Stand August 2022

Herpes – Unangenehm, ansteckend und weit verbreitet

Herpesbläschen jucken, brennen und sind hoch ansteckend. In diesem Artikel erfährst du, wie sie entstehen und was am besten dagegen hilft.

Wieso bekommen manche Menschen Herpes, während andere verschont bleiben?

In Deutschland tragen 60 bis 90 Prozent aller Menschen das Herpes-simplex-Virus Typ 1 in sich, das für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich ist. Bei vielen macht es sich nie bemerkbar, nur bei ca. 20 bis 40 Prozent der Infizierten kommt es tatsächlich zum Ausbruch.

Wieso das Virus bei manchen ausbricht und bei anderen nicht, ist wissenschaftlich bis heute nicht vollständig geklärt.

Erfolgt die Infektion mit dem Herpes Virus normalerweise in der Pubertät?

Dies ist ein weit verbreiteter Mythos, der allerdings nicht stimmt – man kann sich in jedem Alter infizieren. Zu besonders starken Beschwerden kann es kommen, wenn Herpes im Kleinkindalter ausbricht, da der Organismus in diesem Alter noch keine Antikörper gegen das Virus gebildet hat – die Symptome reichen in solchen Fällen von Fieber über Schwäche bis hin zu angeschwollenen Lymphknoten im Nacken.

Außerdem kann es zu einer Entzündung der Mundschleimhaut kommen, weshalb die Krankheit auch „Mundfäule“ genannt wird. Die Viren nisten sich hierbei in den Nervenenden ein und warten dort auf den nächsten Ausbruch.

Kann man Herpes vorbeugen?

Die hochansteckenden Herpesviren befinden sich in der Flüssigkeit der auftretenden Bläschen. Zu einem Ausbruch kann es vor allem bei einer Schwächung des Immunsystems, großem Stress, starken körperlichen Anstrengungen oder hormonellen Schwankungen kommen. Auch eine Hautreizung durch UV-Strahlen oder Küssen kann einen Ausbruch begünstigen.

Wenn man selbst erkrankt ist, sollte man darauf achten, andere zu schützen. Deshalb sollte man bis zur vollständigen Genesung regelmäßig die Hände waschen, direkten Körperkontakt mit anderen Personen vermeidet und keine Alltagsgegenstände wie Geschirr oder Handtücher mit anderen teilen.

Wie gefährlich ist eine Herpes-Erkrankung?

Bei gesunden Menschen heilt Lippenherpes in der Regel von selbst aus und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Wenn das Immunsystem jedoch stark geschwächt ist, wie es z.B. nach einer Chemo-Therapie der Fall sein kann, kann es im schlimmsten Fall zu weiteren gesundheitlichen Problemen wie beispielsweise einer Gehirnentzündung kommen.

Auch Säuglinge sind in ihren ersten acht Lebenswochen besonders stark gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht ausreichend ausgereift ist.

Was hilft gegen Herpes?

Medizinisch belegt ist, dass virushemmende Salben, Pflaster oder Gele, die die Wirkstoffe Penciclovir oder Aciclovir enthalten, einen Ausbruch um ca. 24 Stunden verkürzen können, wenn man sie ab den ersten Symptomen konsequent anwendet.

Außerdem gibt es einige Hausmittel, auf deren Wirkung manche schwören. Hierzu zählen u.a. Honig oder Zinksalbe, Zahnpasta, Schwarzer Tee und Melisse (die genau wie Honig eine desinfizierende und antientzündliche Wirkung hat). Eindeutige medizinische Belege für die Wirksamkeit dieser Mittel gibt es allerdings nicht.

Ist Genitalherpes gefährlicher als Lippenherpes?

Bei Genitalherpes handelt es sich um eine der am häufigsten vorkommenden sexuell übertragbaren Krankheiten. Ausgelöst wird sie vom Herpes-simplex-Virus Typ 2. Im Vergleich zu Lippenherpes kann es bei dieser Erkrankung zu deutlich unangenehmeren und teils schwerwiegenderen gesundheitlichen Folgen kommen.

Bei einer Infektion kann es zu schmerzhaftem Ausschlag kommen – bei Frauen im Bereich der Vulva, bei Männern an Vorhaut, Penis und Hodensack. Zusätzlich kommt es zu weiteren Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Schmerzen beim Urinieren und geschwollenen Lymphknoten.

Bei vielen Infizierten kommt es allerdings gar nicht erst zu Symptomen, lediglich ein Drittel der Betroffenen bemerkt die Erkrankung. Das Problem: Auch symptomlos Infizierte können das Virus an andere Personen weitergeben.

Wenn du selbst an einer Herpes-Infektion mit starken Symptomen leidest, empfehlen wir dir, dich zu isolieren und den Kontakt mit einem Arzt zu suchen.

Viele weitere Tipps und Behandlungsmöglichkeiten in Bezug auf Herpes bekommst du in unserem Buchtipp: "Das Anti Herpes Buch: Fieberblasen, Herpes & Co richtig behandeln. Tipps und Tricks zur Vorsorge."

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