März 2020 | Lesezeit 5 Minuten


Coronavirus aktuell - Fakten und Handlungsempfehlungen zur Verhinderung der Ausbreitung

Das Coronavirus ist mehr denn je fester Bestandteil der täglichen Berichterstattung in den Medien, und auch in Deutschland gibt es aktuell mehrere hundert bestätigte Ansteckungen mit dem Erreger, weshalb sich viele Deutsche immer größere Sorgen um ihre Gesundheit machen. Wir haben uns die aktuelle Situation genau angesehen und fassen in diesem Artikel die wichtigsten Informationen kompakt für Dich zusammen.

Gefahr durch Coronavirus

Wie groß ist der Anlass zur Sorge über die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland? Wir haben uns die Fakten angesehen.

Was wissen wir über die Ursache des Ausbruchs?

Coronaviren an sich sind der Wissenschaft schon seit den 1960er Jahren bekannt, und auch für vergangene Pandemien, die durch das SARS- oder MERS-Virus ausgelöst wurden, waren Coronaviren verantwortlich. Beim aktuell grassierenden Virus handelt es sich um eine neue Form, die auch unter der Bezeichnung "2019-nCoV" bzw. "Covid-19" bekannt ist. Aktuell wird davon ausgegangen, dass sich die ersten Menschen Anfang Dezember auf einem Lebensmittelmarkt in Wuhan (China) angesteckt haben, der Anfang Januar geschlossen wurde.

Wie kann das neuartige Coronavirus übertragen werden?

Das aktuelle Virus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Übertragung - genau wie bei anderen Formen des Coronavirus – primär über die Sekrete des Respirationstraktes erfolgt. Auch in Stuhlproben erkrankter Personen konnten die neuartigen Coronaviren nachgewiesen werden. Ob die Übertragung der Erreger auch fäkal-oral möglich ist, konnte bisher allerdings nicht abschließend geklärt werden.

Die Inkubationszeit kann nach aktuellem Wissensstand bis zu 14 Tage betragen.

Welche Anzeichen und Symptome werden durch das Virus verursacht?

Genau wie andere respiratorische Erreger kann das neuartige Coronavirus Symptome wie Schnupfen, Husten, Fieber und Halsweh bzw. Halskratzen auslösen, manche Patienten sind auch von Durchfallerkrankungen betroffen. 

Bei einem Teil der Erkrankten schlägt das Virus einen schweren Verlauf ein, der mit Atemproblemen und Lungenentzündungen einhergehen kann – Todesfälle sind bisher vor allem bei Personen im fortgeschrittenen Alter oder mit chronischen Vorerkrankungen eingetreten.

Die Sterberate bei labordiagnostisch bestätigten Viruserkrankungen liegt derzeit bei ca. zwei Prozent – insgesamt ist allerdings von einem geringeren Wert auszugehen, da man nur die Daten von Patienten zur Verfügung hat, die in Krankenhäusern behandelt wurden.

Wie ist die aktuelle Situation in Deutschland?

Laut aktuellen Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI) gibt es zurzeit 349 bestätigte Covid-19-Fälle in Deutschland (Stand 05.03.20, 08:00 Uhr) - die am schwersten betroffenen Bundesländer sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Weltweit liegt die Zahl von bestätigten Infektionen bei rund 95.000, davon 80.000 aus China.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bewertet die aktuelle Lage in Deutschland in Bezug auf Infektionsfälle mit dem Coronavirus mit eigenen Worten "ausdrücklich und ganz bewusst nicht" als Katastrophe.

Der Krankheitsverlauf der in Deutschland behandelten Patienten beschränkte sich bisher in den allermeisten Fällen auf klassische Erkältungssymptome, nur bei wenigen Menschen traten zusätzlich Fieber oder Lungenentzündungen auf - aus China, Italien und anderen Ländern erreichen uns allerdings regelmäßig Berichte von Pneumonien und Todesfällen, was aber vor allem daran liegt, dass dort eine viel größere Anzahl von Menschen erkrankt ist.

Sollte sich das Virus in Deutschland ebenfalls stärker verbreiten, ist insbesondere in Risikogruppen (ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen) allerdings ebenfalls mit Todesfällen zu rechnen.

Zwei Drittel von uns werden sich infizieren - doch in welchem Zeitraum?

Der Berliner Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass sich 60 bis 70 Prozent aller Deutschen letztendlich mit dem neuartigen Coronavirus infizieren werden - ob es dabei Grund zur Sorge gibt, kommt vor allem darauf an, in welchem Zeitraum die Infektionen stattfinden.

Sollten sich viele Personen über einen kurzen Zeitraum hinweg mit dem Coronavirus infizieren, droht eine explosionsartige Ausbreitung. Dies hätte höchstwahrscheinlich - ähnlich wie aktuell in China - eine massive Überlastung der Krankenhäuser und des Gesundheitssystems zur Folge.

Isolationsmaßnahmen dienen daher in erster Linie nicht dem Ziel, die Ausbreitung völlig zu verhindern, sondern sie so weit wie möglich zu verlangsamen. Zum einen wird auf diese Weise der Druck auf das Gesundheitssystem verringert, zum anderen wird es mit voranschreitender Zeit auch immer wahrscheinlicher, geeignete Behandlungsmethoden zu finden und das Virus so besser kontrollieren zu können.

Leider müssen wir in jedem Fall auch in Deutschland davon ausgehen, in den kommenden Tagen und Wochen erste Todesopfer durch Covid-19 beklagen zu müssen. 

Dennoch sollte dies in Relation zu anderen Zahlen gesetzt werden: Die Grippewelle (Influenza) 2017/18 kostete rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben.

Wie kann ich mich schützen und eine Ausbreitung verhindern?

Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus besteht in einer adäquaten Handehygiene, sprich regelmäßigem und auführlichem Händewaschen mit den geeigneten Reinigungsmitteln.

Auch wenn sie in Deutschland teilweise schon ausverkauft sind und ein Exportstopp veranlasst wurde, hilft ein Mundschutz nur bedingt: Zwar verhindert er die Übertragung der eigenen Keime auf andere Personen, vor einer Ansteckung schützt er jedoch nicht.

Damit Du Dich und Dein Umfeld bestmöglich vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus schützen kannst, haben wir die wirksamsten Präventionsmaßnahmen gegen Infektionen kompakt in PDF-Form für Dich zusammengefasst - auch zum Ausdrucken. Über unseren Newsletter informieren wir Dich gerne auch in Zukunft regelmäßig zu den wichtigsten Themen rund um Medizin und Gesundheit.

Darf unverändert vervielfältigt, ausgehängt und an Patienten oder Kollegen weitergegeben werden!

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