August 2020 | Lesezeit 4 Minuten


Ashwagandha: Ein Adaptogen, um Nerven und Psyche im Lot zu halte 

Seit Tausenden von Jahren wird in der ayurvedischen Gesundheitslehre die Wurzel der Ashwagandha-Pflanze genutzt, um Körper und Seele bei chronischem Stress ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Wirkung der Ashwagandha-Pflanze, auch als "indischer Ginseng", "Winterkirsche" oder "Schlafbeere" bekannt, wurde inzwischen durch klinische Studien belegt.

Vor allem bei Stress- und Angstzuständen findet der Einsatz dieser Pflanze als Alternative zu anderen Arzneimitteln wie Sedativa daher immer größere Beliebtheit. 

Die Ashwaganda Pflanze ist schon seit vielen tausend Jahren für ihre heilende Wirkung bekannt.

Auswirkungen und Folgen von Stress 

Stress gehört zum Alltag und ist nicht zwangsläufig etwas Negatives.  

Er löst eine Reihe von Stoffwechselveränderungen im Körper aus, die einen zu Höchstleistungen befähigen können.

Hierfür sorgen insbesondere die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Sie beschleunigen die Herz- und Atemfrequenz und erhöhen den Blutdruck, was einen sozusagen in "Kampfbereitschaft" versetzt.  

Zugleich wird Blutzucker aus den Fett- und Kohlenhydratreserven bereitgestellt, der für die nötige Energie sorgt.

In Stresssituationen werden vorrangig Gehirn und Muskeln versorgt, während Verdauung und Immunabwehr erst einmal zurückstehen.

Wenn der Mensch in derartigen Stresssituationen nicht zu schnellen Entscheidungen und Reaktionen fähig ist, übernehmen bewährte Reaktionsmuster aus dem Stammhirn die Führung.   

Solange ein ausgeglichener Wechsel zwischen Anpassung und Entspannung besteht, wirkt sich dies positiv auf die Leistungsfähigkeit aus bzw. fördert diese sogar.  

Anhaltender Dauerstress und ständige Überforderung machen dagegen krank und versetzen Körper und Psyche in einen Ausnahmezustand.

Die Folgen: erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, geschwächte Immunabwehr und Verdauungsprobleme.  

Auf psychischer Ebene zeigen sich Symptome wie zum Beispiel nervöse Unruhe, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen oder Ängste.

Burn-Out und Depressionen können ebenfalls die Folge sein und im schlimmsten Fall das "Chronische Fatigue Syndrom" auslösen, so dass man in die totale Erschöpfung rutscht.  

Mittel gegen Stress, Unruhe, Angstzustände und Überforderung 

Nehmen Symptome wie Schlaflosigkeit, ständige Unruhe und Angstzustände aufgrund von chronischem Stress in ungesundem Maße zu, werden in der klassischen Schulmedizin vorrangig Antidepressiva, Sedativa oder Anxiolytika eingesetzt.  

Ein großer Nachteil dieser Arzneimittel sind sowohl die nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen als auch das Risiko, abhängig zu werden.  

Eine Alternative oder ggf. sinnvolle Ergänzung können daher natürliche Mittel darstellen, wie beispielsweise die Ashwagandha-Pflanze.  

Adaptogene wie Aswhagandha wirken als natürlicher Stresskiller  

Aswhagandha zählt zu den sogenannten "Adaptogenen" 

Als Adaptogene wird eine spezifische Gruppe pflanzlicher Wirkstoffe bezeichnet, die vor Stress und anderen belastenden Einflüssen schützen und die negativen Auswirkungen mildern. Sie sollen insbesondere dem Körper helfen, in seine innere Balance zurückzufinden und ihn körperlich und geistig wieder leistungsfähiger machen. 

Der Ursprung der Adaptogenforschung geht dabei auf den sowjetischen Arzt und Wissenschaftler Nikolai Lazarev zurück.

Dieser begann 1947 damit, Adaptogene zu erforschen, da er den kurzfristig psychotropen Effekten der damals frei zugänglichen Amphetamine skeptisch gegenüberstand und die Folgen, wie lange depressive Phasen und das Suchtrisiko, kritisiert 

Dabei zeigte sich die Ashwagandhawurzel als ein natürlicher Stresskiller ohne Nebenwirkungen und entpuppte sich als der erste pflanzliche Wirkstoff, der für seine angstlösende Wirkung wissenschaftliche Anerkennung fand.  

Ashwagandha gilt dabei bis heute als das am weitläufigsten untersuchte und meistgenutzte bekannte pflanzliche Adaptogen.

Die beruhigende und dadurch indirekt schlaffördernde Wirkung der Wurzel wurde dabei in verschiedenen klinischen Studien erforscht.   

Ein zentrales Charakteristikum von Adaptogenen und damit auch für Ashwagandha ist die regulierende Wirkung. Das heißt, der Einfluss auf den Stoffwechsel passt sich entsprechend dem Prinzip der Homöostase den Anforderungen an. 

So wirkt Ashwagandha beispielsweise bei Überreizung beruhigend, bei Erschöpfung wiederum anregend.  

Kein Abhängigkeitspotential 

Ob durch überhöhten Nikotin- oder Koffeinkonsum oder ärztlich verordnete Sedativa mit beruhigend-dämpfender Wirkung: Gerade bei Stress- und Angsterkrankungen besteht eine hohe Gefahr der Abhängigkeit von den eingesetzten Substanzen und Mitteln.  

Adaptogene grenzen sich dagegen klar von dieser Art von Stimulanzien, Sedativa und Anxiolytika ab und sind vergleichsweise nebenwirkungsarm.

Sie stärken, ohne zu erschöpfen und beruhigen, ohne zu ermüden.  

Adaptogene helfen damit, die intakte Struktur und Funktion der Zellen auch unter Stresssituationen zu erhalten und stabilisieren die Energieproduktion. Insgesamt wird damit sowohl die mentale Leistungsfähigkeit als auch die körperliche Ausdauer verbessert.  

Biochemische Wirkung von Ashwagandha 

Ashwagandha (botanischer Name: Withania Somnifera) zählt zu den Nachtschattengewächsen und ist entsprechend wie Kartoffeln oder Tomaten reich an Alkaloiden. Dies sind stickstoffhaltige zyklische Grundgerüste, die auch Substanzen wie Nikotin, Kokain, Koffein oder das Gift der Tollkirsche auszeichnen.  

All diese Substanzen wirken auf das Nervensystem und molekulare Geschehen im Körper.  

Hierzu gehören auch Withanolide, die einen Teil des aktiven Stoffgemisches der Ashwagandha-Wurzel darstellen und sich dadurch an verschiedenen messbaren Stoffwechselprozessen im Organismus beteiligen.  

Die Wirkung des Ashwagandha-Wurzelextraktes lässt sich dabei wie bei vielen pflanzlichen Auszügen nicht auf eine einzige Stoffgruppe beschränken. Bis heute wurden über 35 aktive Substanzen identifiziert, die mehrere Stoffwechselwege positiv beeinflussen, wenn der Stress entgleist.  

Folgende Wirkungen gelten bislang als wissenschaftlich erforscht und sind das Ergebnis verschiedener Humanstudien: 

Senkung des zirkulierenden Stresshormons Cortisol 

Kommt es zu einer Überlastung oder Überforderung, erhöht sich das Stresshormon Cortisol. Ashwagandha trägt dazu bei, den Cortisolspiegel wieder ins Gleichgewicht zu bringen und entsprechend zu senken.  

Somit können innere Unruhe, Stimmungsschwankungen, Depressionen und Schlaflosigkeit sowie Verdauungsbeschwerden gemildert werden.   

Zugleich sinkt das Risiko für Langzeitschäden durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus oder auch chronische Entzündungen im Körper.  

Senkung von zirkulierendem Stickoxid 

Aswhagandha senkt in ähnlicher Weise auch das zirkulierende Stickoxid. Dieses wird unter Stress vermehrt produziert und kann durch eine verminderte Energie-Produktion zu körperlichem wie auch geistigem Leistungsabfall führen. 

GABA-ähnliche Wirkung 

Der wichtigste Botenstoff mit dämpfender Wirkung im Zentralnervensystem ist die Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Diese schützt die Nervenzellen vor Überreizung und Überlastung.  

Liegt ein Mangel an GABA vor, kommt es zu nervösen Unruhezuständen, Rastlosigkeit, Ängsten, Schlafstörungen, Depressionen oder auch Magen-Darm-Beschwerden.

Pflanzenstoffe mit GABA-ähnlicher Wirkung wie die Ashwagandhawurzel können dabei helfen, diese Beschwerden in den Griff zubekomen 

Aswhagandha soll neben den schlaffördernden und angstlösenden Wirkungen auch entzündungshemmend wirken und antioxidative Eigenschaften besitzen.  

Die Ashwagandhawurzel scheint damit durchaus eine pflanzliche Alternative ohne Abhängigkeitsrisiko darstellen, die als weitgestehend nebenwirkungsfrei klassifiziert werden kann.   

Wird das pflanzliche Extrakt zusätzlich zu anderen Präparaten oder Arzneimitteln eingenommen, sollte immer auch der Arzt oder Apotheker für mögliche Wechselwirkungen zu Rate gezogen werden.  

Wer entsprechende Produkte wie beispielsweise Kapseln kauft, sollte dabei unbedingt auf den Withanolidgehalt achten. Dieser liegt meistens zwischen 2,5 Prozent und 10 Prozent, sollte aus wissenschaftlicher Sicht jedoch mindestens fünf Prozent betragen.  


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