​Juni 2019 Lesezeit 3 Minuten


Brustkrebs: Biomarker-Test bald Kassenleistung? 

Im Juni 2019 hat der Gemeinsame Bundesausschuss der Kassenärzte und gesetzlichen Krankenkassen beschlossen, einen Biomarker-Test zur Erkennung von Brustkrebs auf den Weg zu bringen. Dieser Test soll Kassenleistung werden. Nun prüft das Gesundheitsministerium diesen Beschluss.

Brustkrebs trifft in Deutschland jährlich rund 70000 Frauen.  

Der Biomarker- Test ist besonders zur Erkennung von Brusttumoren im Frühstadium  geeignet. Die neue Methode soll die Behandlung bei Brustkrebs verbessern, weil dieser durch den Einsatz von Markern deutlich besser erkannt werden kann. Unter anderem kann dieser Test einen Betrag für die Entscheidung leisten, ob eine Chemotherapie nach einer Operation infrage kommt oder nicht.

Ministerium muss zustimmen

Rund 20000 Frauen pro Jahr könnten von der Entscheidung profitieren.  In Kraft tritt der Beschluss dann, wenn das Bundesministerium grünes Licht gibt und der Test im Bundesanzeiger veröffentlicht ist. Parallel dazu muss der Bewertungsausschuss über die Höhe der Vergütung  eine Entscheidung treffen.

Chemotherapie oder nicht?

Insgesamt erkranken in Deutschland pro Jahr rund 70000 Frauen an Brustkrebs. Befindet sich der Tumor noch in einem frühen Stadium, kann er durch eine Operation komplett entfernt werden. Häufig ist anschließend eine Chemotherapie nötig. Weil aber bei rund 20000 Frauen nicht sicher davon ausgegangen werden kann, ob eine Chemotherapie nötig ist oder nicht, käme in diesen Fällen der Biomarker-Test zur Anwendung.

Tumor muss spezielle Eigenschaften aufweisen

Der Biomarker-Test Oncotype DX Breast Recurrence Score ermittelt die Aktivität einiger Gene der Tumorzellen. Aus dem Ergebnis können Mediziner das Risiko eines möglichen Wiederauftretens der Krebserkrankung ableiten. Für den Test werden Gewebeproben benötigt. Außerdem muss der Tumor bestimmte Eigenschaften aufweisen (hormonempfindlich, ohne Wachstumsrezeptoren), um den Test einsetzen zu können. Die Aussagekraft des Biomarker-Test ist bis dato allerdings nur bei Patientinnen ohne Befall der Lymphe gesichert.