November 2020 | Lesezeit 6 Minuten


Die Auswirkungen von zu hohem Salzkonsum auf die Gesundheit 

Salz ist nicht gleich Salz - oder doch? 

Das Angebot an Salz ist größerals die meisten von uns wahrscheinlich denken

Deshalb zuerst ein kleiner, aber informativer Überblick, bevor wir uns den Vor- und Nachteilen sowie den eventuell möglichen Krankheiten zuwenden, für die ein zu hoher Salzkonsum unter Umständen verantwortlich sein kann.

Beginnen wir mit dem französischen Fleur de Sel, der Salzblume. Dieses Salz wird per Hand gewonnen und gehört zu den teuersten Salz-Sorten weltweit. Im Geschmack ist es weich, frisch und nicht ganz so salzig. Der NaCl-Gehalt liegt bei 97 %. Fleur de Sel kann durch abschöpfen gewonnen werden, sobald es sich als dünne Schicht an der Wasseroberfläche abgesetzt hat. 

Auch das Inka-Salz wird in Handarbeit gewonnen. Und zwar in den Hochebenen der Anden. Die reine Luft in mehr als 3000 Meter Höhe und die Jahrtausende alten Salzbecken in der Nähe von Machu Picchu verleihen diesem Quellsalz seine Einzigartigkeit.

Das Himalaya-Salz, auch Ur-Salz genannt, wird oft in den pakistanischen Bergwerken im Himalayagebiet gewonnen. Für Esoteriker besitzt das weiß-rötliche Salz Heilkräfte und wird als nicht „giftig“ eingestuft, obwohl auch hier der NaCl-Gehalt bei 97 % liegt.

Rotes Hawaii-Salz ist deshalb rot, weil rote Tonerde zugegeben wird, was dem Salz einen nussigen Geschmack verleiht.

Das schwarze hawaiianische Meersalz, auch Lava-Salz genannt, erhält seine schwarze Farbe und den leicht nussigen Geschmack durch Aktivkohle. Hergestellt wird es auf der Insel Molokai. Dieses Salz ist sehr feucht und sollte nur gemörsert, aber nicht gemahlen werden.

Blaues Salz aus persischen Salzminen enthält seine blauen Nuancen durch das Mineral Salvin. Es enthält erfreulicher Weise nur 85 % Natriumchlorid und mit 13 % einen hohen Kaliumgehalt. Als „gesundes“ Tischsalz erfreut es sich zunehmender Beliebtheit.

Und Bambus-Salz aus Korea, erstmalig von buddhistischen Mönchen hergestellt, ist ein Meersalz, das in Bambusrohren gebrannt wird. Der Mineralstoffgehalt ist sehr hoch. Es ist extrem salzig und erfreut sich in der asiatischen Küche großer Beliebtheit. Sein feines Aroma gepaart mit einem zarten Schmelz verleiht dem Bambus-Salz aus dem Pazifik vor Hawaii sein besonderes Etwas. Weil sein pH-Wert zwischen 9 und 12 liegt, soll das Bambus-Salz die Balance zwischen Säuren und Basen in einem Körper, der an Übersäuerung erkrankt ist, wiederherstellen.

Dann ist da noch das wohl allen bekannte „normale“ Salz, dass Koch-, Tafel- oder Speisesalz genannt wird und eine sehr hohe Reinheit besitzt. Gewonnen wird es durch das Verdampfen des Wasseranteils der Sole.

Das Siedesalz ist meistens ein gereinigtes, raffiniertes Kochsalz ohne wichtige Spurenelemente und Mineralien. Diese werden leider ausgewaschen. Der Natriumchlorid-Anteil beträgt 99,9 %. Zugesetzt werden Jod und/oder Fluorid.

Ein niedrigerer Gehalt an Natrium-Chlorid ist in Stein- oder Meersalz enthalten. Der signifikante Unterschied findet sich in der Gewinnung. Steinsalz wird in den Tiefen unserer Erde gewonnen. Meersalz hingegen entsteht durch die Verdampfung von Meereswasser. Es ist reich an Kalzium und Magnesium, aber leider auch an nicht ganz so gesunden Stoffen, die sich im Meereswasser finden.

Holzschale mit Salz und Mörser

Salz - ein uraltes Gewürz und für den Körper unverzichtbar, jedoch sollte man bei der Dosierung Vorsicht walten lassen.

Warnzeichen, die auf einen zu hohen Salzkonsum hindeuten 

Salz pro Gesundheit und Salz contra Gesundheit. Letztlich funktioniert die menschliche Physis nicht komplett ohne Salz. Ein Zuviel an Salz ist jedoch ungesund.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene 6 Gramm (ca. 1 TL) als Maximaldosis pro Tag. Mehr kann zu Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauferkrankungen führen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Max-Rubner-Institut (MRI) veröffentlichten, dass die durchschnittlich konsumierte Salzmenge pro Tag bei Männern 9 Gramm und bei Frauen 6,5 Gramm beträgt. Eindeutig zu viel!

Deutsche, österreichische und schweizer Fachgesellschaften empfehlen gezielt eine Zufuhr von 550 mg Natrium pro Tag, damit die physiologischen Funktionen ohne Einschränkung erhalten bleiben.

Würden die folgenden fünf Warnzeichen mehr beherzigt, könnte sich diese Studie zum Positiven wenden und Salz würde nicht ungesund sein.

Schauen wir uns die fünf Warnzeichen einmal im Einzelnen an:

1. Hinweis: Ständiger Durst

Die bereits genannte Salzmenge von 6 Gramm pro Tag, die wir benötigen, führt nicht zu übermäßigem oder ständigem Durst. Fertig verarbeitete Nahrungsmittel hingegen enthalten in der Regel große Salzmengen, wodurch ständiger Durst fast schon vorprogrammiert ist, weil das Gehirn diesen Bedarf weiterleitet.

Wird dieser Bedarf nicht gedeckt, kann es zu Kopfschmerzen, fehlender Konzentration sowie im Extremfall auch zu Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit kommen.

Aber Achtung: Es muss darauf hingewiesen werden, dass ständiger Durst auch ein Hinweis für Diabetes sein kann.

2. Ständige Kopfschmerzen

Werden die Kopfschmerzen von einem Dröhnen oder Stechen zwischen den Schläfen begleitet, kann dies neben Wassermangel auch auf zu salziges Essen hindeuten.

3. Ein aufgedunsener Magen/Bauch etc.

Dies kann, wenn zu viel Salz gegessen wurde, durch Wasser verursacht werden. Zu viel Natrium im Blut kann dazu führen, dass aus den Zellen Wasser austritt und eine solche Schwellung verursacht, die auch an den Fingern und Zehen entstehen können.

4. Der Geschmack verändert sich

Salz entfaltet sich als Geschmacksträger sehr stark. Dies führt dazu, dass wir auch andere Aromen intensiver und damit besser wahrnehmen.

Das Fatale besteht darin, dass mit Salz unsere Geschmacksnerven überreizt werden. In Folge dessen wird für den „Guten Geschmack“ immer mehr Salz benötigt. Ein Teufelskreis, der die Gesundheit auch nachhaltig schädigen kann.

5. Kein Fastfood: Nicht vorstellbar

Ein Leben ohne TK-Pizza, Fertigsuppen, Konserven usw. ist nicht denkbar? Dann ist der übertriebene Salzkonsum nicht zu vermeiden und die ersten gesundheitlichen Risikofaktoren werden wohl nicht lange auf sich warten lassen. Ein Zuviel an Salz ist in jedem Fall ungesund.

Salz versus Gesundheit: An welchen Prozessen im Körper ist Salz beteiligt? 

Für die folgenden Körperfunktionen spielt Salz eine wichtige Rolle: 

  • Regulierung des Wasserhaushalts in den Zellen (zu wenig Salz kann zu einer Dehydration führen, der Körper kann in letzter Konsequenz austrocknen) 
  • Weiterleitung von Nervenimpulsen 
  • Regulierung vom Herzrhythmus und Blutdruck (lt. der American Heart Association (AHA) sind 15 % der 2,3 Millionen Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen per anno (Tendenz steigend) auf eine zu hohen Salzkonsum zurückzuführen) 
  • Regulierung der Muskelarbeit 
  • Gefäßerweiterungen im Gehirn 
  • Binden von Wasser im Körper

Mit welchen Erkrankungen kann ein zu hoher Salzkonsum einhergehen? 

Salz und Gesundheit sowie die Frage: ist Salz ungesund?  

Wird zu viel Salz mit der Nahrung aufgenommen, dann scheidet der Körper dieses vor allem über die Nieren wieder aus. Damit ist immer auch ein hoher Wasserverlust verbunden, was zu einer hohen Belastung der Nieren und damit zu Nierensteinen bzw. Niereninsuffizienz führen kann.

Auch zerebrovaskuläre Ereignisse stehen im Zusammenhang mit einem zu hohen Salzkonsum.

Sogar Magenkarzinome konnten mit zu viel Salz im Essen in Verbindung gebracht werden.

Gleichfalls bekannt sind das Metabolische Syndrom und das krankhafte Übergewicht als Folge eines zu hohen Salzkonsums.

Vor geraumer Zeit konnten auch Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Hashimoto-Thyreoiditis mit einem zu hohen Konsum an Natrium in Verbindung gebracht werden.

An menschlichen Zellkulturen konnte in Tests nachgewiesen werden, dass Nährstoffe mit einem erhöhten Salzgehalt die Aggressivität der T-Lymphozyten fördern.

Ebenso kann die Zahl von aggressiven Immunzellen im Blut des Menschen überproportional ansteigen.

Es kann also nicht schaden, zur Vorbeugung dieser Erkrankungen den Salzkonsum auf niedrigem Niveau zu halten oder ggf. zu reduzieren.

Wie das möglich ist, wird im Laufe dieses Textes noch näher erläutert.

Gefahren durch Schmerzmittel mit hohem Natriumgehalt 

Lösliche Arzneimittel enthalten häufig höhere Natrium-Mengen. In einer Fall-Kontroll-Studie von 1987 bis 2010 ist festgehalten, dass die Einnahme von zum Beispiel Paracetamol und ASS die empfohlene Tagesmenge an Natrium bereits überschritten werden kann.

In Anbetracht dieser Tatsache und anderer Warnhinweise sollte der Gebrauch von Schmerzmitteln nicht zur Gewohnheit werden, sobald ein Zipperlein auftritt.

Wie reagiert der menschliche Körper auf Salz? 

Er reagiert nicht nur hormonell und genetisch, sondern auch alters- und krankheitsbedingt extrem unterschiedlich. Auch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen reagieren unterschiedlich.

Das American Institut of Medicine empfiehlt Menschen über 50 und jenen, die an Hypertonie, Diabetes oder einer chronischen Niereninsuffizienz leiden, zu einer reduzierten Tagesdosis gemessen an der Dosis von maximal 6 Gramm pro Tag.

In einer Metaanalyse der WHO von randomisierten Studien sowie prospektiven Kohortenstudien mit Erwachsenen, die nicht akut erkrankt waren, konnte nachgewiesen werden, dass ein erhöhtes Schlaganfallrisiko und eine erhöhte Schlaganfallmortalität auf zu viel Salz assoziiert sind.

Die Reduzierung der Natriumaufnahme führte zu einem Absinken des systolischen und diastolischen Blutdrucks.

Auf die Blutfettwerte, den Katecholaminspiegel und die Nierenfunktion hatte die verminderte Natriumaufnahme keine signifikanten Auswirkungen.

Zu hohen Salzgehalt im Körper neutralisieren  

Mindestens 6-8 Liter Wasser trinken hilft, dass Salz besser über den Harn ausgeschieden wird. Dies kann Schwellungen reduzieren.

Viel frisches Obst und Gemüse ist nicht nur gesund und schmackhaft. Es ist auch salzfrei und kann helfen, überschüssiges Salz für mehr Gesundheit besser auszuscheiden.

Für den guten Geschmack von frisch gekochten Speisen empfehlen sich anstelle von Salz frischer Knoblauch, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und reines Curry (mild oder scharf).

Auch frische Kräuter wie beispielsweise Petersilie, Majoran, Oregano, Rosmarin, Thymian und viele mehr verleihen frisch gekochten Gerichten eine individuelle Note ohne Salz.

Petersilie ist seit jeher bekannt für die nierenreinigende Wirkung, weil vorhandene Schadstoffe besser über die Nieren ausgeschieden werden. Dafür kann die Petersilie in einem Liter Wasser für 10 Minuten gekocht werden, danach sollte man sie noch etwas ziehen lassen.

Von dieser Flüssigkeit auf nüchternem Magen morgens 1 Glas trinken und den Rest über den Tag verteilt konsumieren. Bei frischer Petersilie am besten auf die Jahreszeiten achten oder fernab dieser auf schockgefrostete Kräuter zurückgreifen.

Sehr gut zum Neutralisieren von Salz ist auch fermentiertes Gemüse.

Nicht zu vergessen ist auch die Wichtigkeit von täglicher Bewegung an der frischen Luft. Auch Tanzen, Fitnesssport, Radfahren oder ein Saunabesuche sind bestens geeignet, um über den Schweiß nicht nur Unreinheiten, sondern auch Salz auszuscheiden.

Wichtig ist, dass bei allen Aktivitäten, die mit Schwitzen in Verbindung stehen, ausreichend getrunken wird, damit die Ausscheidung von Salz und Schadstoffen letztlich auch ausreichend über den Harn und die Haut erfolgen kann.


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