Juli 2019 Lesezeit 4 Minuten


Fettreiche Ernährung verändert die Darmflora

Ernährungsgewohnheiten regulieren offenbar den Anteil gesundheitsfördernder Bakterien im Darm. Chinesische Forscher von der Qingdao University haben  festgestellt, dass fettreiche Kost die Zahl der gesundheitsfördernden Bakterien des Mikrobions reduziert. Außerdem komme es schneller zu entzündlichen Prozessen im Körper. Schon nach sechs Monaten soll sich die Darmflora bei dem Verzehr von fettreicher Kost verändert haben.

Fettreiche Kost hat offenbar auch einen ungünstigen Einfluss auf das Darmmilieu. 

Auch die Blutfettwerte würden sich verschlechtern. Für ihre Forschungen teilten die Wissenschaftler ihre Teilnehmer in drei Gruppen ein. Je nachdem, welcher Gruppe die Probanden zugeteilt waren, mussten sich diese streng kontrolliert mit einem vorher definierten, unterschiedlichen prozentualem Anteil an Fetten ernähren. Dabei hat sich herausgestellt, dass sich einige der gesundheitsschädlichen Veränderungen durch den Verzehr fettreicher Nahrungsmittel mit der veränderten Zahl von Darmmikroben in Verbindung stehen.

Direkter Nachweis

Nach Erkenntnissen verschiedener Studien ist schon lange bekannt, dass eine Verbindung zwischen des Ernährungsstils und der Zusammensetzung des Mikrobions besteht. Mit der Studie aus China ist nun der direkte Nachweis gelungen, dass ein hoher Fettkonsum die Vermehrung verschiedener Darmbakterien fördert, beziehungsweise hemmt. Für die Forschungen an der Qingdao University wurden 217 gesunde und normalgewichtige Teilnehmer (Männer und Frauen) im Alter zwischen 18 und 35 Jahren zunächst wahllos in drei Gruppen eingeteilt. Anschließend gaben die Wissenschaftler vor, welche Lebensmittel in welchen Mengen die Probanden der drei Versuchsgruppen sechs Monate lang konsumieren sollen.

Nahrungsaufnahme überwacht

Während der gesamten Laufzeit der Studie wurde die Nahrungsaufnahme der Teilnehmer überwacht. Dabei waren die prozentualen Anteile von Ballaststoffen und Proteinen jeweils gleich. Nur der Gehalt von Kohlenhydraten aus Reis und Weizenmehl sowie der Fettgehalt in Form von Sojaöl unterschied sich jeweils von dem der anderen Gruppen. Außerdem achteten die Forscher darauf, dass alle Probanden auf die gleiche Menge an Gesamtkalorien kam. Während die erste Gruppe 20 Prozent der Nahrung in Form von Fetten aufnahm, waren es bei der zweiten 30, bei der dritten 40 Prozent.

Alle Teilnehmer nahmen ab

In Verlauf der Studie haben alle Teilnehmer Gewicht verloren. Die größte Gewichtsabnahme wurde bei der Gruppe festgestellt, die Nahrung mit 20 Prozent Fettanteil aufgenommen hat – also jene, die die geringste Menge Fett verzehrten. Bei ihnen wurde ebenso deutliche höhere Anteile von Darmbakterien der Gattungen  Faecalibacterium und Blautia im Mikrobiom gefunden. Diese Mikroben setzen Buttersäure frei, die wie andere kurzkettige Fettsäuren, entzündungshemmend wirken und darüber hinaus weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen. Teilnehmer der dritten Gruppe, jene mit dem Verzehr der höchsten Fettmenge, wiesen dagegen eine höheren Anteil an nicht-kurzkettigen Alistipes- und Bacteroides-Bakterien auf.

Hohe Entzündungswerte

Außerdem ermittelten die Wissenschaftler bei diesen Probanden relativ hohe Entzündungswerte. Inwieweit diese Studie auf alle Menschen und vor allem auf Menschen in den westlichen Industrieländern anwendbar ist, sei nach Angaben der Forscher noch zu klären.

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