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Haarausfall – wie er entsteht und was dagegen hilft

Haarausfall wirkt sich (wenn er erblich bedingt ist) zwar nicht negativ auf die Gesundheit aus, aber oft auf die Psyche, denn gemeinsam mit dem Haar schwindet bei vielen Betroffenen auch das Selbstbewusstsein.

In erster Linie ist Haarausfall ein Männerproblem, doch es gibt auch Frauen, die darunter leiden. In unserem Artikel erfährst du die wichtigsten Fakten zu diesem Thema und wir geben einige Ratschläge, was man gegen Haarausfall tun kann.

Wie sieht der Wachstumszyklus von Haaren aus?

Ganz allgemein dauert der Lebenszyklus eines einzelnen Haars zwei bis sechs Jahre, pro Tag wächst es in etwa 0,3 Millimeter, in einem Monat also rund einen Zentimeter.

Diese Wachstumsphase wird auch Anagenphase genannt, an die sich eine etwa zweiwöchige Umbauphase anschließt (die sog. katagene Phase), in der das Haar nicht mehr weiter wächst.

Der dritte und letzte Abschnitt des Zyklus heißt Telogenphase, in der es nach zwei bis vier Monaten zum Ausfall des Haares kommt.

Dieser Prozess ist bei allen Menschen mehr oder weniger gleich und es ist völlig normal, wenn pro Tag 60 bis 100 Haare ausfallen. Ebenso kann es zu einem verstärkten Haarausfall im Frühjahr und Herbst kommen.

Wenn der verstärkte Haarausfall jedoch mehrere Wochen andauert und pro Tag deutlich mehr als 100 Haare ausfallen, sollte man dies zur Sicherheit mit einem Arzt besprechen.

Welche Arten von Haarausfall gibt es und wie entsteht er?


Erblich bedingter Haarausfall

Dies ist die häufigste Form von Haarausfall, der Fachbegriff dafür lautet „androgenetische Alopezie“ und er entsteht durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem männlichen Hormon Dihydrotestosteron (DHT), das auch bei Frauen in geringen Mengen vorhanden ist.

Die Überempfindlichkeit kann unabhängig vom Geschlecht vorkommen und das Haarwachstum negativ beeinflussen, da die Blutgefäße der Kopfhaut die Haarwurzeln hierbei nicht mehr ausreichend mit den benötigten Nährstoffen versorgen können. Die Haarwurzeln schrumpfen zunächst zusammen, bis das Haar schließlich ausfällt.

Kreisrunder Haarausfall

Wie der Name schon sagt, zeigt sich diese Form des Haarausfalls durch kreisrunde, kahle Stellen am Kopf – der Fachbegriff hierfür lautet „Alopecia areata“.

Kreisrunder Haarausfall ist eine Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem die körpereigenen Haarfollikel angreift. Die Behandlung dieser Erkrankung ist sehr schwierig und kann nur von einem Spezialisten durchgeführt werden.

Diffuser Haarausfall

Diese Form des Haarausfalls ist sehr selten und wird in der Regel durch Infektionen oder eine Erkrankung der Schilddrüse ausgelöst, mögliche weitere Gründe können jedoch auch Esstörungen, eine ungesunde Ernährung, die Einnahme bestimmter Medikamente oder eine Strahlentherapie sein, die im Verlauf einer Krebstherapie zum Einsatz kommt.

An wen sollte man sich wenden, wenn man ärztliche Hilfe sucht?

Der erste Ansprechpartner bei Haarausfall ist immer der Hautarzt (Dermatologe). Dieser führt in der Regel zunächst ein Anamnesegespräch und kann mithilfe eines Bluttests feststellen, ob evtl. ein Nährstoffmangel vorliegt oder hormonelle Gründe den Haarausfall bedingen.

Außerdem kann er ein sog. Trichogramm vornehmen – hierbei werden ausgezupfte Haarwurzeln mithilfe einer lichtmikroskopischen Haaranalyse untersucht. Dieser Prozess kann Aufschluss über das Verhältnis von wachsenden Haaren sowie Haaren in der Ruhe- und Übergangsphase geben.

Auf diese Weise kann festgestellt werden, wie schnell der Haarausfall voranschreitet und welche Maßnahmen ergriffen werden sollten.

Was hilft gegen Haarausfall?

Es gibt einige Mittel, die gegen Haarausfall zum Einsatz kommen können – im folgenden findest du eine Auswahl von häufig Eingesetzten Präparaten:

Finasterid

Dieser Wirkstoff ist nur für Männer zugelassen, er ist verschreibungspflichtig und wird in Tablettenform gegen erblich bedingten Haarausfall eingesetzt. Bei der Einnahme kommt es zur Hemmung der Bildung von Dihydrotestosteron (DHT), das die Haarwurzeln angreift. Auf diese Weise kann Haarausfall gestoppt und die Haardichte sogar wiederhergestellt werden.

Minoxidil

Dieser Wirkstoff war ursprünglich als Blutdrucksenker gedacht, jedoch stellte man bei Patienten, die ihn einnahmen als Nebenwirkung fest, dass das Haarwachstum angeregt wurde. Seitdem wird es sowohl bei Männern als auch bei Frauen (allerdings in geringerer Dosierung) gegen Haarausfall eingesetzt.

Mikronährstoffe

Wer regelmäßig bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Eiweißbausteine (z. B. Biotin, Folsäure, Eisen oder Zink) einnimmt, kann die Haarwurzeln damit stärken und das Wachstum der Haare anregen.

Erhältlich sind diese Präparate in der Regel in der Apotheke.

Hormon-Tinkturen

Diese Mittel werden direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und enthalten Östrogene wie Alpha-Estradiol oder Alfatradiol. Die Wirkstoffe verhindern, dass Testosteron in DHT umgewandelt wird und sollen auf diese Weise den Haarausfall stoppen.

Fazit

Haarausfall ist für viele Betroffene ein unangenehmes Thema, es sei jedoch noch einmal darauf hingewiesen, dass die häufigste Form – der erblich bedingte Haarausfall – keine gesundheitlichen Probleme mit sich bringt und vor allem ein kosmetisches Problem ist, mit dem manche besser klarkommen als andere.

Dennoch muss man nicht hilflos dabei zusehen, sondern kann einige Maßnahmen ergreifen, um den Haarausfall zu verlangsamen, zu stoppen oder sogar rückgängig zu machen.

Hierbei muss man sich allerdings bewusst sein, dass die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel weder die Kosten für die Diagnose noch für die Therapie übernehmen – ist der Haarausfall krankheitsbedingt, sind die Chancen für eine Kostenübernahme deutlich höher.

Wir empfehlen in jedem Fall, zunächst einen Hautarzt aufzusuchen und mit ihm das weitere Vorgehen zu besprechen.

Einige weitere Ratschläge, um Haarausfall auf natürlichem Weg entgegenzuwirken, erhältst du in diesem Ratgeber: "Natürliche Hilfe bei Haarausfall: Kräftiger Haarwuchs durch gezielte Nährstoffversorgung und Vitalisierung der Kopfhaut".

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