Technologien konnten genau identifiziert werden.  

Einen großen Stress-Faktor stellt zum Beispiel die Omnipräsenz dar. Hier wird das ständige Gefühl der Erreichbarkeit gemessen, was eine Trennung von Berufs- und Privatleben immer schwerer macht.

Viele der Befragten tragen das Gefühl in sich, dass kürzere Reaktionszeiten auf Mails oder in Chats mehr denn je an der Tagesordnung sind und auch von ihnen erwartet werden.  

Ebenso ist nicht funktionierende Technik ein Stress-Faktor, der gerade der älteren Generation zu schaffen macht.  

Ungefähr jede dritte Person fühlt sich einem Belastungsfaktor stark oder gar sehr stark ausgesetzt.  

Jede fünfte Person, die in der Studie befragt wurde, nimmt wegen der erschwerenden Einflüsse, die durch neue Technologien entstehen, sehr starken Stress wahr. 

Es gibt deutliche Unterschiede je nach Arbeitsplatz 

Natürlich sind die Unterschiede im Geschäftsleben sehr groß.  

Nicht jeder Arbeitsplatz, der mit digitalen Technologien ausgestattet ist, löst in gleichem Maße Stress bei Mitarbeitern aus.  

In der Studie wurde festgestellt, dass vor allem einige wenige Technologien, die eher selten genutzt werden und noch dazu sehr vielseitiger Natur sind, am meisten Potential für innere Hektik verursachen – beispielsweise komplexe Computerprogramme, die neu eingeführt werden.  

Gerade ältere Mitarbeiter, die nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen sind - sog. “Digital Immigrants” - tun sich oft schwer, mit neuartigen Technologien umzugehen. 

Keine Überraschung: bei allen nur selten eingesetzten Technologien ist es schwerer, umfassende Kenntnisse aufzubauen und einen souveränen Umgang zu erlernen.  

Hierbei zählt der Spruch: „Übung macht den Meister!“. 

Gerade Teilzeitkräfte, die oft verunsichert sind, wenn neue digitale Einflüsse auf sie einströmen, fühlen sich durch veränderte Rahmenbedingungen im Rahmen der Digitalisierung oft mehr als gestresst – gerade auch, weil sie viel weniger Zeit haben, sich mit der neuen Technik zu beschäftigen als Vollzeit-Angestellte. 

Die möglichen Folgen: Erschöpfung, Schlafstörungen, psychische Beeinträchtigungen, Spannungskopfschmerzen, massive Gereiztheit oder Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.  

Was kann man gegen den Stress unternehmen, der durch Digitalisierung entsteht?

Wer auf Dauer unzufrieden im Job ist, nimmt sich ein großes Stück Lebensfreude – deshalb muss sich die Frage gestellt werden: welche Präventionen kann jeder Mensch selbst treffen? 

Es gibt immer mehr Möglichkeiten, um dem digitalen Stress im Business gegenzusteuern, z.B. betriebliche Weiterbildungen, Hilfe von erfahreneren Kollegen oder die richtige Organisation von Pausen und Freizeit. 

Genauso gehört es dazu, dass Mitarbeiter zu bestimmten Zeiten nicht erreichbar sein müssen und dies von Führungskräften auch so akzeptiert wird. 

Ebenfalls ist eine gute und offene Beziehung zu Vorgesetzten wichtig, damit man über die Strapazen, die durch die neuen Technologien entstehen, sprechen und eine Lösung finden kann. 

Die meisten Vorgesetzten und Konzerne sind mehr als interessiert daran, dass es ihren Mitarbeitern gut geht – und das auf Dauer.  

Ein gesund ausgerichteter Arbeitsplatz mit der richtigen Beleuchtung, guter Belüftung oder einem Raum zum Rückzug sorgen dafür, dass Mitarbeiter ausreichend geschützt werden und sich bei Bedarf auch zurückziehen können. 

Allerdings sollte jeder selbst darauf achten sich Pausen zu nehmen, für eine gute Work-Life-Balance zu sorgen und zum Beispiel mit guter Ernährung und frischer Luft für sein eigenes Wohlbefinden zu sorgen. 

Wir alle können die digitalisierte Welt nicht ändern und auch keine Entwicklungen rückgängig machen.  

Allenfalls sollte jeder von uns seine Einstellung zu diesem Thema überdenken.  

Nur wenn wir uns mit einer gesunden Lebensweise schützen, die uns in einer digitalisierten Welt nicht schädigt, bleiben wir dauerhaft gesund.  

Fest steht allemal: gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, systematische Ruhezeiten außerhalb der Arbeit und eine sinnvolle Pausen-Struktur während des Arbeitstages schützen Arbeitnehmer vor zu hohem Stress-Aufkommen.  

Fazit: Die Rahmenbedingungen im Job kann fast niemand im Alleingang verändern

Allenfalls die Einstellung zum Job und das daraus resultierende Verhalten liegt in unserer eigenen Hand.  

Wichtig ist vor allem, dass die Grundhaltung zum Leben stimmt und jeder Mitarbeiter sich selbst schützt, damit die digitalisierte Welt keine Krankheiten verursacht.  

Was spricht dagegen, sich heute noch zu überlegen, Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung in den Berufsalltag zu integrieren, um sich gegen erhöhtes Stress-Aufkommen zu schützen? 

Es liegt in deiner Hand!


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