Stand Mai 2022

Die Geschichte und Wirkung des Heilfastens

Das Fasten hat eine lange Geschichte und Tradition, Überlieferungen von Fastenkuren reichen zurück bis in die Antike.

Während das Fasten ursprünglich zur geistigen Reinigung oder aus religiösen Gründen vollzogen wurde, wird es seit Ende des 19. Jahrhunderts auch als therapeutisches Heilverfahren eingesetzt.

Spätestens mit dem Buch „Heilfasten“ von Otto Buchinger, das im Jahr 1935 veröffentlicht wurde, fand das Fasten aus medizinischen Gründen eine breitere Öffentlichkeit. Zum heutigen Zeitpunkt gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehrere Kliniken und Sanatorien, die sich auf therapeutisches Fasten spezialisiert haben.

Zum heutigen Zeitpunkt wird jedem, der fasten möchte empfohlen, einen individuellen Fastenplan zu erstellen und strenge Fastenkuren nur in Begleitung eines zertifizierten Experten durchzuführen.

Was ist die genaue Definition von Fasten?

Fasten bedeutet, für einen begrenzten Zeitraum freiwillig auf jegliche Nahrungs- und Genussmittel zu verzichten, die Zeitspanne des Verzichts liegt in der Regel zwischen fünf Tagen und fünf Wochen.

Während dem Fasten ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, sich viel zu bewegen und zu entspannen sowie den Darm regelmäßig zu entleeren.

Wieso fasten Menschen?

Die Gründe für eine Fastenkur sind vielfältig: Während manche durch den Verzicht auf Nahrung ihr Körpergewicht reduzieren wollen, fasten andere, um bestehende Erkrankungen zu bekämpfen oder einfach, um ihrem Körper und ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun.

Andere wiederum möchten ihren Körper damit auf eine Umstellung des Lebensstils oder der Ernährung vorbereiten.

Was ist der Unterschied zwischen „normalem“ Fasten und Heilfasten?

Wer für einen begrenzten Zeitraum auf Nahrung verzichtet, macht sein Bewusstsein für andere Inhalte frei. Durch eine Fastenkur werden überflüssige Reserven und aufgestaute Stoffwechselprodukte abgebaut – sie dient vor allem der Reinigung des Körpers, nicht der Gewichtsabnahme, und unterscheidet sich damit von einer Diät.

Im Gegensatz dazu liegt der Fokus beim Heilfasten auf der allgemeinen Gesundheit und bewusstem Verzicht, durch den eine Entlastung des Stoffwechsels und eine Entschlackung des Organismus erreicht werden soll. In dieser Zeit hat der Körper die Gelegenheit zur Erholung.

Gegen welche Krankheiten und Beschwerden kann das Heilfasten eingesetzt werden?

Das Heilfasten kann eine unterstützende Wirkung bei der Behandlung von Krankheiten und Beschwerden haben oder deren Symptome abmildern – dazu zählen unter anderem:

  • Adipositas/Fettleibigkeit (hier wird das Fasten oft als Übergangsphase zu einer neuen Ernährungsform genutzt
  • Herzkreislauferkrankungen
  • Gefäßkrankheiten (bspw. Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen)
  • Hautkrankheiten (bspw. Akne oder Neurodermitis)
  • Rheuma
  • Stoffwechselstörungen
  • Darmkrankheiten
  • Verdauungsbeschwerden
  • Gelenkerkrankungen
  • Allergien

Wie läuft das Heilfasten ab?

Eine Heilfasten-Kur dauert in der Regel ein bis zwei Wochen, der Zeitraum kann jedoch individuell und am besten in Absprache mit einem Therapeuten angepasst werden. Generell sollte man darauf achten, einen Zeitraum zu wählen, indem man ausreichend Zeit zur Verfügung hat und nicht unter Stress steht.

Die Fastenkur beginnt in der Regel mit einer Darmreinigung, die mithilfe eines Einlaufs aus Bitter- oder Glaubersalz durchgeführt wird.

Während der Fastenkur nimmt man keine feste Nahrung zu sich, zusätzlich verzichten die meisten Fastenden auch auf Alkohol, Nikotin, Kaffee und schwarzen Tee.

Die Flüssigkeitsaufnahme spielt in dieser Zeit eine besonders große Rolle: täglich sollten mindestens 2,5 Liter stilles Wasser oder ungesüßter Tee getrunken werden, was bei der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten unterstützt.

Nach einigen Tagen lässt das Hungergefühl bei den meisten Fastenden nach und es machen sich die ersten positiven Effekte bemerkbar.

Eine Fastenkur kann individuell gestaltet werden und es gibt auch einige Abwandlungen, wie z. B. das sog. „Saftfasten“. Hierbei handelt es sich um eine abgeschwächte Form des Fastens, bei der kein kompletter Verzicht auf Nahrung stattfindet, sondern zusätzlich zu Wasser und Tee noch Saft aus Obst und Gemüse getrunken wird. Dieser sollte ebenfalls nicht gesüßt sein und wird über den Tag verteilt in kleinen Portionen konsumiert. Auf diese Weise bekommt der Körper wichtige Mineral- und Ballaststoffe sowie Vitamine zugeführt.

Auch das Intervallfasten erfreut sich zunehmender Beliebtheit - mehr dazu erfährst du in unserem Artikel zum Thema: "Intervallfasten – Wie es geht, was es bringt und worauf man achten muss".

Wer sollte auf eine Fastenkur verzichten?

Wer fasten möchte, sollte körperlich und geistig gesund sein, da eine Fastenkur unter gewissen Umständen eine Belastung für den Körper darstellen kann.

Menschen, die unter den folgenden Beschwerden leiden, sollten eine Fastenkur (wenn überhaupt) nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen:

  • Schwere Herzkreislauferkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Nierenkrankheiten
  • Hormonelle Erschöpfungszustände
  • Ausgeprägte Schwächezustände
  • Schwere Infektionskrankheiten

Folgende Personengruppen sollten komplett auf eine Fastenkur verzichten:

  • Schwangere
  • Stillende
  • Kinder
  • Heranwachsende
  • Personen mit Essstörungen oder schweren psychischen Problemen

Generell empfehlen wir allen Menschen, die eine Fastenkur in Betracht ziehen, sich zur Sicherheit vorher mit ihrem Arzt oder Therapeuten des Vertrauens abzustimmen.

Alle weiteren Details und Techniken zum Thema Fasten erfährst du in unserem Buchtipp: "Fasten – Das große Handbuch: Heilen Sie Ihren Körper mit kurzem, langem und intermittierendem Fasten".

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