Berufsinformation Ergotherapie


Ausbildung Ergotherapie - Alle Informationen auf einen Blick

Die Ergotherapie bietet vielschichtige Therapie-Möglichkeiten, welche in vielen Bereichen von Krankenhäusern, Altersheimen und Kliniken gefragt sind. Die Nachfrage an Ergotherapeuten ist dementsprechend hoch, doch wie sieht die Ausbildung in der Ergotherapie aus, wie steht es mit den Berufsaussichten und welche Bewerber eigenen sich tatsächlich für diese Ausbildung? Diese und weitere Fragen beantworten wir in diesem Artikel.

Der Beruf der Ergotherapeuten wird auf dem Arbeitsmarkt immer stärker nachgefragt, weshalb sich viele junge Menschen für eine Ausbildung in diesem Bereich entscheiden.

Was ist Ergotherapie?

Der Grundsatz der Ergotherapie besteht darin, dass die Patienten durch spezielle, meistens aktive Übungen dabei unterstützt werden, ihre Handlungsfähigkeit oder die eingeschränkte Handlungsfähigkeit zu trainieren, sodass die Handlung im Alltag wieder problemlos ausgeführt werden kann. 

Dies ist am besten anhand eines Beispiels zu erläutern: Wenn eine Person einen Autounfall hatte und als Folge an der Hand operiert werden musste und diese nun nicht mehr optimal nutzen kann, kommt der Ergotherapeut ins Spiel. Dieser konzipiert konkrete Übungen, um die Hand zu trainieren und wieder optimale Handlungsaktivität aufzubauen. Ziel ist es, die Lebensqualität des Patienten mit aktiven Übungen zu unterstützen und das gesellschaftliche Leben und den Alltag problemlos bewältigen zu können.

Was sind die Aufgaben eines Ergotherapeuten?

Der Ergotherapeut hat viele Aufgaben und Ziele in seinem Job, denn er hilft kranken und verletzten Menschen nicht nur physisch, sondern auch psychisch sich wieder im Alltag zurechtzufinden. Dies macht er mit aktiven Übungen und Konversationen. Hierbei werden  auf spielerische, kreative und therapeutische Weise neue Wege gefunden, um die nötigen Bereiche zu trainieren.

Der Ergotherapeut ist ein Allrounder, da er viele verschiedene Aufgaben gestellt bekommt. Er muss zum einen die Einschränkungen des Patienten analysieren und auf dieser Basis ein möglichst effektives Training konzipieren. Dies geschieht meistens in Konversation mit dem Patienten, mit den Dokumenten des Arztes und zudem mit passenden Testübungen, welche das aktuelle Level des Patienten zeigen. 

Zum anderen legt er seinen Fokus vor allem auf den Alltag des Patienten, denn dieser soll im besten Fall weiterhin problemlos bewältigt werden können. Dabei helfen aktive Übungen und ein persönlicher Trainingsplan. 

Daher werden Übungen aufgebaut, die sich auf die Alltagsbewegungen des Patienten beziehen, sei es das Zähneputzen oder das Essen. Für viele Menschen kann es ein großer Schock sein, wenn alltägliche Dinge von einem Tag auf den anderen nicht mehr oder nur noch zum Teil ausgeübt werden können. 

Daher hat der Ergotherapeut auch einen großen psychologischen Effekt auf den Patienten. Durch Konversationen, Hilfestellungen und Positivität soll der Patient motiviert werden. Dies geschieht auch mit spaßigen Übungen, welche Geschicklichkeit, Konzentration und das künstlerische Gespür des Patienten nutzen.

Der Ergotherapeut arbeitet zudem eng mit den jeweiligen Ärzten zusammen. Dabei ist es wichtig, dass der Ergotherapeut schriftlich die Fortschritte des Patienten festhält und diese an den Arzt weitergibt. So kann der Behandlungsverlauf optimal dokumentiert werden.

Die Ausbildung des Ergotherapeuten

Die Ausbildung des Ergotherapeuten kann in zwei Bereiche unterteilt werden: Zum einen gibt es den theoretischen Bereich, welcher die medizinischen Grundlagen, Psychologie und Pädagogik, sowie die allgemeinen Bildungsfächer beinhaltet und zum anderen den praktische Bereich - zu dieser Rubrik gehört der motorisch-funktionelle Bereich, der arbeitstherapeutische Bereich, das ergotherapeutische Verfahren und der psychosoziale Bereich.

Natürlich können diese Thematiken und Fächer von Berufsschule zu Berufsschule unterschiedlich sein.

Der theoretische Bereich der Ergotherapie

Medizinische Grundlagen

Ein medizinisches Grundwissen ist auch als Ergotherapeut sehr wichtig. Dies hilft nicht nur im späteren Berufsleben, um einen optimalen Trainingsplan zu konzipieren, sondern vereinfacht zugleich die Kommunikation mit den handelnden Ärzten.

Psychologie und Pädagogik

Viele der Patienten müssen mit starken Rückschlägen und psychischen Belastungen kämpfen, daher ist nicht nur eine grundlegende Empathie wichtig, sondern zugleich auch der richtige Umgang mit den Menschen.

Im Bereich Psychologie und Pädagogik lernt der angehende Ergotherapeut, genau mit solchen problematischen Situationen umzugehen.

Allgemeinbildende Fächer

Was für viele Menschen überraschend kommt ist, dass in der Ergotherapie Ausbildung auch klassische Fächer wie Deutsch, Wirtschaft und Sozialkunde gelehrt werden.

Diese sind wichtig, um eine optimale Kommunikation und die ersten Schritte in das Berufsleben zu unterstützen.

Der praktische Bereich der Ergotherapie

Motorisch-funktioneller Bereich

Im motorisch-funktionellen Bereich liegt der Fokus auf alternden Menschen. Durch das Alter entstehen oder verschlimmern sich diverse Krankheiten, die den Alltag des Patienten negativ belasten können. Die Zahl der Schlaganfälle und Herzinfarkte im Alter steigt erheblich, zudem nehmen auch Demenzerkrankungen stark zu, sodass der Ergotherapeut konkret auf solche Patienten vorbereitet wird.

Arbeitstherapeutischer Bereich

Im arbeitstherapeutischen Bereich wird einem Patienten aktiv dabei geholfen, nach längerer Abwesenheit durch eine Erkrankung oder Verletzung wieder ins Arbeitsleben einzutreten.

Dabei werden konkret die Gebiete trainiert, die für den Job besonders wichtig sind, beispielsweise Hände und Arme für einen Handwerker.

Psychosozialer Bereich

Im psychosozialen Bereich werden aktiv Übungen praktiziert und gelehrt, bei denen herausgefunden werden kann, welche Übungen und Therapiemöglichkeiten optimal für den Patienten sind.

Das sind die Zulassungsvoraussetzungen für die Ergotherapie-Ausbildung

Der Beruf des Ergotherapeuten ist eine sehr wichtige Profession, die viele Charaktereigenschaften und auch schulische Vorbildung erfordert. 

Vor allem viel Einfühlungsvermögen, Empathie und eine gute soziale Einstellung stehen hier an erster Stelle, da dieser Beruf auch stark auf menschlichem Miteinander basiert.

Wenn das Interesse daran, Hilfe und Toleranz zu schenken nicht zu den eigenen Stärken gehört, ist diese Berufswahl definitiv nicht die richtige. 

Zudem gibt es auch weitere Zulassungssvoraussetzungen für den Beruf des Ergotherapeuten:

  • Mittlere Reife, fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife 
  • Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen 2-jährigen Berufsausbildung
  • Persönliche Eignung mit Motivationsschreiben
  • Ärztliche Bescheinigung über die physische und psychische Eignung für den Beruf des Ergotherapeuten
  • Einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis
  • Eine beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses
  • Gegebenenfalls ein Vorpraktikum im therapeutischen oder pflegerischen Bereich

Was muss die Bewerbung für die Ergotherapie-Ausbildung enthalten?

Um die Chance zu erhöhen, einen der begehrten Plätze für die Ergotherapie-Ausbildung zu ergattern, müssen die Bewerbungsunterlagen einwandfrei eingereicht werden. 

Wir empfehlen, diese von mindestens zwei anderen Personen kontrollieren zu lassen, denn Rechtschreibfehler schleichen sich oft schnell ein und werden in den Ausbildungsbetrieben nicht gerne gesehen. 

Zudem raten wir, dass die Bewerbungsunterlagen versichert oder als Einschreiben verschickt werden, sodass gewährleistet ist, dass diese auch rechtzeitig bei der gewünschten Klinik, dem Krankenhaus etc. ankommen (allerdings bieten viele Institutionen inzwischen auch Online-Bewerbungsverfahren an).

Was muss die Bewerbungsmappe für die Ergotherapie-Ausbildung enthalten?

  • Ein Anschreiben oder Bewerbungsschreiben
  • Bewerbungsfoto
  • Lebenslauf
  • Kopie des letzten Zeugnisses
  • Falls gewünscht ein Motivationsschreiben
  • Falls vorhanden eine Bescheinigung oder ein Empfehlungsschreiben aus einem absolvierten Praktikum o.ä.

Fragen und Antworten zum Beruf des Ergotherapeuten

Hier haben wir die wichtigsten Fragen kurz und knapp beantwortet.

Wo arbeitet der Ergotherapeut?

Der Ergotherapeut kann vielseitig eingesetzt werden, beispielsweise im Krankenhaus sowie in psychotherapeutischen und psychiatrischen Kliniken, Pflegeheimen und teilweise auch in Tageskliniken.

Wie lange dauert die Ergotherapie-Ausbildung?

Die Ergotherapie-Ausbildung dauert drei Jahre.

Wie hoch ist der Lohn in der Ergotherapie-Ausbildung?

Der Lohn unterscheidet sich je nach Klinik, Krankenhaus oder Heim, doch durchschnittlich lässt sich sagen, dass der Auszubildende im ersten Jahr rund 990 Euro pro Monat bekommt, im zweiten Jahr rund 1045 Euro pro Monat und schließlich im dritten Jahr 1120 Euro im Monat - für ein Ausbildungsgehalt verdient man also nicht schlecht.

Wie steht es mit den Berufsaussichten des Ergotherapeuten?

Die Berufsaussichten für Ergotherapeuten stehen sehr gut, da die Nachfrage stetig steigt und es sich hierbei um einen sicheren Beruf handelt. Vor allem durch die Tatsache, dass es mehr und mehr Menschen mit Rückenproblemen gibt, wird auch der Bedarf an Ergotherapeuten nicht einbrechen. 

Zudem kommen Ergotherapeuten bei Unfällen und diversen Verletzungen zum Einsatz. Auch der demographische Wandel in Deutschland sorgt dafür, dass es immer mehr pflegebedürftige Menschen gibt, die die Dienste von Ergotherapeuten in Anspruch nehmen

Wie sehen die Arbeitszeiten des Ergotherapeuten aus?

Das kann pauschal nicht beantwortet werden, da dies von Klinik zu Klinik unterschiedlich gehandhabt wird.

Welche Arbeitskleidung wird von Ergotherapeuten benötigt?

Die Kleidung wird auf das jeweilige Trainingsprogramm angepasst: Wenn es sich lediglich um ein Gespräch handelt, dann tragen diese die klassische Uniform des Krankenhauses oder der Klinik, bei sportlichen Aktivitäten Trainingskleidung und bei künstlerischer Therapie schlichte Klamotten.

Welche Charaktereigenschaften sind als Ergotherapeut erforderlich?

Alle, die an einer ergotherapeutischen Ausbildung interessiert sind, sollten die folgenden Charaktereigenschaften und Talente mitbringen:

  • Kreativität
  • Aufmerksamkeit
  • Künstlerisches und musikalisches Talent
  • Eine Soziale Ader und Empathie
  • Talent, sich in stetig wechselnden Therapiegebieten einzuarbeiten

Welche Charaktereigenschaften sind als Ergotherapeut kontraproduktiv?

  • Unsportlichkeit
  • Mangelnde Begeisterungsfähigkeit
  • Probleme, aus der Komfortzone auszubrechen
  • Kein soziales Einfühlungsvermögen
  • Keine Geduld mit anderen Menschen

Ihr habt noch weitere Fragen? Schreibt uns gerne!

Fazit zur Ergotherapie-Ausbildung

Der Beruf des Ergotherapeuten ist sehr vielschichtig. 

Die Ausbildung zum Ergotherapeuten versucht so gut es geht auf die kommenden Patienten vorzubereiten, dennoch oder gerade deshalb ist sie eine körperliche und vor allem psychische Herausforderung.

Nicht nur muss der Ergotherapeut Menschen aktiv mit fördernden Übungen unterstützen, sondern zugleich auch mental für diese Person zur Verfügung stehen.

Viele Menschen erreichen mit dem Alter oder durch Erkrankungen und Verletzungen den Punkt, ihren Alltag nicht mehr wie gewohnt ausüben zu können. 

Das kann sehr frustrierend sein, doch der Ergotherapeut kann aktiv dabei helfen, diesen Patienten wieder Hoffnung und ein normales Leben zu schenken.

Der Beruf des Ergotherapeuten ist demnach zwar ein sehr aufwendiger Beruf, doch zugleich auch sehr belohnend, wenn man gerne anderen Menschen hilft.

Die Ausbildung der Ergotherapie besteht daher aus zwei Aspekten, dem theoretischen und dem praktischen Teil.

Theoretisch wird das medizinische Wissen aufgebaut, welches nötig ist, um genau zu erkennen, welche Übungen für welchen Patienten am besten sind.

Im praktischen Teil wird geehrt, wie mit den Patienten umgegangen wird und wie die verschiedenen Übungen ausgeführt werden.

Die drei Jahre der Ausbildung lohnen sich, denn es ist ein sehr gefragter Beruf, welcher sich über eine stetig wachsende Nachfrage freuen kann.

Viele Krankenhäuser, Kliniken und Altersheime in Deutschland suchen daher aktiv nach Ergotherapeuten oder bilden selbst aus.

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