Zuletzt aktualisiert: August 2021

Die Darmspiegelung – Informationen zur Vorsorgeuntersuchung

Mithilfe einer Darmspiegelung ist es möglich, Krebs schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen und damit dem Schlimmsten vorzubeugen – die Untersuchung ist mit fast keinen Risiken verbunden. In diesem Artikel erfährst du, wie eine Darmspiegelung abläuft und was man als Patient beachten sollte.

Weshalb werden Darmspiegelungen durchgeführt und wer sollte sich untersuchen lassen?

Man kann Darmkrebs sehr gut vorbeugen, sofern man erste Anzeichen erkennt – in diesem Fall sind das Wucherungen - sog. „Polypen“ - die sich im Dickdarm befinden.

Seit dem Jahr 2002 werden Darmspiegelungen von der Krankenkasse übernommen. Männer können die Leistung schon ab 50 Jahren regelmäßig in Anspruch nehmen, da sie häufiger und oft früher von der Erkrankung betroffen sind, Frauen haben ab dem 55. Lebensjahr die Möglichkeit.

Zusätzlich sollte jeder Erwachsene seinen Stuhl ein Mal im Jahr auf Blut untersuchen lassen.

Seit Einführung der kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen konnte die Rate der Darmkrebs-Neuerkrankungen um ca. 25 Prozent gesenkt werden, die Sterblichkeit bei Männern sank um knapp 36 Prozent und bei Frauen sogar um 40,5 Prozent. Dennoch zählt die Krebsart hierzulande mit rund 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr nach wie vor zu den häufigsten Krebserkrankungen, über 23.000 Personen sterben jedes Jahr daran.

Was passiert bei einer Darmspiegelung?

Bei einer Darmspiegelung, die in der Fachsprache auch Koloskopie genannt und vom zuständigen Facharzt für Gastroenterologie durchgeführt wird, erfolgt eine Untersuchung des Dickdarms mithilfe einer Darmsonde (einem sog. Endoskop). Diese ist mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet und wird mithilfe eines biegsamen Schlauchs in den After eingeführt. Auf diese Weise werden Aufnahmen der Darmschleimhaut auf einem Bildschirm angezeigt.

Wenn der Arzt auffällige Stellen entdeckt, führt er eine Biopsie durch, d.h., es werden Gewerbeproben zur späteren Untersuchung entnommen. Sollten Polypen entdeckt werden, können sie sofort mithilfe einer Zange oder Schlinge entfernt werden, die sich ebenfalls am Endoskop befinden.

Eine Darmspiegelung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten und ist schmerzfrei, auf Wunsch können Patienten sich während der Untersuchung allerdings auch in einen leichten Schlaf versetzen lassen.

Im Anschluss folgt ein kurzes Gespräch mit dem Arzt, woraufhin man noch am selben Tag wieder nach Hause entlassen wird. Laut Umfragen empfinden über drei Viertel aller Patienten die Prozedur als gut erträglich.

Können Darmspiegelungen auch Nachteile mit sich bringen?

Die Darmkrebs-Vorsorge bringt nur sehr geringe Risiken mit sich – im Durchschnitt kommt es nur bei 5 von 10.000 Untersuchungen zu Verletzungen des Darms, wenn Polypen entfernt werden.

Sollten sich Patienten für eine Betäubung während der Behandlung entscheiden, kann es temporär zu Schwindelgefühlen, Atembeschwerden oder Problemen mit dem Herz-Kreislauf-System kommen.

Was müssen Patienten vor der Untersuchung beachten?

Auf eine Darmspiegelung sollte man sich etwa zwei Tage lang vorbereiten. Dazu gehört, dass man in diesem Zeitraum auf schwer verdauliche Nahrung verzichtet und ab dem Nachmittag vor der Prozedur gar keine feste Nahrung mehr zu sich nimmt.

Zudem ist es notwendig, eine spezielle Lösung einzunehmen, die u.a. auch Abführmittel enthält – diese wird das letzte Mal vier Stunden vor der Untersuchung eingenommen. Da sich der Darm in diesem Zeitraum vollständig entleert, ist darauf zu achten, dass man sich immer in der Nähe einer Toilette befindet.

Wenn man sich dazu entschließt, während der Darmspiegelung ein Beruhigungsmittel einzunehmen, sollte man danach nicht mehr selbst Auto fahren, daher sollte man auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen oder sich einen Fahrer organisieren.

Was passiert nach der Darmspiegelung?

Wenn keine Auffälligkeiten festgestellt werden, ist die nächste Darmspiegelung erst wieder in sieben bis zehn Jahren fällig. Jeder Erwachsene hat die Möglichkeit, sich ab dem 50. bzw. 55. Lebensjahr bis zum Alter von 65 Jahren zwei Mal untersuchen zu lassen. Sollten Polypen entdeckt und entfernt werden, erfolgt eine Untersuchung der entnommenen Gewebeproben auf Krebs – das Ergebnis wird dem Patienten einige Tage nach der Untersuchung mitgeteilt. Sollte der Befund positiv sein, beginnt umgehend eine Therapie und es folgen weitere Untersuchungen wie bspw. eine Computertomografie.

Auch wenn die Auffälligkeiten gutartig sind, muss man vorsichtig sein und den Abstand zwischen den Darmspiegelungen auf drei bis fünf Jahre verkürzen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Darmspiegelungen sehr wirksam in der frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Darmkrebs sind. Jeder Erwachsene im entsprechenden Alter sollte diese kostenlose Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen, auch wenn die Vorstellung für manche unangenehm erscheint.

Solltest du dennoch Vorbehalte oder Bedenken haben, empfehlen wir dir, dich mit dem Arzt deines Vertrauens auszutauschen.

Weiterführende Informationen zu Erkrankungen des Darms liefert dir das folgende Buch: "Entzündliche Darmerkrankungen: Klinik, Diagnostik und Therapie".

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