Zuletzt aktualisiert: Februar 2021

Dextromethorphan gegen Husten – Welche Risiken birgt das Mittel?

Dextromethorphan (abgekürzt DXM) wird sehr gerne gegen klassische Erkältungssymptome wie Hustenreiz, Schnupfen oder Halsweh eingesetzt und ist in Deutschland beliebt, da es sehr schnell und bis zu sechs Stunden lang wirkt, vor allem wird es gegen Hustenreiz eingesetzt.

Trockener, unproduktiver Husten, auch „Reizhusten“ genannt, wird durch eine Überaktivität des Hustenzentrums im Stammhirn ausgelöst. Dextromethorphan wirkt beruhigend auf dieses Zentrum und verschiebt seine Reizschwelle, was uns für eine gewisse Dauer Linderung verschafft.

Das Mittel wurde in den 1950er Jahren entwickelt und ist heutzutage in Sirup-, Tabletten-, Kapsel- oder Tropfenform erhältlich.

Worum genau handelt es sich bei Dextromethorphan?

Dextromethorphan ist ein hustenreizlindernder Wirkstoff, der zur Gruppe der Antitussiva gehört.

Eingesetzt wird er vor allem in der Behandlung von unproduktivem Reizhusten, die Wirksamkeit stützt sich unter anderem auf dem Agonismus am NMDA-Rezeptor sowie dem Agonismus am Sigma-1-Rezeptor. 

Welche Nebenwirkungen können durch Dextromethorphan hervorgerufen werden?

Zu den häufigsten Nebenwirkungen nach der Einnahme des Mittels zählen Müdigkeit und Schwindel, außerdem, aber weniger häufig kann es zu Übelkeit, Magen-Darm-Problemen und Erbrechen kommen.

Bei der Einnahme kann es zu Arzneimittel-Wechselwirkungen kommen, überdosiert kann Dextromethorphan psychoaktiv und halluzinogen wirken.

Aufgrund seiner halluzinogenen Wirkung wird die Arznei auch immer öfter als Rauschmittel missbraucht, insbesondere unter Jugendlichen, weshalb die Arzneimittelkommission (AMK) inzwischen explizit vor einem Missbrauch des Wirkstoffs warnt und sich für eine strenger kontrollierte Abgabe einsetzt. Im schlimmsten Fall kann es bei einer massiven Überdosierung zu Krämpfen, Atemdepressionen oder sogar einem Koma kommen.

In Deutschland sind Medikamente, die den Wirkstoff enthalten, jedoch nach wie vor rezeptfrei erhältlich. Hierzulande machen Apotheken mit rezeptfreien Hustenmedikamenten einen jährlichen Umsatz von ca. 400 Millionen Euro.

Gibt es zuverlässige Alternativen zu Dextromethorphan?

Es gibt einige Krankheiten, bei denen der Einsatz von Dextromethorphan nicht zugelassen ist, da der Wirkstoff das Atemvolumen beeinflussen und somit auch eine Beeinträchtigung der Sauerstoffversorgung hervorrufen kann. Zu diesen Krankheiten zählen unter anderem Lungenentzündungen, Asthma, COPD oder weitere Erkrankungen, die die Atemfunktion beeinträchtigen können.

Pentoxyverin

Patienten, die an einer der oben genannten Krankheit leiden, können auf Pentoxyverin zurückgreifen, das ähnlich wie Dextromethorphan wirkt und außerdem noch für eine Erweiterung der Bronchien sorgt. Im Gegensatz zu Hustenstillern, die der Gruppe der Opioide angehören (z. B. Codein, Dihydrocodein oder Hydrocodon) wirkt Pentoxyverin kaum atemdepressiv.

Auch Pentoxyverin ist in Deutschland rezeptfrei erhältlich, aber auch wenn es in einigen Fällen besser zur Behandlung geeignet ist als Dextromethorphan, sollte es trotzdem mit Vorsicht eingesetzt werden, denn auch bei diesem Arzneistoff kann es als Nebenwirkung zu gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen, auch Müdigkeit und anaphylaktische Reaktionen sind Symptome, die gelegentlich auftreten können.

Wenn zusätzlich zu Pentoxyverin noch Beruhigungs-, Schlaf- oder Betäubungs- bzw. Schmerzmittel eingenommen werden, sollte genau auf mögliche additive Effekte geachtet werden.

Natürliche Heilmittel als Alternative

Wer an einer klassischen Erkältung leidet und unangenehme Nebenwirkungen vermeiden möchte, kann auf natürliche bzw. pflanzliche Heilmittel zurückgreifen. Besonders gut eignen sich hier z. B. Arzneimittel, die Sonnentau, Spitzwegerich, Eibischwurzel oder Efeu enthalten.

Altbewährte Hausmittel gegen Hustenreiz sind Tee mit Honig, Salbei und Fenchel oder ein selbst zubereiteter Sud aus gehackter Zwiebel und Kandiszucker.

Wenn du mehr über wirkungsvolle Hausmittel gegen Erkältung und Husten herausfinden möchtest, empfehlen wir dir unseren Artikel zu diesem Thema.

Wenn der Husten nach mehr als zwei Wochen nicht besser wird, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Dies gilt auch, wenn du zusätzlich starke Müdigkeit empfindest oder Fieber hast – in diesem Fall solltest du dich sofort untersuchen lassen, ebenso, wenn du unter (nächtlichen) Hustenanfällen leidest, Brustschmerzen verspürst oder der Husten blutig ist.

Generell ist es in jedem Fall ist es ratsam, dich bei Fragen zu Behandlungsmethoden mit dem Arzt deines Vertrauens zu beraten.


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