Juli 2020 | Lesezeit 6 Minuten


Fibromyalgie/Weichteilrheuma – von den Symptomen bis zur Behandlung 

Weichteilrheuma wird häufig auch als Fibromyalgie bezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen Schmerz, der in den verschiedensten Regionen des Körpers auftreten kann. 

Diese Schmerzen können auch mit anderen Beschwerden einhergehen, sodass es umso schwieriger ist, Fibromyalgie zu definieren. Was steckt hinter dem Begriff Weichteilrheuma, was sind die Ursachen und vor allem, was kann dagegen unternommen werden? 

Weichteilrheuma/Fibromyalgie und der Healy

Die Schmerzen, die durch Fibromyalgie bzw. Weichteilrheuma ausgelöst werden, können jederzeit auftreten und unterschiedlich stark sein.

Was ist Weichteilrheuma/Fibromyalgie? 

Weichteilrheuma ist ein stechender Schmerz, der in den Gelenken, auf der Haut oder in den Muskeln auftreten kann. Dieser Schmerz kann mit weiteren Beschwerden einhergehen, wie z.B. Schlafstörungen und Konzentrationsproblemen.  

Die Bezeichnung „Weichteilrheuma“ ist allerdings ein wenig irreführend, denn die Schmerzen gehen nicht von den Weichteilen aus und es handelt sich zudem auch nicht um klassisches Rheuma.  

Da die Symptome so weitläufig sind, kommt es schnell zu einer falschen Diagnose oder es wird den Betroffenen unterstellt, sich die Schmerzen nur einzubilden. Die Schmerzen bei dieser Krankheit können jedoch extrem groß sein und den Alltag drastisch einschränken.

Als Folge dieser Krankheit ist beispielsweise langes Sitzen kaum möglich, spontane Ausflüge und allgemeine körperliche Aktivitäten werden zu einer Qual und durch die Schlaf- und Aufmerksamkeitsstörungen kommt auch der Geist nicht mehr zur Ruhe. 

Da die Diagnostik teils sehr schwer ist, kommen bei den Betroffenen oft noch zusätzliche psychologische Probleme hinzu, da sie das Gefühl haben, nicht verstanden zu werden und es scheinbar keine Lösung für ihre Beschwerden gibt. Dies ist allerdings oft gar nicht der Fall, denn wenn ein Arzt die Symptome erkennt, können Schmerzen und Probleme mit der richtigen Behandlung gelindert werden. 

Symptome: Woran erkennt man Weichteilrheuma? 

Die Symptome des Weichteilrheumas können sehr unterschiedlich sein und auch in der Stärke von Betroffenem zu Betroffenem variieren.  

Manchmal lässt der Schmerz am Tag ein wenig nach und meldet sich dann nach ein paar Stunden gegen Abend wieder.  

Betroffene Menschen leiden sehr darunter, denn es ist ihnen kaum möglich, etwas im Alltag zu erledigen, da die Schmerzen unvermittelt stärker oder schwächer werden und den Körper regelrecht lähmen können.  

Der wichtigste Punkt bei der Behandlung von Weichteilrheuma ist allerdings die Diagnostik, die sich durch die schwer definierbaren Symptome problematisch gestalten kann. 

 Folgende Symptome werden von Betroffenen häufig geschildert: 

  • Starker stechender Schmerz in verschiedenen Körperregionen, am häufigsten betroffen sind hierbei Wirbelsäule, Schultern und Hände, aber auch Haut, Muskeln und Gelenke 
  • Muskelschmerz, der sich anfühlt wie eine Muskelzerrung oder ein sehr starker Muskelkater 
  • Unfähigkeit, länger in einer Position zu verharren
  • Probleme beim Schlafen 
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen 
  • Erschöpfung 

Das sind die häufigsten Ursachen für Weichteilrheuma 

Es wurde lange über die Ursachen des Weichteilrheuma diskutiert und inzwischen wird angenommen, dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn gestört ist. 

Die Schmerzgrenze des Menschen liegt bei Personen mit Weichteilrheuma viel niedriger als bei gesunden Menschen, was dazu führt, dass der Schmerz nicht nur stärker wahrgenommen wird, sondern zugleich auch schneller empfunden wird.  

Die genauen Ursachen dieser Störung ist dennoch weiterhin umstritten, einige Wissenschaftler gehen von einer genetischen Veranlagung aus, die in Kombination mit einem Mangel an Bewegung und einem generell ungesunden Lebensstil in Verbindung steht.

Zudem wird angenommen, dass übermäßiger Stress sowie eine Über- und Fehlbelastung der betroffenen Stellen ebenfalls zu einer Fibromyalgie führen können. 

So sieht die Behandlung von Weichteilrheuma aus 

Bedeutet das nun, dass die Betroffenen mit ihren Schmerzen leben müssen?  

Zum Glück nicht, denn es gibt Therapiemethoden und weitere passende Behandlungen, die die Schmerzen lindern und im besten Fall heilen können. 

In der Regel setzen Ärzte Amitriptylin, DuloxetinMilnacipran und Pregabalin ein. Diese Medikamente sind eigentlich Antidepressiva, doch konnten mit ihnen in der Behandlung von Fibromyalgie bereits Erfolge erzielt werden, da sie die Schmerzwahrnehmung beeinflussen können.  

Von der Einnahme von Schmerzmitteln, wie beispielsweise Paracetamol und Ibuprofen ist allerdings abzuraten.

Vor allem, wenn es bisher zu keiner Weichteilrheuma- Diagnose gekommen ist, greifen Betroffene schnell nach solchen Schmerzmitteln, die allerdings zur Behandlung von Weichteilrheuma nicht gut geeignet sind, da sie nicht auf die Botenstoffe der Schmerzwahrnehmung wirken.  

Bei akuten und sehr starken Schmerzen verschreiben Ärzte häufig eine kognitive Verhaltenstherapie. Hierbei erlernt der Patient, besser mit den Schmerzen im Alltag umgehen zu können und lernt Übungen, die ihm bei der Entspannung helfen sollen. 

Des Weiteren hilft regelmäßige Bewegung. Menschen, die an Weichteilrheuma bzw. Fibromyalgie leiden, vermeiden oftmals Sport und Bewegung im Allgemeinen, da sie denken, dass die Schmerzen und Beschwerden nur noch schlimmer werden. Das ist allerdings ein Trugschluss, denn leichte Bewegungen wie Wandern oder Schwimmen können die Schmerzen reduzieren. 

Zudem kann auch mit gezielter Wärmezufuhr an den betroffenen Stellen Linderung verschafft werden, beispielsweise warme Bäder oder Saunagänge. Massagen tragen ebenfalls dazu bei, die Muskeln zu entspannen, sodass sich der Schmerz reduziert. 

Der Frust hinter dieser Krankheit und die Tatsache, dass man den Alltag nicht so ausüben kann, wie man es eigentlich gewohnt ist, können für Betroffene eine starke psychische Belastung darstellen. Daher kann es auch ratsam sei, einen Psychologen aufzusuchen und das Problem gemeinsam mit einem Experten anzugehen. 


FAQ – Alle wichtigen Fragen und Antworten zu Weichteilrheuma 

Noch weitere Fragen? Hier klären wir die am häufigsten aufkommenden Fragen zum Thema Weichteilrheuma: 

Wie häufig kommt Weichteilrheuma vor? 

Weichteilrheuma kommt in Deutschland relativ häufig vor, aktuell sind rund 3 Millionen aktive Fälle der Krankheit bekannt, doch durch die problematische Diagnostik wird vermutet, dass die Dunkelziffer umso höher liegt.

Am häufigsten tritt die Krankheit zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, doch es gibt auch Fälle bei Kindern und Jugendlichen. Generell zeigen Statistiken, dass Frauen häufiger an Weichteilrheuma erkranken als Männer. 

Wie ist der Verlauf von Weichteilrheuma? 

Der Verlauf von Weichteilrheuma erstreckt sich oftmals über viele Jahre. In manchen Fällen kam es bereits in jüngeren Jahren zu Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, und anderen Beschwerden im Alltag, im Laufe der Zeit werden diese Schmerzen dann immer größer und intensiver.

Die ersten Symptome von Weichteilrheuma können sich auch in Form von anderen Beschwerden und Krankheiten zeigen, wie z.B. dem Reizdarmsyndrom oder bei Frauen auch durch starke Regelschmerzen. 

Dennoch ist es wichtig zu erwähnen, dass der Verlauf des Weichteilrheumas nicht pauschalisiert werden kann. Manche Betroffene haben Phasen, in denen sie gar keine Schmerzen haben und eine kleine Zahl der Patienten berichtet sogar, dass die Schmerzen mit den Jahren stark zurückgegangen sind.

In den meisten Fällen erreicht die Krankheit ab einem bestimmten Alter ihren Höhepunkt und bleibt dann auf diesem Schmerzniveau. 

Aus diesem Grund ist es auch so schwer, eine Weichteilrheuma-Diagnose zu stellen - zwischen Ausbruch und Diagnose können Jahre vergehen.  

In vielen Fällen beginnt das Weichteilrheuma in einem Gelenk oder einem bestimmten Punkt im Körper, sodass vorerst andere Krankheiten vermutet werden. Zugleich kann man das Weichteilrheuma nicht auf Röntgenbildern oder anderen typischen Diagnose Mitteln erkennen. Dies kann zu Fehldiagnosen und daher auch zu falschen Behandlungen führen. 

Wie kann man im Alltag mit Weichteilrheuma umgehen? 

Man kann nicht pauschal sagen, was für die Betroffenen von Weichteilrheuma im Alltag die beste Verhaltensweise ist, vielmehr geht jeder Mensch anders mit den Schmerzen um und auch der Grad der Schmerzen ist bei jeder Person anders.  

Neben einer Therapie sollte das Ziel im Alltag vor allem Stressreduktion sein und es sollte aktiv daran gearbeitet werden, die Muskeln und Gelenke zu entspannen. Das ist natürlich oftmals leichter gesagt als getan, zudem versuchen viele Betroffene, gegen den Schmerz anzukämpfen, was weiteren Stress und eine Verschlimmerung der Symptome zur Folge haben kann 

Stressreduktion kann für jeden einzelnen Menschen anders aussehen, bei manchen hilft Sport am besten, bei anderen Meditation oder ein Spaziergang in der Natur.  

Statt gegen die Krankheit anzukämpfen ist es zunächst notwendig, diese zu akzeptieren - so schwer dies anfangs auch fallen mag. Ist dieser erste Schritt erst einmal geschafft, kann der Stress erheblich reduziert werden, sodass auch oft die Schmerzen nachlassen. 

Ein Bekannter leidet an Weichteilrheuma - was können Sie tun? 

Von vielen Betroffenen dieser Krankheit hört man, dass ihre Schmerzen und Beschwerden nicht ernst genommen werden - aus diesem Grund können Sie als Bekannter, Verwandter oder Freund versuchen, Verständnis zu zeigen und das Problem ernst zu nehmen.  

Als gesunder Mensch kann man sich oft nicht vorstellen, von welchen Schmerzen die betroffene Person betroffen ist, und das teilweise Tag und Nacht. Deshalb sollte man Verständnis zeigen und für die Person da sein – dies kann schon dabei helfen, Stress zu reduzieren und somit im besten Fall auch die Schmerzen ein wenig zu minimieren. 

Ich möchte kostenlos und unverbindlich den was-heilt Info-Newsletter erhalten und stimme der Verarbeitung meiner Daten gemäß Datenschutzerklärung zu. Ich kann diesen Wunsch jederzeit widerrufen.

Neueste Beiträge:


Beliebt:

Empfohlen:


Ich möchte kostenlos und unverbindlich den was-heilt Info-Newsletter erhalten und stimme der Verarbeitung meiner Daten gemäß Datenschutzerklärung zu. Ich kann diesen Wunsch jederzeit widerrufen.

Die wichtigsten Fortbildungen für Deine Praxis

Pflichtunterweisung Hygiene für 1 Euro 14 Tage testen!​​​​

  • Interaktive Module, Übungen und Vorlagen für schnelle Umsetzung in der Praxis
  • Erledige essenzielle Themen in nur zwei Stunden pro Monat
  • Mach Schluss mit langwieriger Recherche und verbring mehr Zeit mit Dingen die Dir wichtig sind!

Empfohlen: 

Beliebt: