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CBD gegen das Tourette-Syndrom

Das sogenannte Tourette-Syndrom (TS) ist eine neuropsychiatrische Erkrankung, bei der die Betroffenen unter Tics leiden. Diese machen sich durch plötzliche Bewegungen, Wortäußerungen oder Laute bemerkbar, wobei es den Patienten nicht möglich ist, die Tics zu kontrollieren.

Meistens tritt das Tourette-Syndrom schon im Kindesalter auf, manchmal entwickelt sich die Krankheit aber auch erst im Jugend- bzw. jungen Erwachsenenalter.

Da man mit den unwillkürlichen Äußerungen und Handlungsweisen oft auf Unverständnis stößt, ist Tourette auch mit einem sehr hohen Leidensdruck verbunden. Dieser Leidensdruck könnte möglicherweise durch die Einnahme von Cannabidiol oder CBD vermindert werden.

Was ist CBD?

THC oder Tetrahydrocannabinol ist fast jedem ein Begriff. Es handelt sich dabei um ein Cannabinoid, das aus Hanf gewonnen wird und auch eine psychoaktive Wirkung hat.

THC setzt man zu medizinischen Zwecken ein, um verschiedenste Beschwerden bzw. Symptome zu lindern.

Weniger bekannt ist CBD, das ebenfalls aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol hat es aber keine berauschende Wirkung, sondern verfügt über entzündungshemmende, schmerzlindernde, angstlösende und beruhigende Eigenschaften. Vor allem der beruhigende Effekt ist für Patienten, die an Tourette leiden, interessant.

Wie könnte CBD gegen Tourette wirken?

Jeder Mensch verfügt über ein Endocannabinoid-System, das die zwei Rezeptoren CB1 bzw. CB2 nutzt. Unter anderem sind die Rezeptoren in den Nervenzellen bzw. im Gehirn zu finden.

Auch unser Organismus kann Cannabinoide herstellen, die dann als Endocannabinoide bezeichnet werden. Darüber hinaus kann man dem Organismus Cannabinoide auch über entsprechende Produkte zuführen.

Die aufgenommenen Cannabinoide treten dann mit dem Endocannabinoid-System in Interaktion, wodurch unterschiedliche Wirkungen hervorgerufen werden.

In Hinblick auf Tourette sind vor allem die CB1-Rezeptoren von Bedeutung, da sie Einfluss auf die Bewegungskontrolle haben. CB1-Rezeptoren sind vor allem im Gehirn zu finden, wo auch die Bewegungssteuerung ihre Wurzeln hat.

Werden die CB1-Rezeptoren angesprochen, so wirkt dies auch auf das Dopamin-System, wobei weniger Dopamin freigesetzt wird und unkontrollierte Bewegungsimpulse, wie sie auch beim Tourette-Syndrom auftreten, können vermindert werden.

Studienergebnisse zu CBD und Tourette

Mit Blick auf Tourette und den Einsatz von CBD gibt es bereits einige interessante Studienergebnisse. So erhielten in einer Studie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zwischen acht und 16 Jahre alt waren, entweder ein Placebo (Scheinmedikament) oder ein CBD-Öl.

Sie wurden damit acht Wochen lang behandelt, wobei sehr gute Resultate mit CBD erzielt werden konnten und keine Nebenwirkungen auftraten.

Schlussendlich konnte man feststellen, dass sich die unkontrollierte Artikulation bzw. die Tics verbessert hatten.

Herkömmliche Therapie vs. CBD

Bei Tourette-Patienten treten verschiedenste Symptome auf. Neben vokalen und motorischen Tics leiden die Patienten oftmals auch an einer mangelnden Konzentration und entwickeln im Laufe der Zeit manchmal auch Zwangsstörungen, ADHS oder soziale Phobien.

Die Symptomatik wird durch Emotionen wie Aggression, Angst oder Freude noch zusätzlich verstärkt. Mittlerweile gibt es für das Tourette-Syndrom unterschiedliche Therapie-Möglichkeiten. Alle verfolgen aber das Ziel, die auftretenden Symptome zu verringern und den Patienten mehr Lebensqualität zu verschaffen.

Von der Krankenkasse werden derzeit psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungen sowie chirurgische Eingriffe anerkannt.

Mit Hilfe von Medikamenten soll eine antipsychotische und dämpfenden Wirkung erzielt sowie die auftretenden Tics verringert werden. Die eingesetzten Substanzen haben aber oft erhebliche Nebenwirkungen, da sie in das Dopamin-System eingreifen.

Bei psychotherapeutischen Behandlungen wird oftmals Musik eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern. Eine weitere Therapieoption sind chirurgische Eingriffe. So kann man beispielsweise einen Chip einpflanzen, um die Krankheitssymptome zu bekämpfen.

Aber auch bei dieser Behandlungsoption können durchaus schwere Nebenwirkungen auftreten. Im Vergleich dazu ruft CBD keine extremen Begleiterscheinungen hervor.

Mit CBD kann es gelingen, den Dopamin-Einfluss zu begrenzen und das biochemische Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen.

Erfahrungen mit CBD bei Tourette

Durch den Einsatz von medizinischem Cannabis konnten bereits Erfolge bei der Linderung des Tourette-Syndroms erzielt werden. Die Betroffenen stellten fest, dass sich die Tics durch den Einsatz der Arzneimittel verbesserten und auch psychiatrische Begleitsymptome wie zum Beispiel Konzentrationsprobleme, Ängste oder Unruhe konnten gelindert werden.

In zwei Studien überzeugte bereits das Arzneimittel Dronabinol (THC), mit dem Tics reduziert werden konnten. Andere Betroffene behandelt man auch mit Cannabis-Medikamenten wie zum Beispiel SATIVEX®, wobei die Therapie scheinbar zu keinerlei Abhängigkeiten führt und von den Patienten sehr gut vertragen wird.

Etwas überschaubarer sind die Erfahrungswerte mit CBD, da hier noch nicht auf ausführliche Berichte zurückgegriffen werden kann.

Richtige Dosierung von CBD

Cannabidiol ist ein natürlicher Extrakt, der in jedem Körper anders wirkt. Daher raten Experten auch zu einer individuellen Dosierung. Es empfiehlt sich, zunächst eine geringe Dosis auszuprobieren und diese dann langsam zu erhöhen, bis der gewünschte Effekt eintritt.

Zur Orientierung könnte man eine tägliche Einnahme von 2  4 Tropfen eines CBD-Öls heranziehen.

Es gibt aber auch andere Darreichungsformen wie zum Beispiel CBD-Kapseln, CBD-Liquids oder CBD-Pastillen. Sehr beliebt ist das CBD-Öl, da die Anwendung bzw. die Dosierung sehr einfach sind.

Die meisten setzen dabei auf eine sogenannte sublinguale Anwendung, das heißt, man gibt die Tropfen einfach eine Zeit lang unter die Zunge, bevor man die Produktreste dann hinunterschluckt.

Im besten Fall verzichtet man dann auch etwa zwanzig Minuten lang auf Getränke bzw. Speisen. Dadurch kann die Mundschleimhaut die Wirkstoffe des Produkts besonders gut aufnehmen.

Können durch die Einnahme von CBD Nebenwirkungen auftreten?

CBD ist ein Extrakt, den man aus Hanf gewinnt. Auch wenn es bei herkömmlichen Arzneimitteln, die zur Behandlung von Tourette eingesetzt werden, viel öfter zu Nebenwirkungen kommt, können diese auch bei der Einnahme von CBD auftreten.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Schläfrigkeit, Benommenheit bzw. Mundtrockenheit. Darüber hinaus sollten auch mögliche Wechselwirkungen beachtet werden.

Forscher haben festgestellt, dass CBD einen Einfluss auf körpereigene Enzyme haben kann, wodurch Medikamente entweder eine stärkere oder eine schwächere Wirkung haben. Sofern man regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte man daher vor der Einnahme von CBD Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten.

Menschen, die an Tourette leiden, nehmen sehr häufig Arzneimittel ein, damit ihre Tic-Störung kontrolliert werden kann.

Untersuchungen haben gezeigt, dass CBD vor allem mit Neuroleptika, Schmerzmitteln, Gerinnungshemmern bzw. Säurehemmern interagieren kann.

Zu unerwünschten Begleiterscheinungen kann es auch kommen, wenn man CBD gleichzeitig mit Melatonin, Johanniskraut, L-Tryptophan, Hopfen, Kava oder Katzenminze einnimmt. In dieser Kombination konnte dann zumeist eine erhöhte Schläfrigkeit nachgewiesen werden.

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