November 2020 | Lesezeit 5 Minuten


Das menschliche Immunsystem - Wie es funktioniert und wie man es stärken kann 

Das menschliche Immunsystem ist ein sehr sensibles und komplexes Netzwerk, das sich über unseren ganzen Organismus verteilt. So gehören zum Beispiel Organe wie die Milz, die Lymphknoten oder das Knochenmark zum Immunsystem, aber auch spezielle Blutzellen. Dabei kann zwischen der spezifischen und der unspezifischen Abwehr unterschieden werden.

Nachfolgend soll auf das Immunsystem und seine Funktionen bzw. auf die Stärkung des Immunsystems näher eingegangen werden. 

Frau mit Rucksack in der Natur

Manche Menschen haben ein schwächeres Immunsystem als andere - diesen Umstand kann man allerdings ausgleichen, wenn man auf einige Dinge achtet.

Spezifisches Immunsystem und seine Funktionen 

Wenn Bakterien oder Viren in unseren Körper eindringen, werden Abwehrzellen aktiviert, die den Erreger identifizieren, die fremden Zellen aufnehmen und diese dann in weiterer Folge zerstören.

Manchmal sind Eindringlinge aber auch sehr geschickt getarnt und der Körper erkennt nicht, dass es sich dabei um gefährliche Fremdzellen handelt. In diesem Fall kommt das spezifische Immunsystem zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise B-Zellen sowie T- und B-Lymphozyten, die in der Lage sind, einen Erreger mit Antikörpern zu markieren, wodurch er für die natürlichen Killer- und Fresszellen erkenntlich wird.  

Unspezifisches Immunsystem und seine Funktionen 

Beim unspezifischen Immunsystem handelt es sich um eine angeborene Abwehr, wodurch Krankheitserreger bzw. Fremdkörper schon beim Erstkontakt unschädlich gemacht werden können.

Die unspezifische Abwehr schützt uns von Geburt an durch die natürlichen Killer- und Fresszellen, die Fremdkörper und Erreger direkt aufnehmen, diese unschädlich machen und abtransportieren.

Diese Zelltypen funktionieren wie eine Art Schutzpolizei, sie patrouillieren im Organismus und gehen im Fall des Falles gegen Erreger vor.

Im Gegensatz zum unspezifischen Immunsystem entwickelt sich die spezifische Abwehr erst nach der Geburt, wobei sich der Körper mithilfe von Gedächtniszellen verschiedene Erreger merken kann.

Die spezifische Abwehr wird dann von den weißen Blutkörperchen übernommen.  

Das Immunsystem und weitere Funktionen 

Auch die Lymphknoten, von denen jeder etwa 100-200 besitzt, gehören zum Immunsystem, wobei die meisten davon in der Achselhöhle, am Hals bzw. am Kopf zu finden sind.

Das Lymphsystem setzt sich aus Lymphgefäßen bzw. Lymphknoten zusammen, die ein Netz bilden und die Lymphe filtern. Darüber hinaus werden auch entartete Zellen bzw. Erreger über das Lymphsystem entsorgt. 

Das Immunsystem kann aber nicht nur Krankheitserreger abwehren, sondern es wird auch bei einer mechanischen Verletzung, einer Infektion oder bei chemischen Reizen aktiv.  

Die Immunreaktion 

Kann ein Erreger in den Organismus gelangen, so tritt eine Immunreaktion auf. Dabei wird auf Arbeitsteilung gesetzt. Mithilfe der Fresszellen werden die Spuren der Erreger gesichert und bei einem Erstkontakt von diesen einfach "aufgefressen".

Der Steckbrief des Eindringlings wird dann an die T- und B-Lymphozyten weitergeleitet. Taucht der Erreger nun erneut im Körper auf, können sie den Eindringling dann zur Strecke bringen.

Unterstützung erhalten sie dabei von den Antikörpern, die sich an die Erreger anheften und diese unschädlich machen können.

Außerdem ist es ihnen auch möglich, Eindringlinge zu markieren, sodass sie für die Abwehrzellen dann schnell sichtbar sind.

Wie man das Immunsystem stärken kann 

Täglich tummeln sich um uns herum verschiedenste schädliche Erreger wie Pilze, Viren oder Bakterien, die für Immungeschwächte oder ältere Menschen auch gefährlich werden können, wie beispielsweise das Corona-Virus.

Manche Personen hingegen werden sehr selten krank, was auf ein starkes Immunsystem zurückzuführen ist.

Aus diesem Grund findest du hier unterschiedliche Tipps, wie man sein Immunsystem stärken und sich vor Erkrankungen wie Grippe oder Corona schützen kann.

Immunsystem stärken durch gesunde Ernährung 

Damit das Immunsystem gut funktioniert, benötigt der Körper verschiedenste Nährstoffe und Vitamine.

Dazu gehören beispielsweise Kupfer, Eisen, Selen, Zink, Vitamin E, Vitamin D, Vitamin C, Vitamin B12 und B6 sowie Vitamin A.

Viele Wissenschafter sind der Meinung, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Immunsystem und der Darmgesundheit gibt, daher sollte man sich bei einem geschwächten Immunsystem auch ballaststoffreich ernähren.

Um das Immunsystem zu stärken, eignen sich vor allem Lebensmittel wie Nüsse, dunkle Trauben und Beeren, Zitrusfrüchte, Spinat, Tomaten, Karotten, Knoblauch oder Brokkoli.  

Genügend Sonnenlicht 

Sehr essenziell für ein starkes Immunsystem ist Vitamin D, wobei wir einen Teil davon über die Nahrung aufnehmen können.

Darüber hinaus wird Vitamin D auch dann produziert, wenn Sonne auf unsere Haut trifft. Daher sollte man vor allem in den Herbst- bzw. Wintermonaten darauf achten, genug Zeit im Freien zu verbringen, um auf diese Weise sein Immunsystem zu stärken.

Vor allem in lichtärmeren Monaten kann man bei einem eventuellen Mangel an Vitamin D auch noch zusätzlich Vitamin-D-Präparate nach Absprache mit einem Arzt einnehmen. 

Immunsystem stärken durch ausreichend Bewegung 

Radfahren, Schwimmen und Laufen sind Sportarten, die nach wie vor sehr effektiv sind, um Gefäße und Herz sowie das Immunsystem zu stärken.

Maßgebend dabei sind vor allem der Anstrengungsgrad und das Tempo, denn eine Überanstrengung kann zur gegenteiligen Wirkung führen.  

Weniger Stress 

Auch durch viel Stress wird die Immunabwehr geschwächt und die Anfälligkeit für Erkrankungen wie Grippe oder grippale Infekte steigt.

Chronischer Stress führt zu Erschöpfungszuständen, was natürlich Erregern perfekte Bedingungen bietet, um sich zu vermehren. Ruhige Stunden sollten daher genutzt werden, um sich gezielt zu entspannen. 

Ausreichend trinken 

Wer zu wenig Flüssigkeit aufnimmt, fühlt sich nicht nur ausgelaugt und müde, sondern wird auch infektanfälliger, wobei vor allem die ausgetrockneten Schleimhäute schuld daran sind, da Bakterien und Viren dann nicht abtransportiert werden.

Sehr empfehlenswert ist Grüner Tee, denn in diesem sind Antioxidantien enthalten, durch die das Immunsystem unterstützt wird.  

Schlafen Sie gut? 

Sehr wichtig für das Immunsystem ist auch ausreichend Schlaf, da wir unserem Körper dann eine Pause gönnen und er sich regenerieren und erholen kann. Dadurch kann er neue Energie schöpfen, die er zur Abwehr von Bakterien und Viren benötigt.

Menschen, die an Schlafstörungen leiden, sind meist auch anfälliger für Erkrankungen, da sich der Körper nie ausreichend erholen kann. Ideal wären etwa sieben Stunden Schlaf, damit der Körper voll auftanken kann. 

Sauna und Wechselbäder 

Eine weitere Möglichkeit, um sein Immunsystem zu stärken, bieten regelmäßige Saunabesuche bzw. Wechselbäder.

Durch einen Wechsel von warm und kalt kommt unser Stoffwechsel in Schwung, außerdem wird dadurch die Durchblutung gefördert.

Durch einen Saunagang werden ebenfalls Abfallprodukte abtransportiert und dann ausgeschieden.  

Die Kraft von Ingwer 

Wer sich gegen Erkrankungen wie Grippe oder Corona schützen möchte, kann auch zum Ingwer greifen.

Ingwer gilt in Asien bereits seit Jahrtausenden als Heilmittel und zahlreiche Forschungen zeigen, dass Ingwer den Organismus dabei unterstützt, gegen Entzündungen bzw. Krankheitserreger vorzugehen.

Treten die ersten Anzeichen für eine Erkältung auf, so kann man sich einen Ingwertee zubereiten, für den man einfach einige Scheiben Ingwer mit einem Liter Wasser etwa 15 Minuten lang kochen lässt. Danach werden die Ingwerstücke herausgenommen und man kann den Tee noch mit Zitrone oder Honig verfeinern.  

Die exotische Wurzel Kurkuma 

Kurkuma ist nicht nur ein Gewürz, das sehr vielseitig einsetzbar ist, sondern auch eine Heilpflanze mit großer Wirkung.

Die Wurzel enthält zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe wie Zink, Magnesium, Kalium, Vitamin C und B bzw. Curcumin und ist daher sehr gut geeignet, um sein Immunsystem zu stärken.

Wer sehr häufig an Fieber oder Erkältungen leidet, sollte regelmäßig Kurkuma zu sich nehmen, wobei man es immer mit Fett (z.B. Leinöl oder fetthaltiger Milch) bzw. schwarzem Pfeffer mischen sollte, damit es vom Körper auch gut aufgenommen werden kann.

Alternativ kann man aus der Wurzel auch einen Tee zubereiten, für den man einen Teelöffel der in Scheiben geschnittenen oder geriebenen Wurzel mit etwa 0,25 l kochendem Wasser übergießt und etwa sechs Minuten lang ziehen lässt.

Anschließend wird die Wurzel abgeseiht und der Tee kann dann heiß genossen werden. 

Echinacea oder Sonnenhut 

Der Sonnenhut oder Echinacea kommt ursprünglich aus Nordamerika und wurde bereits von den Indianern als Heilpflanze geschätzt, die Echinacea bei Fieber, Husten oder Grippe verabreichten.

Untersuchungen zeigen, dass der Sonnenhut über eine krebshemmende, wund- und entzündungsheilende, pilztötende bzw. virenhemmende Wirkung verfügt und vor allem bei den ersten Anzeichen einer Erkältung eine deutliche Besserung bewirkt. 

Tragantwurzel oder Astragalus 

Die Tragantwurzel bzw. Astragalus ist eine der wichtigsten Heilpflanzen in der chinesischen Medizin, mit der man das Blut tonisieren sowie das Immunsystem anregen kann. In der TCM setzt man die Pflanze daher bei Immunschwäche ein. 

Inzwischen kennt man Astragalus auch im Westen, wo man sie auch dazu verwendet, beispielsweise eine Hühnerkraftsuppe zuzubereiten. 

Immunsystem stärken durch Aromatherapie 

Es gibt zahlreiche Studien, die zeigen, dass essenzielle Öle eine desinfizierende Wirkung haben, sodass sich Krankheitserreger weniger rasch ausbreiten können und man sich damit vor Erkrankungen wie Grippe schützen kann.

Einige Düfte, die sich dazu besonders gut eignen, sind Weihrauch, Salbei, Rosmarin oder Thymian 

Angst kann das Immunsystem unterdrücken 

Viele Menschen haben Angst davor, sich mit Grippe oder auch mit Corona anzustecken, was natürlich auch seine Berechtigung hat.

Allerdings ist Angst eine sehr starke Bremse für die Immunabwehr.

Daher sollte man sich nicht zu viel mit der Angst vor einer eventuellen Ansteckung beschäftigen. Stattdessen sollte man sich mit Menschen bzw. Dingen umgeben, die einen glücklich machen, da die Glückshormone Dopamin und Serotonin die Wirkung unseres Immunsystems verstärken. Diese Stoffe entstehen beispielsweise, wenn man meditiert oder anderen angenehmen Tätigkeiten nachgeht.  

Fazit: Das Immunsystem, seine Funktionen und die Stärkung der Immunabwehr 

In Zeiten von Grippe und Corona ist es sehr wichtig, vor allem Stress zu reduzieren und auf einen entspannten Tagesrhythmus sowie die Ernährung zu achten.

Egal, ob es sich um Corona oder einen anderen Erreger handelt - durch ein starkes Immunsystem kann eine Erkrankung verhindert bzw. deutlich abgeschwächt werden.

Übernehmen Sie außerdem Verantwortung für andere Menschen, indem sie bei auftretenden Symptomen zuhause bleiben und Sozialkontakte meiden, um andere nicht anzustecken. 


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